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 Betreff des Beitrags: Strenge BRD Heimerziehung Überbleibsel aus der NS-Zeit !
BeitragVerfasst: 2009-09-26, 15:19 
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„... das schon lange erprobte Konzept der geschlossenen Disziplin-Anstalt ...“

Handbuch der Erziehungshilfen:
Leitfaden für Ausbildung, Praxis und Forschung

By KLAUS MÜNSTERMANN
Autorenkollektive ( 18 Autoren )
Juventa Verlag, 2001
748 Seiten
Buch-Übersicht @ http://books.google.de/books?id=rBvRBbY ... navlinks_s ( bitte dort runter scrollen )

[ …sehr umfangreiche Leseproben… …lesbar online, aber nicht digital kopierbar... ]
@ http://books.google.de/books?id=rBvRBbY ... 22&f=false

[ ... hier eine relevante Passage über damalige 'Heime', 'Anstalten' und 'Erziehungsheime'
manuell von dem Australier Martin Mitchell aus diesem Handbuch herauskopiert... ]

aus dem Beitrag von CHRISTIAN VON WOLFFERDORFF

»»» [ Seite 161 ]

7. Nationalsozialismus, Auslese, Volkskörper:
Die Perversion des Disziplinierungskonzepts


»Ein besonders grausiges Erlebnis auf dem Schulweg zeigte mir wieder einmal besonders deutlich, wo ich mich befand. In der Anstalt wurden die Geisteskranken von Steinhof (die leichteren Fälle) als so genannte Hausarbeiter eingesetzt. Einer fuhr mit einer zweirädrigen Karre an unserer Kolonne vorbei. Und in dem Wagerl – lauter tote Kinder! Wie weggeworfene Puppen lagen sie kreuz und quer, die Glieder oft unnatürlich verrenkt. Die kleinen Körper hatten meist ein ganz eigenartige Farbe. Es war eine Art Rotgrünblau. Ich war so erschrocken von diesem Bild, dass ich zu meinem Nachbarn kein Wort herausbrachte. (Diese Szene sehe ich heute, als erwachsener Mann, noch immer manchmal im Traum.) Die Schwester am Ende unserer Kolonne sagte nur: >Ruhe da vorne! Oder will vielleicht jemand von euch mitfahren?< Ich glaube, alle von uns gingen damals mit sehr weichen Knien den restlichen Weg zur Schule. Das war Ende 1942« ( Gross 2000, S. 75 ).

Johann Gross, der als Kind längere Zeit in der österreichischen NS-Anstalt Spiegelgrund verbrachte, hat seinen Bericht über die Torturen der nationalsozialistischen Disziplinierungs- und Vernichtungspraktiken erst als Siebzigjähriger veröffentlichen können. Seine Erinnerungen sind soeben, im Winter des Jahres 2000, erschienen – zu einem Zeitpunkt, da das Interesse der Öffentlichkeit an diesem Thema nach Jahrzehnten des Verschweigens und Verdrängens durch strafrechtliche Ermittlungen gegen einen im Spiegelgrund tätigen Euthanasiearzt geweckt war. Damit zeigt das Beispiel nicht nur das Ausmaß, sondern auch die zeitlichen Nachwirkungen des nationalsozialistischen Erziehungsterrors. Da die meisten Verantwortlichen nach dem Ende des Krieges nicht zur Rechenschaft gezogen wurden, in Deutschland wie in Österreich vielfach sogar in ihren ehemaligen Wirkungsbereich zurückkehren und dort Karriere machen konnten, wurde auch im Bereich der öffentlichen Erziehung die Chance zu radikaler Aufklärung für Jahrzehnte vertan. Auch daraus erklärt sich die Heftigkeit, mit der das Thema Heimerziehung am Ende der Sechzigerjahre in die öffentliche Diskussion zurückkehrte.

Unter pädagogischen Gesichtspunkten erwies sich das Geschick des nationalsozialistischen Herrschaftssystems in der Fähigkeit, das schon lange erprobte Konzept der geschlossenen Disziplin-Anstalt zu radikalisieren und es zum Kern seiner gesamten Gesellschaftsauffassung zu machen. Schon vor der »Machtergreifung« hatte sich der Zugriff des Nationalsozialismus auf das Ge[ ... ] «««

[ ...vielleicht kann ja jemand der eine Kopie dieses Buches hat oder seine Hände an eine Kopie legen kann, helfen diese wichtige Passage zu vervollständigen... ]

[ ...und für in Deutschland ansässige „ehemalige Heimkinder der alten Bundesländer“, sowie jeden anderen Bundesbürger auch, ist es bestimmt auch möglich sich dieses Fachbuch von bestimmten Bibliotheken auszuleihen... ]
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Meine eigene momentane Unterschrift: Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.


Zuletzt geändert von Ehemaliges_Heimkind am 2009-09-27, 06:14, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Antwort von Brigitte Zypries nach mehr als 2½ Jahren
BeitragVerfasst: 2009-09-26, 15:23 
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Nichtssagende Antwort von Brigitte Zypries nach mehr als 2½ Jahren

...und zwei Tage vor der Bundestagswahl...

zu finden auf Abgeordnetenwatch.de @ http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-6 ... tml#q55315

FRAGE zum Thema Inneres und Justiz
von Martin Mitchell vom 11.02.2007

Ehemalige Heimkinder nehmen die Initiative.

Die Deutsche Bundesregierung wird aufgefordert die folgende einfache Frage zu beantworten:

Zwischen 1945 ( bzw. 1949 ) und 1992, war es jemals gesetzmäßig, und im Einklang mit dem Grundgesetz, in der Bundesrepublik Deutschland Fürsorgezöglinge beiden Geschlechts und Schutzbefohlene die der Freiwilligen Erziehungshilfe unterstanden ( a. ) ihrer Freiheit zu berauben und ( b. ) sie zur unentlohnten Arbeit zu zwingen, auf die gleiche Weise wie dies im Dritten Reich allgemein üblich war?

Frage gestellt bei Martin Mitchell in Australien, "Ehemaliges Heimkind" ( Jahrgang 1946 ), Betreiber ( seit 17. Juni 2003 ) der Webseite http://www.heimkinder-ueberlebende.org / http://www.care-leavers-survivors.org und dem dazugehörigen "Ehemalige Heimkinder" Blog http://www.heimkinderopfer.blogspot.com .


ANTWORT zum Thema Inneres und Justiz
von Brigitte Zypries, Bundesministerin für Justiz [ SPD ] vom 25.09.2009
zur FRAGE von Martin Mitchell vom 11.02.2007

Sehr geehrter Herr Mitchell,

wie Sie sicherlich den Medien entnommen haben, hat der Bundestag im November 2008 auf Empfehlung des Petitionsausschusses die Einrichtung eines Runden Tisches "Heimkinder" beschlossen. Ziel ist es, das Unrecht aufzuarbeiten, das Kinder in den fünfziger und sechziger Jahren in deutschen Kinderheimen erlitten hatten. Ich persönlich bin sehr froh, dass dieses dunkle Kapitel nun aufgearbeitet wird und den Betroffenen – soweit dies heute noch möglich ist – Gerechtigkeit widerfährt.

Mit freundlichen Grüßen
Brigitte Zypries
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 Betreff des Beitrags: Über die Traumatisierungen ehemaliger Heimkinder
BeitragVerfasst: 2009-09-29, 03:41 
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KAPPELER - Über die Traumatisierungen ehemaliger Heimkinder

...hervorgerufen durch schwere Menschenrechtsverletzungen...
...caused by serious human rights violations...

Der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. macht es sich zur Aufgabe, u.a., die Öffentlichkeit aufzuklären... Daher präsentieren wir jetzt auch Prof. Kappeler: ÜBER DIE TRAUMATISIERUNGEN EHEMALIGER HEIMKINDER ( was bisher weitgehend versteckt geblieben war )

...zum vertiefen...

Diakonietag der Karlshöhe/Ludwigsburg
am 14. Februar 2009


Heimerziehung in den fünfziger und sechziger Jahren
Kinder haben Rechte – Erinnerung und Ausblick


Vortrag von Prof. Dr. Manfred Kappeler / Berlin

„Ich konnte nicht länger schweigen – aber wer wird mir glauben?“
Über die Traumatisierungen ehemaliger Heimkinder

@ http://www.karlshoehe.de/uploads/media/ ... rungen.pdf
( Insgesamt 17 Seiten. - Ein extrem wichtiger und aufschlussreicher Vortrag ! )
[ enthält einige wenige Tippfehler, die aber leicht erkennbar sind ]

Im Nachtrag – beginnend auf Seite 10 dieses Vortrages – extreme Triggergefahr für Betroffene !

TAGS / LABELS: Heimkinder, Ehemalige Heimkinder, Ehemaliger Heimkinder, Verein ehemaliger Heimkinder e.V., Traumatisierung, Traumatisierungen, Prof. Kappeler, Prof. Dr. Manfred Kappeler, Heimerziehung in den fünfziger und sechziger Jahren, Kinder haben Rechte, Erinnerung und Ausblick, Ich konnte nicht länger schweigen – aber wer wird mir glauben, Ich konnte nicht länger schweigen, aber wer wird mir glauben, Über die Traumatisierungen ehemaliger Heimkinder, Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren, KAPPELER, KAPPELER - Über die Traumatisierungen ehemaliger Heimkinder, Über die Traumatisierungen ehemaliger Heimkinder, Traumatisierungen ehemaliger Heimkinder, Karlshöhe / Ludwigsburg, Karlshöhe, Ludwigsburg, Traumaforschung, Heimerziehung, Fürsorgeerziehung, Heimunterbringung, Anstaltserziehung, Ausgeliefertsein, Hilflosigkeit, Verlassenheit, Entblößung, Beschämung, Scham, Verletzung von Menschenwürde, Missachtung von Menschenrechten, Zwangsarbeit, Erziehungsheim, Erziehungsanstalt, Fürsorgeerziehungsanstalt, systematische Demütigung, Verletzung der physischen Integrität, strafenden Gewalt, abgesondert, isoliert, ausgegrenzt, gedemütigt, Erziehungssystem, Zwangscharakter, Menschenrechtsverletzungen, human rights violations
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 Betreff des Beitrags: VERBRECHEN in Heimen „im Namen des Herrn“ belegt !
BeitragVerfasst: 2009-10-05, 04:45 
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[ „ehemaliges Heimkind“ ( Jg. 1946 ) Martin Mitchell - "MM" - berichtet ]

Eingeständnis der ‚Christen‘, der von ihnen begangenen VERBRECHEN in Heimenim Namen des Herrn“ als „Mission-Gottes“, die sie der „Bibel“ und aus von ihnen selbst veröffentlichtenLehrbüchern“ entnahmen und was sie überall predigten – und die daher „systemimmanent“ waren.

Abuse was not the failure of the system, abuse was the system !

Abusus war nicht das Verfehlen des Systems, Abusus war das System !

»Endstation Freistatt
Fürsorgeerziehung in den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel bis in die 1970er Jahre«

Herausgegeben von Benad, Matthias / Schmuhl, Hans-Walter / Stockhecke, Kerstin
Verlag : Verlag für Regionalgeschichte – Bethel-Verlag – Bielefeld 2009 !

Siehe @ http://www.buchhandel.de/detailansicht. ... 9534-676-7

ISBN : 978-3-89534-676-7
Einband : gebunden
Preisinfo : 24,00 Euro[D] / 24,00 Euro[A]
Seiten/Umfang : 376 Seiten - 25 x 17 cm
Erschienen : 1. Auflage 15.05.2009
Aus der Reihe : Schriften des Instituts für Diakonie- und Sozialgeschichte an der Kirchlichen Hochschule Bethel 16

Medien :
Inhaltsverzeichnis (PDF) @ http://www.buchhandel.de/WebApi1/GetMmo ... moType=PDF
Sonstige Informationen (PDF) @ http://www.buchhandel.de/WebApi1/GetMmo ... moType=PDF
Annotation (PDF) @ http://www.buchhandel.de/WebApi1/GetMmo ... moType=PDF
Annotation (PDF) @ http://www.buchhandel.de/WebApi1/GetMmo ... moType=PDF

[ in dem Kapitel von RAINER NUSSBICKER
»Freistatt, Heimerziehung und die Westfälische Diakonissenanstalt Nazareth« [ d.h. zu Bethel gehörend [ "MM" ] ]

[ Dieses Kapitel umfaßt 38 Seiten : 217-254 ]

[ Seite 374: Rainer Nußbicker M.A. ist Diakon und Regionalleiter im Stiftungsbereich Behindertenhilfe der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel; und ihm sei mein großer Dank und meine Hochachtung ! [ "MM" ] ]

»»»[ Seite 225 ]

Offensichtlich bestand das Problem der christlichen Legitimation [ "MM" ] der Fürsorgeerziehung nicht nur in Bethel und Nazareth. 1922 gab die Konferenz der Vorsteher der deutschen evangelischen Diakonenanstalt ein Lehrbuch für Anstaltserziehung heraus [ "MM" ],

[ Seite 226 ]

[ 15 »Die evangelische Anstaltserziehung mit besonderer Berücksichtigung der Fürsorgeerziehung : Leitfaden zur Ausbildung von Erziehern in Anstalten für männliche Zöglinge«, Hannover ( 1922 ! ) ]
verfasst von den Pastoren Johannes Steinwachs ( Direktor der Neinstedter Anstalten in Neinstedt am Harz ), Wilhelm Backhausen ( Vorsteher der Erziehungsanstalt Kronberg vor Hannover ) und Johannes Voigt ( Vorsteher der Schleswig-Holsteinischen Diakonenanstalt zu Rickling in Holstein ), es sollte „eine Lücke in der pädogigischen Literatur ausfüllen“15 [ ... ]

„Über Anstaltserziehung gibt es auf evangelischer Seite [ "MM" ] noch kein zusammenfassendes Lehrbuch. Dieser Mangel wird nicht nur von denen empfunden, welche Erziehungsanstalten zu leiten haben, sondern auch von denen, die Anstaltserzieher vorzubilden haben, vor allen von den Lehrern der Diakonenanstalten. So hat denn die Brüderhausvorsteherkonferenz der Unterzeichnenden [ "MM" ] beauftragt, ein Lehrbuch für Anstaltserziehung [ "MM" ] zu verfassen und zwar mit der Beschränkung auf männliche Zöglinge [ gewöhnlich im Alter von 14 bis 21 Jahren [ "MM" ] ]. [ ... ]. Dabei sind sie sich voll bewusst, dass pädagogische Anleitung und Unterweisung den Erzieher noch nicht machen. Der Erzieher [ "MM" ] wirkt durch das, was er als christliche Persönlichkeit [ "MM" ] geworden ist, weit mehr als durch pädagogische Kenntnisse und Technik, die er sich angeeignet hat.“16

Das Buch [ »Die evangelische Anstaltserziehung...« [ "MM" ] ] lässt keine Zweifel zu: Das Erziehungsziel und „Endzweck der Erziehung“ ist die Erweckung des Glaubens ( S. 97 ):

„Fassen wir die Aufgabe der evangelischen Erziehung [ "MM" ] zusammen: Sie will den Zögling zur christlichen Persönlichkeit bilden [ "MM" ], indem sie ihn zum Glauben erzieht und den ganzen Menschen mit seinen natürlichen Anlagen für den Dienst der Liebe, der Auswirkung des Glaubens ist, emporbildet. So ist die evangelische Pädagogik grundsätzlich Religionspädagogik [ "MM" ], d.h. Religion ist Weg und Ziel für ihr gesamtes Wirken.“ ( S. 101 )

[ Seite 227 ]

Auch wenn Religion als Weg und Ziel benannt wurden, war man in der Wahl der Mittel äußerst weltlich:

㤠58. Der Befehl.
Der Befehl muss erfolgen, wo die Aufmerksamkeit des Zöglings auf die Befolgung der Ordnung oder des unausgesprochenen Willens des Erziehers nachlässt oder die veränderten Umstände eine besondere Willensäußerung nötig machen. Er verlangt nicht Gesinnung, sondern ein Tun oder ein Lassen, ist demnach Gebot oder Verbot. Der Befehl kann ausgedrückt werden durch Blick, Zeichen, Laut oder Wort. [ ... ] Wodurch bewirkt der Befehl den Gehorsam? Nicht durch Angabe von Gründen. ‚Gründe angeben heißt, Gegengründen Berechtigung einräumen und den Gehorsam erlassen.‘ Gründe werden auch am wenigsten begriffen, wenn eine Lust oder Begierde das Nachdenken hindert. Es genügt, wenn der Erzieher von der Richtigkeit seines Befehls überzeugt ist und ihn mit Festigkeit und Kürze ausspricht. [ ... ] Befehle sollen sparsam sein. Die Lust zum Kommandieren reizt zum Widerstand, und viele Befehle auf einmal schwächen sich gegenseitig.“ ( S. 117 )

㤠62. Die Strafe.
Die Erziehungsstrafe besteht ihrem Wesen nach darin, dass dem Zögling, weil er nicht gehorchen will oder weil er sich eines Verstoßes gegen die Ordnung, Sitte oder Strafgesetz schuldig gemacht hat, ein seelischer oder körperlicher Schmerz oder beides zugefügt wird. Wir treten trotz moderner Bedenken gegen ihre Zulässigkeit für die Berechtigung der Strafe ein. Kleine Kinder [ gemeint sind, es wird angenommen, „Kinder“ im Alter von 4 bis 13 Jahren [ "MM" ] ] können oft auf keine andere Weise bewogen werden, üble Gewohnheiten abzulegen und böse Neigungen zu unterdrücken. Wachsen sie heran, ist ihr Verstand soweit entwickelt, dass sie sittliche Belehrungen verstehen und dennoch wider besseres Wissen Sittengebote übertreten, müssen sie dafür verantwortlich gemacht werden. Die Strafe soll ihnen diese Verantwortlichkeit einschärfen. Die Lehre von der Vererbung [ d.h. „Eugenik[ "MM" ] ] und vermehrte Kenntnis krankhafter Seelenzustände [ "MM" ] verstärkte jene Bedenken. Hinzu kam die weibische Verehrung der ‚kindlichen Majestät‘ ( Ellen Key ). Der Ernst der Sünde [ "MM" ] wurde verkannt und und die sittliche Energie verweichlichte. Dagegen ist zu sagen, dass wir die Würde des Menschen erst dann recht anerkennen, wenn wir ihn verantwortlich machen, und dass eine angemessene Strafe auf psychopatisch Minderwertige [ "MM" ] nicht selten heilpädagogisch einwirkt.“ ( S. 123f )

„Trotz moderner Bedenken“ hielt man am Strafsystem fest. Zeitgleich mit dem Erscheinen dieses Buches [ »Die evangelische Anstaltserziehung...« [ "MM" ] ] [ im Jahre 1922 ! [ "MM" ] ] gab es reformpädagogische Ansätze,

[ Seite 228 ]

denen mit „Die evangelische Anstaltserziehung“ ein Kontrapunkt gesetz wurde. Die Strafe wird zu einem bedeutsamen Erlebnis für Zögling und Erzieher stilisiert [ "MM" ]:

„Mit einem Wort: der Zweck [ der Strafe ] ist die Besserung des Täters. Die als gerecht empfundene Strafe empfindet der Zögling zugleich als Sühne seiner Schuld und als Befreiung seines Gewissens. Nun kann der Erzieher ihm, herzlich vergeben, und die Gemeinschaft zwischen beiden wird inniger; denn beide haben etwas Bedeutendes erlebt. Der Erzieher tat, wie sonst selten, einen Blick in das Herz des Zöglings; und der Knabe lernte den Erzieher als den, der seine Seele liebt, in eindrucksvoller Weise kennen.“ ( S. 124 )
„Gegen die Anwendung der körperlichen Züchtigung und den Einschluss in die Isolierzelle sind wegen beklagenswerter Missbräuche oder auch aus grundsätzlichen Erwägungen Bedenken erhoben. Wir lassen sie uns zur ernsten Prüfung dienen, sind aber der Ansicht, dass die Betonung der ‚Würde‘ der Kinder [ gemeint sind, es wird angenommen, „Kinder“ im Alter von 4 bis 13 Jahren [ "MM" ] ] und Jugendlichen [ gemeint sind, es wird angenommen, „Jugendliche“ im Alter von 14 bis 21 Jahren [ "MM" ] ] nicht übertrieben werden darf und Gefahren der Züchtigung sich vermeiden lassen, wenn man das Recht dazu nur dem Lehrer und dem Hausvater überträgt. Das Recht zur Züchtigung muss durch väterliche Liebe erworben werden, und die schöne Vorschrift der Württhemberger Schulordnung von 1730 soll uns mahnen: ,Man umbinde die Rute mit Seufzen zu Gott!‘ Der bloße physische Schmerz, den lieblose Hand zufügt, richtet Zorn an oder erzeugt knechtliche Furcht.“ ( S. 125 )

„Trotz erhobener Bedenken“ wurde die Züchtigung [ "MM" ] unter Rückgriff auf eine fast 200 Jahre alte Schulordnung gar zu einem religiösen Akt [ "MM" ], zu einer gottesdienlichen Handlung [ "MM" ], weil sie aus Liebe geschehe [ "MM" ] und sich somit absolut vom bloßen Schmerz, den die lieblose Hand zufügt, unterscheide. Ähnliches galt dann auch an anderer Stelle:

„Verbündet sich die Seelsorge [ "MM" ] innig mit der Arbeitserziehung [ "MM" ], so kann ihr die höchste Freude [ "MM" ] beschieden werden, dass ihr Zögling unter ihrer Zucht heranwächst zum Ebenbild Gottes, der in schaffender Liebe wirksam ist von Anfang bis jetzt. In diesem Sinne darf die Arbeitserziehung die Pfahlwurzel der gesamten Erziehung [ "MM" ] genannt werden. „ ( S. 149 )
„Unter Umständen müssen wir gegen ihn den Stock gebrauchen; aber er soll nie sagen dürfen, dass wir ihn wie ein Stück Vieh behandelt haben. Was wir ihm antun, muss jeder gebildete Mensch hören und sehen dürfen, ohne an unserer Herzensbildung irre zu werden; ja gerade an dem, was wir in erregten Augenblicken tun, muss er erkennen, dass Christus uns in seiner Gewalt hat.“ ( S. 166 )

[ Seite 229 ]

Die Autoren [ dieses Buches »Die evangelische Anstaltserziehung...« [ "MM" ] ] scheinen eine Ahnung davon gehabt zu haben, dass „jeder gebildete Mensch“ an so begründetem Handeln durchaus hatte Irre werden können.

Die Umdeutung des Eintrittsmotivs [ in die Brüdernschaft der „Diakone“ oder die Schwesternschaft der „Diakonissen[ "MM" ] ]17 und die „christliche“ Legitimation der Fürsorgeerziehungspraxis [ "MM" ] erreichten in diesem Lehrbuch nicht nur unter heutigen Gesichtspunkten fragwürdige Höhen, zumal nicht vom Evangelium ausgehend nach geeigneten Formen der Erziehung gefragt, sondern umgekehrt die bestehende Realität mit „passenden“ Bibelstellen untermauert wurde. Mit dieser unzulässigen Methode [ "MM" ], die die geschichtliche Dimension biblischer Texte und ihre theologischen Zusammenhänge ignoriert, konnte bekanntlich ZU ALLEN ZEITEN alles Mögliche und Unmögliche „biblisch begründet“ [ "MM" ] werden.18 Man brauchte ein Gesetz, keine Frohe Botschaft. Vor diesem Hintergrund soll die konkrte Praxis Nazareths [ bzw. Bethels ( „Haus Gottes“ ) über die nächsten 25 Seiten hinweg: Seite 230 bis Seite 254 [ "MM" ] ] näher dargestelt werden.«««
___________________________

17 Die [ drei ] Autoren [ dieses Buches »Die evangelische Anstaltserziehung...«, die Pastoren Johannes Steinwachs, Wilhelm Backhausen und Johannes Voigt beziehen sich ausdrücklich auf den oben schon zitierten Diakonenspiegel: Der Diakonenspiegel, den [ Wilhelm ] Löhe [ *1808 - †1872 ] [ Wikipedia @ http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_L%C3%B6he ] [Innere Mission“, Vorgänger-Institution der „Diakonie] den Diakonission vorhält, gilt auch den Diakonen und Erziehern. Er lautet: Was will ich? Dienen will ich ... [ ... ]“ [ "MM" ].
18 Vgl. Annette Gohres / Stefan Linck / Joachim Lis-Walter ( Hgg. ), »Als Jesus „arisch“ wurde. Kirche, Christen, Juden in Nordelbien« 1933-1945, Bremen 2003 [ "MM" ].


BEEKING, JOSEPH
»Grundriss der Kinder- und Jugendfürsorge. Mit einem Anhang der wichtigsten einschlägigen Gesetzestexte.«
Herder & Co., Freiburg im Breisgau [ katholisch ! ]
[ im Auftrage des Erzbischöflichen Ordinariats der Erzdiözese Freiburg ?! ]
1. Auflage ( 1. Januar 1929 ! )
Hardcover / Leineneinband mit illustriertem Originalschutzumschlag
333 Seiten

[ Seite 74 ]

"Dazu kommt noch das besondere Recht der Kirche, als selbständiger, natürlich gegebener Wohlfahrtsverband den ihr gestellten Helferaufgaben entsprechen zu können. Als von Christus gegründete Heilanstalt ist sie eine auf Grund göttlicher Anordnung bestehende vollkommene Gesellschaft und hat als solche das natürliche, nicht erst vom Staat verliehene Recht, das zum Heile ihrer Untergebenen Erforderliche anzuordnen und die hierzu erforderlichen Einrichtungen und Maßnahmen zu veranlassen."

Siehe auch:

»Christliche Bildung und Erziehung« : Vorlesungen und Vorträge / der Professoren Beeking, Lehrl, Meister, Pfliegler. - Basel : Hess ( 1945 ! ) - 108 Seiten

»Katholische Kinder- und Jugendfürsorge : Festschrift zum Ersten Gesamtkongress der katholischen Kinder- und Jugendfürsorge Deutschlands«, München, 17. - 19. Oktober 1927 / herausgegeben von Josef Beeking. - München : Eder ( 1927 ! ) - 136 Seiten

»Vertiefung der Jugendhilfe« / hrsg. von J. Beeking. - Freiburg i. Br. : Caritasverlag ( 1928 ! ) - VIII, 208 Seiten - Reihe: ( Schriften zur Jugendwohlfahrt; 10 )

»Caritas und Jugendamt : ein Führer in Frage und Antwort« / von J. Beeking. - 2. Auflage - Freiburg im Breisgau : Caritasverlag ( 1928 ! )

»Grundfragen der erzieherischen Führung« / Josef Beeking. - Einsiedeln : Benziger, ( 1940 ! ) - 94 Seiten - Reihe: ( Werkbücher für Glauben und Leben : Pädagogische Reihe; 2 )


Ist DAMIT nicht ALLES belegt ? – Oder streiten die beiden Amtskirchen auch ALL DIES einfach ab, wenn sie heutzutage gerne von „Einzelfällen“ reden und schwadronieren wollen um ihr damaliges Handeln zu relativieren und ALL DIESE IHRE UNTATEN, die sie selbst – WIE GEHABT – festgeschrieben haben, zu bagatellisieren ?

Was gibt es da also noch viel zu „forschen“ ?
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 Betreff des Beitrags: KINO-FILM: „Die Unwertigen“ [ ehemaligen Heimkinder ]
BeitragVerfasst: 2009-10-08, 09:54 
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Möchte nochmal ganz besonders darauf hinweisen...
...auch hier in den Kindergarten-Workshop-Foren...

KINO-FILM - »Die Unwertigen« [Ehemalige Heimkinder]

KINO-FILM - Heimkinder als unwertes Leben abgestempelt, und weiterhin ( vielerorts ! ) in der frühen Bundesrepublik Deutschland als solches behandelt !

Trailer @ http://www.youtube.com/watch?v=ROG7sNj63D8 ( ladet ziemlich schnell ! )

@ http://www.die-unwertigen.de/der-film/

Abuse was not the failure of the system, abuse was the system !

Abusus war nicht das Verfehlen des Systems, Abusus war das System !

Kino-Film »Die Unwertigen« [Ehemaligen Heimkinder]
Ein Film von Renate Günther Greene

Nie zuvor und nie danach hatte die Jugend einen solchen Stellenwert im Staat wie im Dritten Reich

Aber es gab auch die Anderen …

Die Unwertigen

Die Unwertigen erzählt von einem bisher kaum veröffentlichten Thema der Nazizeit.

Die Nazis sortierten Jugendliche nach ihrem Wertesystem der Rassenhygiene und Eugenik. Die wertigen Kinder wurden gefördert, die unwertigen aussortiert und ausgemerzt:

Waltrauts Mutter kommt ins Konzentrationslager, Waltraut und ihre Geschwister in Heime. Günter muss ins Jugendkonzentrationslager, weil er die verbotene Swing Musik hört. Elfriede erlebt im Kinderheim wie Kinder Opfer der Euthanasie werden. Richard wird als uneheliches Kind seiner Mutter für immer entrissen und leistet mit vier Jahren Zwangsarbeit.

Der Film erzählt aber auch von der gesellschaftlichen Verdrängung nach 1945 und den Auswirkungen für die Betroffenen bis heute:

Richard und Elfriede bekommen die Folgen des nationalsozialistischen Denkens noch lange nach dem Krieg zu spüren. Elfriede bleibt bis 1970 eingesperrt im Heim. Richard leistet weiter Zwangsarbeit als Kind und Jugendlicher.

Richard ist jetzt ein Zeuge im aktuellen Petitionssauschuß der Heimkinderdiskussion im Bundestag. Er erhofft für sich und alle Betroffenen eine emotionale und finanzielle Wiedergutmachung.

@ http://www.die-unwertigen.de/kontakt/

Kontakt
Wenn Sie uns eine Nachricht zukommen lassen möchten:

Agentur Kulturprojektor
Daniel Karg
Bahnhofstraße 31
31275 Lehrte
Tel.: .05132 – 857 99 07
Fax: 05132 – 856 004
Mail: info@die-unwertigen.de

@ http://www.die-unwertigen.de/
@ http://www.die-unwertigen.de/links/
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 Betreff des Beitrags: Nur die Ev.-luth. Landeskirche Hannover entschuldigt sich !
BeitragVerfasst: 2009-10-08, 15:04 
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Folgende „Erklärung“ ( vom 07.10.2009 ) bezieht sich nur auf „EinrichtungenderEvangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers“ ( die ungefähr drei Viertel Niedersachsen umfaßt ! ) und sich, anscheinend, nur auf den Zeitraum von 1950 bis 1969 beschränkt !nicht aber auf die „Evangelisch-lutherische Kirche“ oder „Kirchen“ und „Diakonischen Werke“ in den anderen Bundesländern und nicht auf unabhängige Kreisstädte und Landkreise oder unabhängige Großstädte [ d.h. nicht auf die gesamte „Kirche“: „Evangelische Kirche in Deutschland“ ( „EKD“ ) ] !

Für eine Idee was zum Gebiet der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers gehört und was nicht, siehe Wikipedia @ http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelisc ... _Hannovers


[ Erklärung vom 7. Oktober 2009 ]

Gemeinsame Erklärung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers e.V. zu der Situation in Heimen der Jugendfürsorge in den 50er und 60er Jahren

Mit Trauer stellen wir fest, dass in unseren Einrichtungen der Jugendfürsorge in den 50er und 60er Jahren schlimmes Unrecht geschehen ist.

1. Uns beschämt, dass in den 50er und 60er Jahren unser christlicher Anspruch von der Wirklichkeit oft nicht gedeckt wurde. Insbesondere sehen wir, dass es häufig zu Gewaltanwendungen kam, ein oft massiver psychischer Druck herrschte und in den Heimen nicht individuell fördernd auf die Kinder und Jugendlichen eingegangen worden ist. Dadurch ist die Würde der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen oft nachhaltig verletzt und ihr Leben beschädigt worden.
Wir setzen uns dafür ein, dass in unseren Einrichtungen ohne Gewalt, in einer Atmosphäre des Respekts, einfühlsam und achtsam miteinander umgegangen wird. Wir wollen die Fähigkeiten und Entwicklungspotentiale des Einzelnen fördern.

2. Uns beschämt, dass die bedrückenden Einzelschicksale über lange Jahre verschwiegen und weder aufgearbeitet noch öffentlich gemacht wurden. Die ersten Veröffentlichungen in der Mitte der 60er Jahre wurden nur wenig beachtet. Sie trugen jedoch dazu bei, dass unsere Einrichtungen sich damals pädagogisch neu orientierten. Es sind aber fast vierzig Jahre verstrichen, bis die Betroffenen in einer breiten Öffentlichkeit Gehör gefunden haben.
Wir setzen uns zusammen mit unseren Einrichtungen dafür ein, dass die Betroffenen therapeutisch und seelsorgerlich begleitet werden. Außerdem lassen wir eine wissenschaftliche Dokumentation über die damalige Situation in den Heimen erstellen, auch um weitere Konsequenzen aus den Versäumnissen der Vergangenheit zu ziehen.

3. Uns beschämt, dass Mitarbeitende in den Einrichtungen für ihre verantwortungsvolle Aufgabe oft unzureichend qualifiziert waren, ihre Einbindung in ein streng hierarchisches System oft demütigend und die personelle Besetzung unzureichend war. Wir achten die Mitarbeitenden, die unter schwierigen Bedingungen Gutes wollten und dies auch erreicht haben. Wir wissen, dass viele ehemalige Mitarbeitende bis heute unter Schuldgefühlen leiden.
Wir setzen uns gemeinsam mit unseren Einrichtungen dafür ein, dass unsere Mitarbeitenden qualifiziert ausgebildet sind und ständig entsprechend dem aktuellen Bedarf fortgebildet werden. Dazu brauchen die Teams und die Leitungen der Einrichtungen eine permanente Supervision und ein ständiges Beratungsangebot. Grundvoraussetzung ist, dass unsere Einrichtungen die Besetzung haben, die den berechtigten Ansprüchen der Jugendlichen und Kinder gerecht wird.

4. Uns beschämt, dass die Heime der Jugendfürsorge oft nicht auskömmlich finanziert waren. Deshalb erhielten die dort untergebrachten Kinder und Jugendlichen keine adäquate Ausbildung, sondern mussten für ihre tägliche Versorgung oft hart arbeiten.
Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der Jugendhilfe eine qualifizierende Ausbildung erhalten und alle Kosten ihres Aufenthaltes durch die Solidargemeinschaft gedeckt sind.

5. Uns beschämt, dass die staatliche Einweisungspraxis oft leichtfertig war, dass es an einer kompetenten Heimaufsicht gefehlt hat und das Miteinander von Jugendämtern und Fürsorgeeinrichtungen meist unreflektiert und unkritisch gestaltet wurde.
Wir setzen uns gemeinsam mit dem Gesetzgeber dafür ein, dass die Lebenssituation der Betroffenen und die Arbeitssituation der Mitarbeitenden sowohl durch die staatliche Heimaufsicht als auch durch eine kritische Begleitung und Beratung ständig verbessert werden.

Wir, die kirchlichen und diakonischen Einrichtungen WISSEN HEUTE, dass bei der Erziehung und Förderung vieler Kinder und Jugendlicher, die uns in den Erziehungseinrichtungen anvertraut waren, vielfach versagt wurde. Wir bitten bei den betroffenen ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnen um Entschuldigung und Vergebung.

Wir haben aus der Vergangenheit gelernt. Deshalb setzen wir uns in unseren Einrichtungen konsequent für eine Pädagogik ein, die erfahrbar von der bedingungslosen Annahme jedes Menschen durch die Liebe Christi geprägt ist.

Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann
Diakonie-Direktor Dr. Christoph Künkel

Hannover, 7.Oktober 2009

QUELLE: EVLKA @ http://www.evlka.de/content.php?content ... 4&id=11463 , wo auch über die Tagung derEvangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers“ am 7. Oktober 2009 in Hannover berichtet wird.
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 Betreff des Beitrags: Kirchen-„ERKLÄRUNG“: „Lippendienst“/„geschwätzigem Papier“
BeitragVerfasst: 2009-10-31, 13:51 
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Siehe die Stellungnahme und Veröffentlichung vom Dienstag, den 13. Oktober 2009 um 18:04 Uhr von Helmut Jacob : »Geschwätziges Papier: Die Erklärung der Ev. Landeskirche Hannover vom 07.10.2009« in READERS EDITION @ http://www.readers-edition.de/2009/10/1 ... m-07102009 und die bisher 6 dazugehörigen Leser-Kommentare / Reaktionen ( zwei davon von Martin Mitchell [ der jedes mal einfach den evangelischen Pfarrer Dierk Schäfer[/b] zitiert ], erstens am Sonntag am 18. Oktober 2009 um 04:26 Uhr; und zweitens am Montag 19. Oktober 2009, um 10:37 Uhr MEZ ).
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 Betreff des Beitrags: Entschädigung für „Ehemalige Heimkinder“ lange überfällig !
BeitragVerfasst: 2009-10-31, 14:09 
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Der evangelisch-lutherische Pfarrer Dierk Schäfer ( Diplom-Pädagoge und Diplom-Psychologe ) im Ruhestand, in seinem Blog »Dierk Schaefers Blog« am 18. Oktober 2009 äußert sich wie folgt – versucht [ m.E. weiterhin vergeblich ! ] die 'Christen' in seiner eigenen Kirche und in der Politik betreffend der „Heimkinderproblematik“ eines Besseren zu belehren:

... und ich bin wiederrum authorisiert diese seine Aussage, auch HIER, an die gesamte EVANGELISCHE KIRCHE IN DEUTSCHLAND und an die gesamte deutsche Gesellschaft weiterzugeben

Offener Brief an den Präsidenten des Diakonischen Werkes
[ der ( gesamt ! ) „EVANGELISCHEN KIRCHE IN DEUTSCHLAND“ ( „EKD“ )
Klaus-Dieter K. Kottnik ]

Sehr geehrter Herr Präsident,

mir wurde das [ mit ihnen von Katrin Heise geführte ] Interview zugeleitet, das Sie im Programm »Deutschlandradio Kultur« am 15.6.09 gegeben haben ( http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/982407/ ).

Dieses Interview hat mich bestürzt. Ich finde es unerträglich, wenn Sie auf die bedrückenden Zeugnisse ehemaliger Heimkinder mit den Erlebnissen anderer Heimkinder antworten, denen es anscheinend besser ergangen ist. Selbst wenn die Mehrheit der Heimkinder im fraglichen Zeitraum nicht unter Zwangsarbeit, Mißhandlung, Mißbrauch und ständigen Demütigungen gelitten haben mag, selbst wenn eine Vielzahl der damaligen Heimkinder dank des Heimaufenthaltes eine positive Wende ihres Lebenslaufes erfahren durften, so ist dies doch nicht gegen die Erlebnisse einer Vielzahl ehemaliger Heimkinder in Stellung zu bringen, deren Heimbehandlung man nur verbrecherisch nennen kann. Diese Leidensberichte sind vielfach nicht nur unter dem Aspekt forensischer Glaubwürdigkeitsbeurteilung authentisch, sondern inzwischen auch für einige Heime wissenschaftlich belegt. Daß es offensichtlich auch Heime oder Gruppen in den Heimen gab, in denen nicht zerstörerisch gearbeitet wurde, verschärft diesen Befund zu einer Anklage: Die »Schwarze Pädagogik« war offensichtlich nicht dem Zeitgeist, den knappen Mitteln oder dem schlecht ausgebildeten Personal geschuldet, denn es ging nachweislich ja auch anders. Insofern kann man Dr. Michael Häusler im Archiv des Diakonischen Werkes nur ermuntern, auch die positiven Fälle in die Öffentlichkeit zu tragen.

Sie haben Recht, wenn Sie sagen, daß es bei aller historischen Aufarbeitung, immer noch nicht klar ist], um wie viele Menschen es sich tatsächlich handelt. Doch für die vielen, deren schlimmes Heimschicksal nun vorliegt, kann man sich doch bereits Gedanken machen über Entschädigungsmöglichkeiten.

Ihre Interviewpartnerin [ Katrin ] Heise fragte: Also ein Entschädigungsfonds zum Beispiel, gebildet aus dem Staat, den Kirchen und aber auch den Unternehmen, die die Kinder ja haben arbeiten lassen. Wurde so was schon mal gedacht? Und Sie antworteten: Was gäbe es dafür für Kriterien? Die müssten dafür aufgestellt werden. Ich sage es noch einmal: Ich möchte dem Runden Tisch nicht vorgreifen.

Diese Antwort ist unerträglich. Ein ehemaliges Heimkinder schrieb mir, wenn der Runde Tisch planmäßig seinen Bericht im Jahre 2011 vorlegen wird, dürfte aber ein Teil der betroffenen Heimkinder nicht mehr unter uns weilen.

Zudem wurden bereits Kriterien genannt. Am 2. April habe ich dem Runden Tisch im Rahmen der Anhörung ( http://dierkschaefer.wordpress.com/page/3/ ) Vorschläge gemacht ( http://dierkschaefer.files.wordpress.co ... age-rt.pdf ).

Es mag vielleicht tauben Ohren gepredigt gewesen sein, aber die Vorschläge liegen auf dem Tisch und sind im Internet zugänglich. Das muß man nicht genauso machen, wie ich das vorgeschlagen habe, aber diese Richtung wird gar nicht verfolgt, zumindest nicht erkennbar.

Es gibt einen Tatanteil, der pauschal behandelt werden kann, das ist die nachgewiesene Zwangsarbeit. Ich habe hierfür einen Fonds »Äquivalenzzahlungen für entgangene Rentenansprüche« vorgeschlagen.

Weiter gibt es einen Tatanteil, dessen Folgen therapeutisch angegangen werden können. Die Bezahlung der Therapien kann pauschal beschlossen werden; die Therapiekosten wären dann von den Therapeuten über einen Therapiefonds abzurechnen.

Schließlich – und das, aber nur das, geht nicht mehr pauschal – ist ein Fonds für die Entschädigung einzelner einzurichten. Hier benötigt man die Einzelfallprüfung, die allerdings so ausfallen muß, daß Retraumatisierungen vermieden werden. Auch dafür habe ich Vorschläge gemacht ( http://dierkschaefer.wordpress.com/2009 ... -forschen/ ).

Sie erwecken mit Ihrer Antwort auf Frau Heise leider den Eindruck, daß hier auf Zeit gespielt wird. Sollte dieser Eindruck falsch sein, entkräften Sie ihn bitte.

Eins noch: Ich bin Pfarrer und vermisse generell das Bemühen um theologische Aufarbeitung der Vorkommnisse in den Heimen. Diese Einrichtungen waren dem christlichen Glauben verpflichtet. Hier wäre der Gedanke des Rettungshauses nicht nur in seiner Negativausprägung, sondern grundsätzlich zu beleuchten; auch die Trias von Demut, Demütigung und Menschenrechten.

Ich vermisse zudem die Bußfertigkeit der Kirchen, eine Bußfertigkeit, die über Lippenbekenntnisse hinausgeht.

Ich vermisse noch etwas. Dietrich von Heymann schreibt unter Bezugnahme auf Herbert Braun »Gott ist nicht, ER geschieht – und zwar in der Begegnung der Menschen, zwischen dem Du und dem Ich.« ( Deutsches Pfarrerblatt, 10/2009, S. 552 ) In so mancher Äußerung von kirchlicher Seite gegenüber Heimkindern erkenne ich leider nicht, daß Gott geschieht. An die Stelle von Gott ist die Abwehr getreten. Die frühe christliche Gemeinde erlebte das Geschehen Gottes in der Erinnerung und Vergegenwärtigung des Gekreuzigten. Sie hat Gott im Leiden eines Menschen erkannt. Warum wehren wir uns so dagegen, in den geschundenen Heimkindern Gott zu erkennen und zu respektieren? Ist es der kirchliche Tatanteil oder nur die schnöde Kostenfrage?

Die Täterschaft trifft wohl niemanden von uns noch persönlich – aber die Verantwortung. Beispielhaft ist für mich der Kniefall von Willy Brandt, der Kniefall eines an den Verbrechen Unschuldigen und stellvertretend auch für uns unschuldige Nachgeborene. Am Mahnmal im Warschauer Ghetto geschah Gott.

Mit freundlichem Gruß
Dierk Schäfer
Freibadweg 35
73087 Bad Boll

BESCHLAGWORTET MIT: Diakonie, Entschädigung, Heimkinder, Kottnik
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 Betreff des Beitrags: Legitime initiale Forderung von insgesamt 25 Milliarden Euro
BeitragVerfasst: 2009-10-31, 14:34 
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Legitime initiale Forderung von insgesamt 25 Milliarden Euro für die Entschädigung von voraussichtlich mehreren Hundertausend „ehemaligen Heimkindern“ / „Betroffenen“ / „Geschädigten“ / „Anspruchsberechtigten“.

Beitrag 155 im heimkinder-forum.de
@ [ Bitte manuell in die Adresszeile deines Browsers eingeben ]http://heimkinder-forum.de/v2/heim-talk/offener-talk-heime/7625-wer-teilt-die-meinung-der-anwälte-und-dem-jetzigem-vorstand-vom-veh-ev/index6.html im Thread »Wer teilt die Meinung der Anwälte und dem jetzigem Vorstand vom Verein ehemaliger Heimkinder e.V. ( VEHeV ) ?« [ Dies ist keine Empfehling HIER eines konkurierenden Forums. Es ist einfach nur eine notwendigen QUELLE-Angabe. ]

[ Martin Mitchell ] »martini« - verfaßt Dienstag, 27. Oktober 2009, um 02:30 Uhr MEZ

Zitat:
Beitrag 148 von »Ulis« vom Sonntag, 25. Oktober 2009, um 16:44 Uhr MEZ:

Immer wieder ist zu lesen, dass es abenteuerlich ist, über eine so schwindelerregende Summe zu sprechen. Ein "no go" quasi.

Dabei ist es doch so einfach im Grunde genommen. Nehmen wir an, ein einziges Kind hat gelitten damals. Und das wird nun krank, es stellt sich heraus, dass es die damalige Zeit war, die Erziehungsmethoden damals.

Das Kind bekommt Recht. Wie teuer wird es? Richtig, 50 000,-Euro.

Jetzt kommt ein zweites Kind/Opfer dazu. Ist es noch ausrechenbar? Ich denke schon. Macht 100 000,-

Was aber, wenn es nun zwanzig Opfer sind? Ist es dann zu schwer, das auszurechnen? Oder wenn es gar 200, 2000 oder sogar 20000 Opfer sind, ist dann die Rechenleistung der Menschheit erschöpft?

So, nun mal nachdenken: wie viele waren es damals? Wobei die Dunkelziffer ja noch nicht mal erwähnt wurde. Will heißen, manche melden sich gar nicht, haben das Glück, (noch) nicht erkrankt zu sein und so weiter.

Ja, Leute, da kommen dann schon einige Menschen zusammen. In der Summe.

Wenn es dann am Ende zu hoch aussieht, was soll man dann tun? Jedem Opfer ein Puddingplätzchen überreichen? Oder einen Kino-Gutschein?

Unabhängig und eigenständig von mir einem Laien formuliert und mit niemanden zuvor besprochen ( und meine tägliche Sprache ist Englisch; nicht Deutsch ).

Ich persönlich setze mich für die „Belange“ ALLERBETROFFENEN“ ein, würde aber nicht die „Verantwortung“ übernehmen wollen SIE ALLE „formell“, „offiziell“ und „juristisch“ zu „vertreten“.

Ich setze mich nicht für „Nicht-Betroffene“, „Scharlatane“ oder „Trittbrettfahrer“ ein.

Niemand kann meinen persönlichen und ehrenamtlichen „Einsatz“ in keinster Weise als „Ungerechtigkeit“, „Lüge“, „allgemeine Rechtsverdrehung“ oder „Geldgier“ dahinstellen.

Der „Verein ehemaliger Heimkinder e.V.“ ( „VEHeV“ ) in strenger Einhaltung aller demokratischen Strukturen und Prinzipien, vertritt alle „Betroffenen“ / „Geschädigten“ / „Anspruchsberechtigten“, die sich bisher mit dem „Verein“ in Verbindung gesetzt haben und setzt sich ebenso auch für all diejenigen ein, die sich noch nicht gemeldet haben.

Der „Verein ehemaliger Heimkinder e.V.“ ( „VEHeV“ ) setzt sich nicht für „Nicht-Betroffene“, „Scharlatane“ oder „Trittbrettfahrer“ ein.

Die Hamburger Rechtsanwaltskanzlei Dr. Vehlow und Wilmans ( seit Herbst 2006 mandatiert ) – aktierender Anwalt: Gerrit Wilmans ! – und ihr Münchener Partner und juristischer Berater Michael Witti, vertreten „die rechtlichen Interessen“ nicht nur der Mitglieder des „Verein ehemaliger Heimkinder e.V.“ ( „VEHeV“ ), sondern auch „die rechtlichen Interessen“ aller anderen und weiteren „ehemaligen Heimkinder“ / „Betroffenen“ / „Geschädigten“ / „Anspruchsberechtigten“, die sich noch nicht gemeldet haben.

Die mandatierte Rechtsanwaltskanzlei Dr. Vehlow und Wilmans und ihr juristischer Berater Michael Witti setzen sich nicht für „Nicht-Betroffene“, „Scharlatane“ oder „Trittbrettfahrer“ ein.

Der initial einzurichtende „Ehemalige-Heimkinder-Entschädigungsfonds“ von 25 Milliarden Euro wird weder von mir, noch vom „Verein ehemaliger Heimkinder e.V.“ ( „VEHeV“ ), noch von der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Vehlow und Wilmans, noch von ihrem juristischen Berater Michael Witti verwaltet werden.

Verteilung an „Betroffene“ / „Geschädigte“ / „Anspruchsberechtigte“ der „Entschädigungsgelder“ aus dem initialen „Ehemalige-Heimkinder-Entschädigungsfonds“ von 25 Milliarden Euro würde durch einen offiziellen „Treuhänder“ / eine „Treuhandschaft“ / eine Art „Claims Conference“ / „Trusteeship“ stattfinden. Niemand könnte sich illegitim auch nur mit einem einzigen Euro davonmachen ( nicht absichtlich oder unabsichtlich ! ).

Unterzeichnet: Martin Mitchell – Adelaide, Süd Australien, den 27. Oktober 2009.


Siehe auch noch mal:

FORDERUNG @ http://hpd.de/node/7135 ( und Anhang zweier PDF-Dokumente )

RECHTSANWÄLTE @ http://www.vehlow-wilmans.de/Heimkinder.html

VEREINSWEBSEITE @ http://veh-ev.info/index.php?id=43

INTERNATIONALE KONTAKTE @ http://veh-ev.info/index.php?id=43&subid=64

EHEMALIGE HEIMKINDER BLOG @ http://heimkinderopfer.blogspot.com/200 ... chive.html
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 Betreff des Beitrags: »DIE UNWERTIGEN«/»HEIMKINDER-UEBERLEBENDE«/»HEIMKINDEROPFER«
BeitragVerfasst: 2009-11-01, 09:53 
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KINO-DOKUMENTARFILM - „Heimkinderalsunwertes Lebenabgestempelt, und weiterhin ( vielerorts ! ) in der frühen Bundesrepublik Deutschland als solches behandelt !

Nochmaliger Hinweis / Update – nach der ersten Aufführung dieses Dokumentarfilms in Berlin

QUELLE: WELTEXPRESS – NACHRICHTEN AUS ALLER WELT

@
http://www.weltexpress.info/cms/index.p ... 66909e6f05

»Die Unwertigen«

26. Oktober 2009 – 13:30 Uhr

„Eine Geschichte ständiger Verdrängung.“ – Im Gespräch mit Renate Günther-Greene über ihren Dokumentarfilm „Die Unwertigen“

Berlin (Weltexpress) – Bereits in ihren Dokumentarfilmen „Das G muss weg“ und „Ein Mann hört zu“ setzte sich Regisseurin Renate Günther-Greene für die Anliegen von Menschen ein, deren Leiden und Probleme kaum gesellschaftliche Beachtung fanden. Ihr neuer Dokumentarfilm erzählt die Geschichte der Kinder, welche Opfer des nationalsozialistischen Reinheitswahns wurden. „Die Unwertigen“ berichtet über die als unwert ausgesonderten Kinder. Sie wurden in Heime, Anstalten und Jugend-KZs gesperrt. Diejenigen, die nicht ermordet wurden, wurden misshandelt, vernachlässigt, vergessen. Bis weit in die Nachkriegszeit setzt sich das Verbrechen gegen „Die Unwertigen“ fort, ausgeübt von einem Erziehungssystem, welches die rassische Unterteilung in gute und schlechte Kinder aus der SS-Zeit weitgehend übernimmt. Regisseurin Renate Günther-Greene widmet sich in ihrem bewegenden Dokumentarfilm „Die Unwertigen“ einem verleugneten Kapitel deutscher Geschichte. Vier Einzelschicksale führen exemplarisch vor Augen, was es bedeutete, zu den „Unwertigen“ zu gehören.

Sie wirkt gefasst, als sie den Kinosaal verlässt. Eine ernste Frau, die mit ruhiger Stimme spricht. Den Film hat sie schon mehrfach gesehen, ihren Film. „Das Thema ist im Film ganz neu. Das gab es so im Kino noch nicht.“ Doch es ist mehr als das einzigartige Thema, welches „Die Unwertigen“ beeindruckend und bezwingend relevant macht. „Kinder, die in der Naziideologie als unwert galten, wurden aussortiert und umgebracht. So bin ich auf den Titel „Die Unwertigen“ gekommen.“ Als Impuls für ihren Dokumentarfilm nennt sie das Schicksal eines Bekannten. Anfang der vierziger Jahre kam er, von den Nazis eingestuft „als nicht erziehbar“, mit vier Jahren in den Euthanasiepavillon der Nervenheilanstalt Spiegelgrund in Wien. Im Gespräch berichtet sie auch von persönlichen Kindheitserlebnissen: „Ich kenne das, keinen Kontakt zur Mutter zu haben. Ich war selbst für vier Jahre in einem Heim.“

Besonders schockierend empfindet sie, dass Erziehungsmethoden und Wertesystem der SS-Zeit bis Ende der 60er Jahre beibehalten wurden: „Die haben sich genauso verhalten, wie die Nazis. Es war das gleiche Gedankengut. Hätte sich nicht eine Psychologin, Frau Zovkic, für Frau Schreyer eingesetzt, wäre sie immer noch eingesperrt. Die wertlosen Kinder lebten in einer gesellschaftlichen Nische nach dem Krieg. Keiner kümmerte sich um sie. Meistens war es Heime der Diakonie oder katholische Heime. Aber sie verhielten sich nicht christlich. Die Gesellschaft hat das damals nicht in Frage gestellt.“ Über das Finden der „unwertigen“ Kinder erzählt Renate Günther-Greene: „Es war ein richtiger Jugendtourismus. Die haben die Kinder quer durch Deutschland geschippert, um die Spuren zu verwischen. Dann wurden die Eltern lange nach dem Tod benachrichtigt. Teilweise haben Angehörige gemerkt, daß da etwas nicht stimmt. Es war das gleiche Prinzip wie zur Nazizeit.“

Drei Monate recherchierte Renate Günther-Greeene, um ein Exposé zu verfassen und sich in das Thema einzuarbeiten. Sie hatte die verbliebenen Dokumente vor Augen, hat die Orte besucht, mit den Betroffenen gesprochen. „Das Recherchieren war schlimmer als das, was ich beim Dreh erlebt habe. Es war erschütternd festzustellen, dass man die Kinder aussortiert hat wie wertlosen Müll.“ Mehr als zwanzig Fälle recherchierte Renate Günther-Greene. Die Täter bleiben im Dunkeln. Günther-Greene: „Das ist die Erwachsenengeneration der Dreißiger. Die sind alle tot.“ – „Aus dem Leben geschlichen“, sagt Richard Sucker in „Die Unwertigen“ mit bitterer Stimme. Über seine Kindheitserlebnisse als von den Nazis in ein Heim Gesperrter schreibt er in dem Buch „Schrei zum Himmel“. Einmal gelang es der Regisseurin, einen der Täter ausfindig zu machen: „Einen Erzieher habe ich getroffen, der ist über 90 gewesen. Aber er hat nicht genehmigt, daß ich das Gespräch veröffentliche.“ Die Bezeichnung „Erzieher“ für die Aufseher in den Heimen scheint ihr zuwider. Nach den Berichten der ehemaligen Heiminsassen scheint das Wort grotesk. In den Anstalten wurde nicht erzogen, es wurde eingesperrt, gestraft, an Seele und Körper misshandelt. Die Betreuer waren Wärter, die Kinder Gefangene. Hilfe für die Opfer gab es nicht, beklagt Günther-Greene: „Das Problem wurde gar nicht erkannt. Es gab keine psychologische Betreuung. Nichts.“

Schuld daran ist vor allem die unveränderte entwertende Einstufung der gequälten, ihren Familien weggenommen Überlebenden als eigentliche Schuldige. Wie andere während des Nationalsozialismus verfolgte Gruppen, zum Beispiel Homosexuelle, wurden die Kinder als Schuldige betrachtet. Günther-Greene erklärt: „Wie man in Deutschland mit dem Thema umging, das ist eine Geschichte ständiger Verdrängung.“ Indem sie „Die Unwertigen“ in eindringlichen Berichten das Erlittene schildern lässt, will Renate Günther-Greene zu einem angemessenen Täter-Opfer-Bild beitragen. Die Kinder und Jugendlichen sind die Leidtragenden, ob sie als geistig minderwertig oder asozial eingestuft wurden, die Naziideologie ablehnten oder Swing-Musik hörten. Günter Discher erinnert sich in „Die Unwertigen“, wie seine Liebe zum Swing ihn ins Jugend-KZ brachte. Discher, ein ehemaliges „Problemkind“, welches mittels Disziplin und Zwangsarbeit sozial gepaßt werden sollte. Eine Vorgehensweise, die in unserer Gesellschaft beängstigend nahe liegt. „Wir haben diese bewertende Sicht auf Jugendliche immer noch nicht ganz abgelegt. Noch immer wird von schwer erziehbaren Kinder gesprochen. Man wird nicht schwer erziehbar geboren. Die Kinder sind nicht Täter, sondern Opfer.“

Entschlossenheit liegt in der Stimme der Regisseurin. Die übergreifende Thematik ihrer Arbeit ist nicht ausschließlich die Ermordung und Aussonderung „unwerter“ Kinder und Jugendlicher während der NS-Zeit:„Es geht nicht nur um das Euthanasie-Thema, sondern die Sicht auf die Jugendlichen.“ Bis in die 60er Jahre bleibe die Unterteilung in „gute und „schlechte“ Kinder erhalten. Die Heimkinderdebatte und der Kampf Herrn Suckers und anderer Betroffener um eine Entschädigung machen „Die Unwertigen“ zu einem Werk von besondere Aktualität und Brisanz. Ihr Wunsch ist, so Günther-Greene, mit „Die Unwertigen“ auf das Schicksal der Heiminder aufmerksam zu machen und die Zusammenhänge verständlich zu machen.

Die Filme der engagierte Filmemacherin handeln immer von Ausgeschlossenen, am Rande der Gesellschaft Stehenden:„Es geht um Flüchtlinge, den Verlust von Heimat und Beziehungen. Es sind alles Filme, die mit Ausgrenzung zu tun haben. Es scheint ein roter Faden in meiner Arbeit zu sein, von Menschen und Schicksalen zu berichten, die sonst keine Stimme hätten. “

„Die Unwertigen“ ist ein in seiner ergreifenden Kraft außergewöhnlicher Film. Ein wichtiges Werk, welches die Aufmerksamkeit einer breiten Zuschauerschaft verdient. Bisher hat „Die Unwertigen“ erst einige engagierte Kinos gefunden. Die Regisseurin Renate Günther-Greene hofft , „...dass es möglich ist, diesen Film in vielen Städten zu zeigen. Denn „Die Unwertigen“ ist kein Film, der massenweise Geld einbringt. Man kann nur hoffen, dass Kinos ihn spielen, weil sie sich gesellschaftlich diesem Thema verpflichtet fühlen.“


Kontakt Filmverleih:
Agentur Kulturprojektor
Daniel Karg
Tel.: 05132 857 99 07
Fax: 05132 856 004
Mobil: 0179 541 7332
daniel.karg@kulturprojektor.de


Titel: Die Unwertigen
Start: 19. November
Regie und Buch: Renate Günther-Greene
Mit: Waltraut Richard, Richard Sucker, Günter Discher, Elfriede Schreyer
Verleih: Agentur Kulturprojektor
www.kulturprokjektor.de | www.die-unwertigen.de

[ Für mehr Hinweise auch auf andere Webseiten zum Thema, siehe das Original. ]
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 Betreff des Beitrags: Verschiedene Kategorien „ehemaliger Heimkinder“ ? ? ? ? ?
BeitragVerfasst: 2009-11-01, 10:10 
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Verschiedene Kategorien „ehemaliger Heimkinder“ -
Wie finden
WIR sie und wie bringen WIR sie ALLE zusammen in EINER VEREINIGUNG ? - Denn... Nur gemeinsam sind wir stark !

Wie kann man sie ALLE finden ? – Wie kann man ihnen HEUTE behilflich sein ? – Wer wird ihnen ALLEN helfen ? – Wer setzt sich für sie ALLE ein ? – Wie können wir sie DAVON überzeugen sich UNSEREM VEREIN anzuschließen und sich ALLE der Interessenvertretung – d.h. der Vertretung ihrer ALLER Interessen ! – durch UNSERE ANWÄLTE anzuvertrauen ? – Wie kann ein jeder VON UNS dazu beitragen dies herbeizubringen und zu erzielen ? – Wie können wir UNS gegenseitig stärken und gemeinsam wachsen ?

Verschiedene Kategorien von »Heimkindern« wurden damals in der »Bundesrepublik Deutschland« in »totale Instutitionen« » eingewiesen«; und viele, die auch schon im Dritten Reich in diesen »totalen Institutionen« »interniert« worden waren, »verblieben«, auch nach dem Zusammenbruch, weiterhin in diesen »totalen Institution« unter den gleichen Bedingungen wie zuvor und in der »Obhut« des gleichen Personals wie zuvor, und waren auch noch zehn oder fünfzehn Jahre später dort »eingesperrt« ( bekannte unterschiedliche Beispiele, u.a.: Paul Brune; Fredi Saal; Paul Wulf; Waltraut Richard; Richard Sucker; Günter Discher; Elfriede Schreyer; Willi Kappes; Dorothea Buck ).

Viele dieser »Heimkinder« waren vielleicht auch als »körperlich behindert«, »geistig behindert«, »schwachsinnig«, »lernbehindert«, »lernunfähig«, »minderwertig« oder »labil« »eingestuft worden« und blieben auch weiterhin, nach dem Zusammenbruch, so »kategorisiert« und »abgestempelt«, und daher »eingesperrt«; und sie wurden auch vielfach zwischen »Heimen«, »Anstalten« und »Psychiatrien« hin und hergeschoben; und seit 1980 schiebt man einige auch einfach für einige Zeit zur Arbeit auf »Bauernhöfen« ins Ausland ab. ( Der heute in diesen letzteren sogenannten »intensivpädagogischen Maßnahmen im Ausland« für deutsche Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren direkt involvierte Pädagoge Holger Wendelin berichtet, daß sich, z. B., im Dezember 2006 „rund 600 Kinder und Jugendliche“ im Ausland befanden. Holger Wendelin, der Mann, der das Büro des »Runden Tischs Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren« leitet, und dem wir uns und unsere Akten anvertrauen sollen ! ? )

[ Es befinden sich sogar ab und zu – ohne das Wissen australischer Child Welfare oder Immigration Behörden, oder der Behörden überhaupt ! – deutsche Kinder und Jugendliche undergoing „Maßnahmen“ / d.h. „Arbeitserziehungsmaßnahmen“ in Begleitung ihrer „Betreuer“ / „Erzieher“ im Lande ( in Australien ! ) als „Touristen“ / „Urlauber“ ( d.h., als solche geben sie sich aus ! ) ! – und das wird in vielen, vielen anderen fremden Ländern der Erde ( nicht nur in Polen, Rumänien und Bulgarien, aber sogar auch in Sibirien und Nikaragua und Namibien ! ) genauso gehandhabt von deutschen Jugendämtern und Kommunalen Verwaltungen oder deutschen Landesbehörden oder Stadtbehörden so betrieben ! – und Private Träger ( business enterprises ! ) und Kirchliche Träger ( busines enterprises ! ) verdienen jährlich viel Geld damit ... Gesamtsummen in Milliardenhöhe ! ]

Um das Schicksal all dieser damaligen »Heimkinder« will sich der »Runde Tisch Heimerziehung« – Antje Vollmer’s »Kleine Wahrheitskommission« – jedoch nicht kümmern, obwohl all diese »Insassen« / »Internierten« / »Verwahrten« / »Bewahrten« / »Deportierten« / »Sonderbehandelten« all dieser damaligen »totalen Institutionen« vielfach genauso »misshandelt, missbraucht und ausgebeutet wurden« – gleicherweise in kirchlichen und staatlichen »totalen institutionen« »misshandelt, missbraucht und ausgebeutet wurden« – wie alle anderen damaligen »Heimkinder« auch.

Der »Runde Tisch Heimerziehung« – d.h. der sogenannte »Runder Tisch Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren« will sich nur um die damaligen »Heimkinder« kümmern, die damals gemäß dem »Reichsjugendwohlfahrtsgesetz« ( »RJWG« ) bzw. dem »Jugendwohlfahrtsgesetz« ( »JWG« ) in »totalen Institutionen« »interniert gewesen waren« und nur ihre Geschichteaufarbeiten“, und dieseAufarbeitungsoll sich dann auch nur auf den Zeitraum zwischen 1950 bis 1969 beschränken.

Fakt jedoch ist, daß damalige »Heimkinder« / »Zöglinge«, im Zeitraum von 1933 bis 1992, nicht nur unter Anwendung des »Reichsjugendwohlfahrtsgesetz« ( »RJWG« ) bzw. des »Jugendwohlfahrtsgesetz« ( »JWG« ) »eingesperrt«, »interniert«, »verwahrt«, »bewahrt« und »deportiert« werden konnten und wurden; mal völlig davon abgesehen von der Frage ob solche »Maßnahmen« ( welche »Maßnahmen« auch immer zwischen 1933 und 1992 in Deutschland ihre Anwendung fanden ! ) überhaupt rechtmäßig und gesetzmäßig waren, oder auch überhaupt von „christlichen Werten“ zeugten und damit vereinbar waren.

Dann gab es natürlich damals auch noch zusätzlich das »Erbgesundheitsgesetz« [ dieses Gesetz soll „in weiten Teilen durch Inkrafttreten des Grundgesetzes 1949 außer Kraft gesetzt worden sein, und „in den verbleibenden Teilen 1974 aufgehoben“ worden sein ! ] und die Kategorisierung »junger Menschen« – »Heimkinder« / »Zöglinge« – gemäß »eugenischen Kriterien« ( biological paradigm of eugenics: »racial hygiene« and »mental hygiene« ) die weiterhin bis in die 1970er Jahre in Deutschland – besonders in Westdeutschland ! – fortbestanden und angewandt wurden. Und teilweise auch auf Grund dessen waren auch, nachweislich, zum Beispiel, im Jahre 1956 mindestens auch 693 uneheliche »Mischlingskinder« / »Afrodeutsche Besatzungskinder« in »totalen Institutionen« in Westdeutschland untergebracht. Wo sind diese Leute heute ? - in Deutschland, in den USA, in Süd Amerika, oder in Afrika ? - Wie finden wir sie ? ... oder sie UNS ?

Später, in den 1960er Jahren waren dann auch einige ältere »Heimkinder« auf Grund des in 1961 in Kraft getretenden bundesdeutschen »Bewahrungsgesetzes« in »totalen Institutionen« untergebracht, d.h. »interniert« – und »weiterhin interniert« auch »nachdem sie mit 21 Jahren ihre Volljährigkeit erreicht hatten«.

»Der Deutsche Bundestag [ aber ] hat den Runden Tisch Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren [ nur ] mit der Aufarbeitung der Jugendhilfepraxis im Bereich des Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes (RJWG) bzw. Jugendwohlfahrtsgesetzes (JWG) beauftragt.« teilt Referent Holger Wendelin am 21. April 2009 im Auftrage von Frau Dr. Vollmer und im Auftrage der »Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe« ( »AGJ« ) einem Behinderten, Helmut Jacob ( damals ein »behindertes Heimkind« im »Johanna-Helenen-Heim der Evangelischen Stiftung Volmarstein« ( »ESV« ) ) schriftlich mit.

Helmut Jacob persönlich ist ein hochengagierter Opferrepresentant behinderter »ehemaliger Heimkinder« - der »„Freie Arbeitsgruppe Johanna-Helenen-Heim 2006“ (FAG JHH 2006)« und seit Mitte 2006 Betreiber der Webseite http://www.gewalt-im-jhh.de/, wo das oben erwähnte Ablehnungsschreiben, von Referent Holger Wendelin, vom 21. April 2009, in der Rubrik »Runder Tisch Berlin« @ http://www.gewalt-im-jhh.de/Runder_Tisc ... nen_u.html eingescant worden ist und aufrufbar ist ( bitte dort ein wenig runter scrollen ! ).

In den meisten der damals in Westdeutschland bestehenden »totalen Institutionen« in denen Kinder und Jugendliche sich »in der Obhut des Staates und der Kirchen befanden«, geht es um »Misshandlungen«, »Missbrauch«, »Ausbeutung«, »Zwangsarbeit«, »Menschenrechtsverletzungen« / »Menschenverbrechen« / »Menschenrechtsverbrechen« – und dies nicht nur im „Einzelfall“ !
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 Betreff des Beitrags: Liste aller damaligen Heime bleibt weiterhin aus. WARUM ?
BeitragVerfasst: 2009-11-15, 08:36 
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Verantwortlichen-Pflicht HEIMKINDERN vollständige Heimliste zu geben !

im EHEMALIGE HEIMKINDER BLOG @ http://www.heimkinderopfer.blogspot.com

THURSDAY, NOVEMBER 12, 2009

Orte der Qualen „ehemaliger Heimkinder“. Wann wird man den Opfern eine vollständige Liste aller damaligen Heime zur Verfügung stellen ?

EHEMALIGES HEIMKIND Martin Mitchell in Australien fragt
( aber auch der „Verein ehemaliger Heimkinder e.V.“ ( „VEHeV“ ) möchte wissen ! ):

Wann werden „ehemalige Heimkinder“ endlich von den KIRCHEN und dem STAAT und den direkten und indirekten NUTZNIESSERN ihrer „institutionellen Zwangsarbeit“ eine vollständige Liste aller damalig zwischen 1945 und 1985 in „Westdeutschland“ bestehenden und von IHNEN betriebenen „Heimen“ / „Wirtschaftsbetrieben“ / „Arbeitsausbeutungsstätten“ zur Verfügung gestellt bekommen ? – Wann wird solch eine vollständige Liste freiwillig von allen „Verantwortlichen und „Mitverantwortlichen“ für jedermann frei zugänglich im Internet veröffentlicht werden ? – Die „Heimkinderopfer“ fragen jetzt schon nach solch einer Liste seit dem Jahre 2003 !

Darum gebeten wurde zum Beispiel auch von EHEMALIGES HEIMKIND im Diakonie-Forum im Thread »Heimliste« :
Mittwoch, 22. Oktober 2008, um 06:50 Uhr MEZ
http://www.diakonie-forum.de/themen-und ... heimliste/
Samstag, 22. November 2008, um 06:34 Uhr MEZ
http://www.diakonie-forum.de/themen-und ... ndex3.html
Sonntag, 23. November 2008, um 06:42 Uhr MEZ
http://www.diakonie-forum.de/themen-und ... ndex3.html
Montag, 28. November 2008, um 06:04 Uhr MEZ
http://www.diakonie-forum.de/themen-und ... ndex4.html
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LABELS: Arbeitsausbeutungsstätten, Heimen, Heimkinderopfer, Kirchen, Liste aller damaligen Heime, Mitverantwortlichen, Nutzniessern, Verantwortlichen, Westdeutschland, Wirtschaftsbetrieben, Zwangsarbeit
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 Betreff des Beitrags: MISSHANDELTE HEIMKINDER fordern angemessene Entschädigung
BeitragVerfasst: 2009-12-31, 09:28 
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„Ehemalige Heimkinder der alten Bundesländer von 1945-1985“ und die ihnen wiederfahrenen Leiden müssen angemessen entschädigt werden !

Meines Erachtens, sehr, sehr wichtig zu berücksichtigen in dieser ganzen Sache und ganz besonders auch in der diesbetreffenden ENTSCHÄDIGUNGSFRAGE, ist, daß wir ja keinen Krieg mehr hatten als diese Geschehen stattfanden, daß es keinen Führer mehr gab, der solche Dinge wie sie Heimkindern in Westdeutschland widerfahren sind angeordnet hatte, und dessen Befehl man auszuführen hatte. Mit solchen Ausreden können sich die Täter und ihre Rechtsnachfolger also nicht herausreden. Und gerade dieser Unterschied, sollte, meines Erachtens, auch immer und immer wieder hervorgehoben werden. Die Verbrechen, die gegen UNS begangen wurden, zu Friedenszeiten, und in einer „Demokratie“, müssen daher, unter jeder Rechtsordnung, rechtsmäßig als viel, viel schlimmer eingestuft und bewertet werden, als Verbrechen begangen unter einer „Diktatur“; und eine und jede den Opfern zustehende ENTSCHÄDIGUNG muß auch dies in Betracht ziehen und berücksichtigen, und die einem jeden zustehende ENTSCHÄDIGUNG muß daran gemessen werden. Bisherige Aussagen, daß es den Täterorganisationen „Leid tut“ was da damals vor sich ging, überzeugen mich leider nicht, und sind, meines Erachtens, alles nur leere Worte – "zu banal".

Man kann und darf nicht darüber hinwegsehen und nicht vergessen, daß die „Zwangsarbeit“ der HEIMKINDEROPFER „Zwangsarbeit“ zu Friedenszeiten war – im „Wirtschaftswunderland Westdeutschland“ erzwungen wurde ! – und nicht auf einen „Kriegszustand“ bedingt gewesen war oder „vom Führer befohlen“ worden war.
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LABELS: Demokratie, Diktatur, Ehemalige Heimkinder, Entschädigung, Rechtsnachfolger, Täterorganisationen, Verbrechen, Wirtschaftswunderland Westdeutschland, Zwangsarbeit, Zwangsarbeit zu Friedenszeiten


Zuletzt geändert von Ehemaliges_Heimkind am 2010-01-05, 09:37, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Bitte beteiligt Euch alle an dieser Petition !
BeitragVerfasst: 2010-01-05, 09:34 
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Bitte beteiligt Euch alle an dieser Petition !

AUFRUF: Bitte beteiligt Euch alle an dieser Petition: „Öffentlicher Bußaufruf an die Kirchen in Deutschland“ – „To: Kirchen in Deutschland, evangelisch und katholisch“ @ http://dierkschaefer.wordpress.com/2009 ... utschland/ ( Sign the petition > http://www.petitiononline.com/heimkids/petition.html > http://www.petitiononline.com/heimkids/ ... -sign.html ) ( View current signatures > http://www.petitiononline.com/mod_perl/ ... i?heimkids )
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 Betreff des Beitrags: EHEMALIGE HEIMKINDER lassen verlauten – Demo in Berlin !
BeitragVerfasst: 2010-01-05, 09:43 
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Auch Heimopfer und ihre Unterstützer aus Österreich sowohl wie auch die aus Irland, Kanada und Australien dürfen sich beteiligen ! – Gemeinsam sind wir stark !United wie stand !

Alle sind willkommen teilzunehmen !All are welcome to participate !

Der „Verein ehemaliger Heimkinder e.V.“ schließt sich völlig geschlossen dieser Verlautbarung und Ankündigung an und nimmt aktiv an den Vorbereitungen zu dieser Demonstration teil !

Heimkinder-Demo in Berlin am Donnerstag 15. April 2010 !

Wir wollen eine Demo in Berlin veranstalten – eine laute, Aufmerksamkeit erregende Demonstration !

Wir sind mit höchster Anstrengung dabei, diese zu planen mit allem was dazu gehört:

Genauer Ort der Kundgebungen, Route des Demozuges, Redner aus unseren Reihen, geladene Redner,

Anfahrten mit Bussen und Mitfahrgelegenheiten, Öffentlichkeitsarbeit.

Die Demo soll am Donnerstag,15. April 2010 stattfinden, dem ersten Sitzungstag der 7. Sitzung des »RUNDER TISCH HEIMERZIEHUNG IN DEN 50ER UND 60ER JAHREN«

Wir wollen ein Zeichen setzen. Wollen klarmachen, dass die Zeit des Stillhaltens vorbei ist !

Wir lassen uns nicht länger veralbern !


Ehemalige Heimkinder
Ehemalige Schulkinder
Ehemalige Jugendliche
klagen an !

Wir klagen an
weil wir geschlagen wurden
weil wir zwangsgefüttert wurden
weil wir sexuell missbraucht wurden
weil wir gefoltert wurden
weil wir in dunklen Kellerzimmern eingesperrt wurden
weil wir seelisch zu Grunde gerichtet wurden
weil wir isoliert wurden
weil wir unzureichend ausgebildet wurden
weil wir zu Zwangsarbeit gezwungen wurden
weil man Hunde auf uns hetzte
weil man uns aufeinander hetzte und uns für gegenseitige Misshandlungen lobte
weil man uns von unseren Geschwistern trennte
weil man uns in die Kirche zwang
weil uns ehemalige KZ-Aufseher erziehen sollten
weil man uns medizinische Hilfe versagte
weil man uns sogar in den letzten 4 Jahren immer beleidigte und die Gewalt und Verbrechen an uns leugnete oder verniedlichte

Wir klagen an
die heute noch lebenden Verbrecher, die unser Leben zerstört haben
die Katholische Kirche, die die Verbrechen unter Ihrem Dach duldete
die Evangelische Kirche, die ebenfalls die Augen fest zudrückte
die staatlichen Heimträger, die ebenso Verbrechen duldeten oder übersahen und die Akten fälschten
die Landschaftsverbände, die mit Ihren Landesjugendämtern die Aufsichtspflicht nicht ausgeführt hatte
die Kommunalverwaltungen, weil sie nicht sehen und hören und schon gar nicht sprechen wollten, wenn sie doch mit den Verbrechen konfrontiert wurden
die Menschen, die unser Leid sahen und feige schwiegen

Wir fordern
Entschädigung
Entschuldigung
Rentennachzahlungen
Schmerzensgeld
Kostenübernahme für medizinische und psychologische Maßnahmen
ein Lebensende in Würde ohne Angst vor weiterer Gewalt im Altenheim

Unterstützen Sie uns !
Demonstrieren Sie mit uns !
Konfrontieren Sie Ihre Kirche mit Ihrer verbrecherischen Vergangenheit !
Berichten Sie Ihrer Zeitung von Heute, von dieser Demo !
Informieren Sie Ihren Landtagsabgeordneten, Ihren Bundestagsabgeordneten, Ihren Bürgermeister von dieser Demo !
Fordern Sie Wiedergutmachung für die Opfer !
Unterschreiben sie die Petition von Dierk Schäfer ( @ http://www.petitiononline.com/heimkids/ ... -sign.html ) !
Handeln Sie, wenn in Ihrer Umgebung Gewalt geschieht !
Und wenn Sie sich nicht trauen, rufen Sie heimlich 110 an und fotografieren Sie die Gewalt mit Ihrem Handy !


Von den irischen Heimkindern lernen und neue Wege gehen

Wenn man das alles weiß, kann man eigentlich nur schlussfolgern, dass wir als Verein einen anderen einen eigenen, sehr lauten Weg einschlagen müssen. Dieser Weg kann nur bedeuten, dass die Öffentlichkeit immer wieder auf diese himmelschreienden Menschenrechtsverbrechen an unschuldigen Kindern und Jugendlichen hingewiesen werden muss. Das braucht viel Kraft und Überwindung ! Das können nicht ein paar Ehemalige bewerkstelligen. Das muss allen Mitgliedern zu einem wichtigen Anliegen werden !
Lasst uns von den irischen Heimkindern lernen ! Lasst uns neue, phantasievolle Möglichkeiten finden, um auf uns aufmerksam zu machen ! Es gibt unendlich viele Möglichkeiten... Wir sollten sie mit Freude, Spaß, Engagement, Lautstärke, Ironie aber auch mit Ernsthaftigkeit und der entsprechenden Vorbereitung in Angriff nehmen.

Stellen wir uns mal vor:
● Die Diakonie feiert sich vor Ort, irgendwo... Heimkinder sind präsent, eingeladen oder uneingeladen, verteilen Informationsblätter, informieren selber, stehen evtl. nur dort um zu erinnern: Es gibt uns !
● Die Caritas in „Hinterposemuckel“ plant eine Veranstaltung... Sie müssen gezwungen werden, uns mit einzuplanen. Bei jeder Veranstaltung !
● Es gibt irgendwo mal wieder eine Veranstaltung zu „60 Jahre Bundesrepublik“ - wir sollten unbedingt dabei sein ! Wir haben in den Anfängen dieser Republik gelitten; wir haben uns durch das Wirtschaftswunder hindurch gehungert, wir waren eingesperrt; unserer Freiheit und Individualität beraubt, als Studenten und Lehrlinge auf die Straßen gingen, es erste Lockerungen in Schulen und Lehrbetrieben gab.
Lasst uns von den Iren lernen ! Aber lasst uns mit noch größerem Mut, noch größerer Anstrengung an unsere Aufgabe gehen ! Die Iren brauchten mehr als zwei Jahrzehnte, um ihre Entschädigungen einzufordern. Bei uns muss es zügiger gehen. Viele von uns haben keine Zeit mehr, endlos zu warten. Niemand will sich in den politischen und kirchlichen Mühlen zerreiben zu lassen !


Zusammengestellt von verschiedenen „EHEMALIGEN HEIMKINDERN als ihre eigenen Demonstrationsorginisatoren“


Die Organisatoren der Demonstration sollten jetzt vielleicht noch selbst ein paar Kontakt-Details hier, sowohl wie auch anderswo, öffentlich bekannt machen.
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Zuletzt geändert von Ehemaliges_Heimkind am 2010-01-19, 13:23, insgesamt 1-mal geändert.

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