Andere Religionen ...Toleranz?

    Diskutiere Andere Religionen ...Toleranz? im Religionspädagogik Forum im Bereich Pädagogik - Arbeit mit Kindern; Hallo! Ich bin zwar selber (noch) nicht Kindergärtnerin (überlege aber, eine Ausbildung dahingehend zu machen), habe aber trotzdem eine Frage an...
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eira
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Andere Religionen ...Toleranz? Beitrag #1
Hallo!

Ich bin zwar selber (noch) nicht Kindergärtnerin (überlege aber, eine Ausbildung dahingehend zu machen), habe aber trotzdem eine Frage an euch "Praktizierende":

Wie wird es bei euch mit fremden Religionen gehalten bzw. hat schon mal wer in Betracht gezogen auch das Heidentum sprich die sogenannte "Alte Religion" bzw. Naturreligionen in seine / ihre Auflistungen miteinzubeziehen?

Ich bin Heidin (oder wie man es nennen möchte) und es geht mir schon ab, dass dieser Religion so gar keine Beachtung geschenkt wird.
Es tut mir zum Beispiel immer ein bisschen weh wenn ich höre, dass die Geschichte der Feste erst ab einem gewissen Zeitpunkt erzählt werden. Viele der christlichen Feste (wenn nicht fast alle) haben ihren Ursprung in sehr viel älteren Feiertagen...und ich finde es schade, wenn dieser Ursprung ignoriert wenn nicht gar verurteilt wird.

Was meint ihr dazu? Wie haltet ihr das? Und wie glaubt ihr, würden Eltern darauf reagieren mit einer heidnischen Kindergärtnerin konfrontiert zu werden?

lg eira
 
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Krabbelkaefer
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Andere Religionen ...Toleranz? Beitrag #2
Ich denke, die Reaktionen hängen wesentlich von den Einrichtungen ab. Vermutlich wirst du in christlichen Kindergärten Probleme mit der Anstellung bekommen, da dort meist eine "Zugehörigkeit zur christlichen Kirche" Einstellungsvoraussetzung ist.
Dagegen weiss ich bei uns in der Elterniniative nicht, ob Frederikes Erziehrinnnen überhaupt in irgendeiner Art und Weise religiös sind. Ich denke ähnlich wird es in städtischen Einrichtungen sein, dass da dein privater Glaube für die Eltern kaum eine Rolle spielt.
Soviel von mir zu später Stunde!
Bin gespannt auf andere Antworten ...
Martina
 
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Schurki
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Andere Religionen ...Toleranz? Beitrag #3
hi du,
egal was du bist, - du wirst als Praktizierende deiner Religion in anderen Einrichtungen immer anecken...früher oder später. Während die kath. Kirche als Arbeitgeber schon Probleme hat, evg. oder konfessionslose Erz. einzustellen, so möchten die kommunalen und privaten Träger meist gar keine Religionserziehung anbieten. Hier steht oft Glaubensfreiheit nach dem Motto "glauben und glauben lassen" auf dem Programm.
Hier hast du als erz. die gleichen Chancen auf Arbeit, wie Konfessionslose, Muslime, Buddhisten oder sonst. - solange du eben nichts davon predigst. Ein gutes Grundwissen über Brauchtum ist übrigens sehr von Vorteil, wenn es darum geht, all die Feste zu erklären, die es gibt. Das trifft aber nicht nur auf die Göttin Ostera zu, oder auf Walpurga, sondern auch auf Mohammed, Jesus, Buddha usw.
Aber dazu ist es nicht wirklich nötig, gläubig zu sein. Bei uns in der Stadt gibt es ein paar wenige heidnische Plätze (eine Mithras-Grotte, die abwechselnd von den Heiden und den Römern genutzt wurde. Später von den Christen.) Wenn wir mit den Kindern da hingehen, erzählen wir halt alle was wir wissen. Ist ja auch interessant. Beschwert haben sich da noch keine Eltern. Einen Gollenstein gibt es übrigens auch noch im Saarland, ich meine, der wäre mal ein heidnisches Fruchtbarkeits - oder Phallussymbol gewesen. Da kommen wir leider aber nur mit Überlandbus hin. Schade! Wäre gern mal mit den Kindern hin.
LG. vom Schurki
 
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eira
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Andere Religionen ...Toleranz? Beitrag #4
Hi!

Mein Problem ist eben, dass sie - obwohl immer das Gegenteil behauptet wird - doch religiöser Erziehung machen...nämlich christliche. Es ist schon klar, dass sie zu den Festen die sie feiern auch eine Geschichte gehört...aber meistens wird eben nur die christliche erzählt. Und ich glaube kaum, dass jemand bei Ostern anfängt von der Göttin Ostara zu erzählen *da hab ich ja eine Wissende dawischt, oder?*
Naja...bei meiner Kleinen versuchen sies eigentlich ganz ohne erzählen. Zum Beispiel wird dort Weihnachten nicht explizit gefeiert. Und bei Ostern werden halt Eier versteckt...aber es wird nicht gesagt warum (das wissen die meisten wohl auch nicht mehr...das hat ja nun mit dem christlichen Fest nicht viel zu tun). Andererseits wird dann im Morgenkreis gefragt wie die Kinder Weihnachten verbracht haben. Die Kinder, die Weihnachten nicht oder anders feiern fühlen sich hier meiner Meinung nach ein bisschen ausgeschlossen....es ist eben immer nur ein Teil der Wahrheit...

Find ich übrigens toll, dass ihr solche Ausflüge macht und euren Kindern auch die Bedeutung der Dinge, die sie dort sehen erklärt. Nur wie macht ihr das eigentlich bei einem Phallussymbol ;-)....da kann man dann gleich Aufklärungsarbeit leisten?!

lg eira
 
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Schurki
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Andere Religionen ...Toleranz? Beitrag #5
hi eira.
unsere Kultur ist nunmal größtenteils christlich geprägt, daher auch der christliche Touch in nicht konfessionellen Einrichtungen. Dass sich Erz. darum bemühen, Fragen der Kinder über Weihnachten zu beantworten und auch den Nikolaus ins Spiel bringen, geschieht häufig, weil es so auch in der eigenen Kindheit war, - und eben auch schön. Dass hier verschiedene Personen in einen Topf geworfen werden, geschieht aus Unüberlegtheit, Unwissen oder dem fehlenden Interesse, alles auseinander zu klabustern. Ich sage den Kindern, dass es einen Unterschied zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann gibt und ich erzähle auch, was das mit dem Osterhasen und den Eiern auf sich hat. Wenn mir ein Kind mit dem lieben Gott kommt, höre ich seinen Aussagen zu und belasse es dabei, solange nicht größter Unsinn von ihm erzählt wird (Gott sieht alles und bestraft...) Aber Weihnachten, Ostern und St. Martin werden gefeiert, genauso wie Hexennacht, Sylvester, Fasching oder auch mal Halloween. Den Muslimen gratulier ich zum Ramasan, die Tamilen frag ich nach ihrem roten Punkt auf der Stirn und von den Derwishen, Buddha oder vom indianischen Medizinrad wüsst ich auch noch zu erzählen. Für mich ist ein neutrales Grundwissen über die verschiedenen Religionen eine Hilfe, die Menschen zu verstehen und Ängste abzubauen. Kinder haben da noch keine Probleme. Ich selber kann mich dabei schön neutral halten, weil ich konfessionslos bin. Eine christliche Erziehung habe ich meiner Ansicht nach aber mehr, als manche, die sich heut gläubig nennen, und wenn es den Himmel, ein Nirvana, die ewigen Jagdgründe oder etwas vergleichbares geben sollte, so steh ich bestimmt nicht hinten in der Schlange. Dabei habe ich wirklich keine Vorstellungen mehr vom Übersinnlichen. Aber die Geschichten der Religionen sind ja doch irgendwie interessant. Also kann man sie erzählen - oder auch aus Bequemlichkeit weglassen, wie die meisten Menschen, und sich nur der Gaudi (Geschenke, Essen, Rambazamba) widmen. Das muss jede/r Erzieherin mit sich selbst ausmachen.
Um es nochmal auf den Punkt zu bringen, ich kann alles Wissen über Religionen an Kinder weitergeben und kritisch hinterfragen, aber ich möchte sie nicht von einer bestimmten Religion überzeugen...und im übrigen auch nicht von der Konfessionslosigkeit. Wer mich fragt, an was ich glaube, bekommt zur Antwort: an die Vernunft! - aber überzeugen will ich davon keinen :clown:
Zumindest erwartet mein Arbeitgeber und ein Teil der Eltern das von mir.
Grüße vom Schurki
 
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