Christen und Muslime

    Diskutiere Christen und Muslime im Religionspädagogik Forum im Bereich Pädagogik - Arbeit mit Kindern; Hallo, ich habe ein Problem. Ich muss bis nächste Woche eine Hausarbeit(Leistungsnachweis) mit dem Thema: "Christen und Muslime- ein Beitrag zum...
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Anonymous
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Christen und Muslime Beitrag #1
Hallo,

ich habe ein Problem. Ich muss bis nächste Woche eine Hausarbeit(Leistungsnachweis) mit dem Thema: "Christen und Muslime- ein Beitrag zum besseren Verständnis" erstellen.

Die Aufgabe lautet:

Überlege welche Fragen sich im Miteinander von Christen und Muslimen ergeben.

Mache einen eigenen Entwurf für ein besseres Verständnis der beiden Religionen undbeschreibe, welche Voraussetzungen du dafür notwendig erachtest.


Hmm ja,aber irgendwie steh ich neben der Spur.
Ich habe keine Ideen. Mehr als die beiden Religionen gegenüberstellen, die Gemeinsamkeiten und Unterschieden aufzuschreiben fällt mir nicht ein:((
Jedoch soll die Hausaufgabe ca. 3 Seiten umfassen...ops.
Habt ihr Ideen? Vielleicht verstehe ich ja auch die Aufgabe nicht richtig...?!:((

Hoffe auf Antwort und Verzeihung wenn das hier evtl. nicht reinpasst:/

Eure verzweifelte Julia
 
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Anonymous
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Christen und Muslime Beitrag #2
Wann ist ein christ ein christ?

Hallo Julia,

kernfrage für diese Aufgabenstellung ist, ob man weiß, was ein christ ist und was ein muslem ist. Häufig wird das herkunftsland als religionsgeber betrachtet, was dazu führt, das nicht die vorgeschobene religiöse, sondern nackte wirtschaftliche Interessen im vordergrund stehen. Stelle also für dich zunächst die frage, wann ein christ ein christ und wann ein muslem ein muslem ist. darin liegt der schlüssel in ein friedlichen umgang mit einander.

Olav
 
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Krabbelkaefer
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Christen und Muslime Beitrag #3
Huhu,

wenn du mit Katerchens Ideen weiter kommst, dann ruf doch einfach mal bei einer muslimischen Gemeinde an - oder vielleicht ist eine Bekannte Moslem. Frag sie aus über ihren Glauben :)-
Wenn du selbst nicht christlich bist, dann mach das ganze mit einem Priester/Pfarrer, bzw. einer christlichen Freundin/Bekannten. Dann solltest du sehr lebendige Informationen haben. Die notwendige Literatur um das ganze etwas zu festigen findet sich dann fast von allein.

Liebe Grüße
Martina
 
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Musikatze
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Christen und Muslime Beitrag #4
Oho, das ist aber kein leichtes Thema!

Olav hat recht, erstmal brauchst Du eine Positionsbestimmung.

Und da hilft das Netz wirklich weiter! Es gibt im katholischen Bereich ein großes, seriöses Informations- und Diskussionsforum:
www.mykath.de
Für den protestantischen Bereich wird sich ähnliches finden lassen.

Dort werden sich für Dich zumindest genug Fragen aufwerfen, mit denen im Hinterkopf Du leichter an Religionsvertreter herantreten kannst.

Dann habe ich bei google (aus eigenem Interesse heraus) die Stichworte
dialog moslems christen
eingegeben.
Zumindestens die ersten 10 Einträge waren des Lesens wert.
Und gerade Berlin hat eine große moslemische Gemeinde, nicht alle sind radikal und den Dialog ablehnend - da säßest Du direkt an der Quelle...
Hier würden erstmal die Publikationen der Ausländerbeauftragten der Sen.Verwaltung weiterhelfen können. Oder folgender link:
www.muz-online.de/ausl./muslime.html

Über den Weg Deiner Recherchen und Deine Ergebnisse würde ich gerne mehr hören!


Viele Grüsse von der Musikatze
 
A
Anonymous
Gast
Christen und Muslime Beitrag #5
erstmal vielen dank für eure antworten:)
ich habe in den letzten tagen einige bücher über den islam gelesen und bin nun "fit" in der hinsicht;) im internet wurde ich auch sehr schnell fündig:)
jedoch bin ich selbst nicht christlich, was die sache ziemlich schwer macht - und ich habe mich dafür leider nie wirklich interessiert:/
am freitag habe ich wieder theologieunterricht und dann wird unsere lehrerin noch einmal genauer mit uns darüber sprechen..puuh. also, ich halte euch auf den laufenden.
liebe grüße, julia
 
A
Anonymous
Gast
Christen und Muslime Beitrag #6
Bibel

Hallo Julia,

der Begriff "Christ" kommt im neuen Teastaments insgesamt nur 3 mal vor, und zwar nur in der Apostelgeschichte immer dann, wenn anderen über die Jünger Jesu reden. Diese werden dann als Christen bezeichnet.

Christ ist also nicht derjenige der eine kirche angehört, sondern derjenige, der Jesus Christus nachfolgt. Im Laufe der Jahrhunderte die auf Jesus Tod und Auferstehung folgten, veränderte sich aber das Bild. Die aus der erste Christenheit entstandene katholische Kirche wurde zusehends zu ein politisches Intsrument. Ämter bekleideten nicht länger die Ältesten der Gemeinde, sondern der Adel, ungeachtet ihren Lebenswandel. Dies führte dazu, dass u.a. Luther sich als Mönch mit der Bibel intensivst auseinandersetzte und die Kirchenleitung aufforderte, sich zurück auf dem wort Gottes zu besinnen. Jesus Botschaft war eindeutig "Folge mir nach" und "Vergebung der Sünden aus Gnade". Symbolisch riss aus diesem Grund auch der Vorhang des Tempels als Jesus am Kreuz starb. In dem Augenblick war die Trennung zwischen Mensch und Gott, verursacht durch Sünde, für immer aufgehoben. Die Praxis der Kirche, Sündenerlass gegen Zahlung und unter Auflagen zu gewähren, beruht deswegen ausschließlich auf politische Überlegungen, biblische Gründe dazu gibt es nicht.

Das die Kirche sich nicht an Gott, sondern an Machterhalt orientierte, wird in der Reformation sichtbar, als Soldaten versuchen die "Reine Lehre" umzusetzen.

Gegen Anfang des letzten Jahrhunderts (um ein kleiner Sprung zu machen) Verlor die Kirche immer mehr an politischer Macht, eine tendenz die mit der französische Revolution und der Aufklärung einsetzte. Diese Entwicklung setzte sich fort, mit als Folge, dass die Kirche um seine Position zu behaupten, immer weniger bereit war öffentlich ein biblisch fundierte Position einzunehmen. Beispiele der letzte zehn Jahre sind da u.a. der Umgang mit gleichgeschlechtliche Partnerschaften (Aus sicht der Bibel eindeutig falsch), und Abtreibung (aus Sicht der Bibel eindeutig Mord).

Wenige, häufig als Radikal bezeichnete, Gruppierungen trauen sich sehr eindeutige Standpunkte einzunehmen. Allerdings versucht auch die katholische Kirche eindeutig Stellung zu beziehen, sei es hier mehr aufgrund der eigene Dogmatik als auf ein biblisches Fundament.

Warum nun diese Auführung in der Geschichte:

Wenn Du schaust, welche Entwicklung die christliche Gemeinschaft durchlaufen hat, inkl. Kreuzzüge, Reformation und andere unrühmliche Kapittel, und diese Entwicklung zeitlich neben die der Islam legst, wirst Du bemerken, dass sich die Islam entwicklungsmäßig auf eine Ebene befindet, wo sich die christliche Kirche vor mehrere 100 Jahren befunden hat. Dies meine ich keineswegs überheblich, sondern einfach entwicklungsgeschichtlich betrachtet, ohne werturteil wer nun der besseren ist.

Dies alles muss berücksichtigt werden, wenn man von ein Dialog redet. Dialog bedeutet nicht, entgegen was oft vermutet wird, dass man sich auf grundsätze einigt. Dialog bedeutet, dass man sich anhört, respektiert und gegenseitig die freiheit läßt, gemäß seiner Überzeugung zu leben. Nun besteht an einige Stellen, besonders in der christliche Kirche, aufgrund des Gebotes der Liebe, einen Tendenz, islamische Riten und Anbetungsformen zu übernehmen oder zu erwarten, dass in islamische Einrichtungen christliche Riten übernommen werden.

So, am ende des kleinen Exkurses wünsche ich dir viel Erfolg, wenn Du noch Frage hast, melde Dich.

Olav
 
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Gast
Christen und Muslime Beitrag #7
vielen dank für eure antworten. ich bin gerade dabei die hausarbeit anzufertigen und es läuft eigentlich ganz gut:)

grüße,jule
 
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Cyprian
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Christen und Muslime Beitrag #8
Re: Bibel

Zitat von kater-ly-sator:
Hallo Julia,

der Begriff "Christ" kommt im neuen Teastaments insgesamt nur 3 mal vor, und zwar nur in der Apostelgeschichte immer dann, wenn anderen über die Jünger Jesu reden. Diese werden dann als Christen bezeichnet.

Christ ist also nicht derjenige der eine kirche angehört, sondern derjenige, der Jesus Christus nachfolgt. Im Laufe der Jahrhunderte die auf Jesus Tod und Auferstehung folgten, veränderte sich aber das Bild. Die aus der erste Christenheit entstandene katholische Kirche wurde zusehends zu ein politisches Intsrument. Ämter bekleideten nicht länger die Ältesten der Gemeinde, sondern der Adel, ungeachtet ihren Lebenswandel. Dies führte dazu, dass u.a. Luther sich als Mönch mit der Bibel intensivst auseinandersetzte und die Kirchenleitung aufforderte, sich zurück auf dem wort Gottes zu besinnen. Jesus Botschaft war eindeutig "Folge mir nach" und "Vergebung der Sünden aus Gnade". Symbolisch riss aus diesem Grund auch der Vorhang des Tempels als Jesus am Kreuz starb. In dem Augenblick war die Trennung zwischen Mensch und Gott, verursacht durch Sünde, für immer aufgehoben. Die Praxis der Kirche, Sündenerlass gegen Zahlung und unter Auflagen zu gewähren, beruht deswegen ausschließlich auf politische Überlegungen, biblische Gründe dazu gibt es nicht.

Das die Kirche sich nicht an Gott, sondern an Machterhalt orientierte, wird in der Reformation sichtbar, als Soldaten versuchen die "Reine Lehre" umzusetzen.

Gegen Anfang des letzten Jahrhunderts (um ein kleiner Sprung zu machen) Verlor die Kirche immer mehr an politischer Macht, eine tendenz die mit der französische Revolution und der Aufklärung einsetzte. Diese Entwicklung setzte sich fort, mit als Folge, dass die Kirche um seine Position zu behaupten, immer weniger bereit war öffentlich ein biblisch fundierte Position einzunehmen. Beispiele der letzte zehn Jahre sind da u.a. der Umgang mit gleichgeschlechtliche Partnerschaften (Aus sicht der Bibel eindeutig falsch), und Abtreibung (aus Sicht der Bibel eindeutig Mord).

Wenige, häufig als Radikal bezeichnete, Gruppierungen trauen sich sehr eindeutige Standpunkte einzunehmen. Allerdings versucht auch die katholische Kirche eindeutig Stellung zu beziehen, sei es hier mehr aufgrund der eigene Dogmatik als auf ein biblisches Fundament.

Olav
Das war aber sehr kurz und leider z.T. auch falsch
- Christsein ohne Gemeinschaft (und Kirche ist das) geht nicht
- Kirche war im Mittealter (und auf diese Zeit spielst du an) nicht einfach politisches Instrument, sondern hat selbst aktiv Politik betriben, nicht immer die beste zugegebenermaßen
- natürlich waren nicht alles Amtsträger Adelige, die meisten Bischöfe ja, aber alle anderen in der Regel nicht (im Mittelalter waren zeitweilig 10-15% der Einwohner einer Stadt Geistliche - Priester, Mönche, Nonnen,, die können ja nicht alles adelig gewesen sein
- ob der Vorhang im Tempel riss, weil Jesus uns unsere Sünden vergibt, na ja ... "bitteschön, das ist geistreich aber doch spekualtiv", pflegte mein alter NT-Prof immer zu sagen
- der Ablasshandel hatte natürlich auch wirtschaftliche Gründe
- und den Schluss, dass die Kirche um ihre Position zu behaupten immer mehr von der Bibel abrückte, mußt du mal belegen (oder sprichst du von der ev. Kirche, wird hier nicht so ganz klar)

Recht gebe ich dir in der Einschätzung, dass der Islam (in der arabischen Welt) die Aufklärung noch vor sich hat. Daher ist ein Dialog schwierig, aber nicht unmöglich.
Wichtig ist dabei natürlich die eigene Position zu kennen.

Eine ganz gute Seite im Netz ist dazu: http://www.qantara.de

Mit Gruß

Cyprian
 
A
Anonymous
Gast
Christen und Muslime Beitrag #9
Erklärung

Hallo Cyprian,

Du hast Recht, Christ-sein ohne gemeinschaft geht nicht, gemeinschaft allerdings bedeutet nicht automatisch die zugehörigkeit zu einer religiösen gemeinschaft, egal welcher richtung. ich kenne viele christen, die sich statt in der kriche, regelmäßig mit andere christen treffen um gemeinsam zu beten, gott zu loben und zu preisen und sich gemeinsam an seinem Wort zu erfreuen. Besonders in die länder, wo offene treffs von christen nicht möglich sind, ist dies ein häufige und sehr erfolgreichen weg, gemeinschaft zu haben.

Mit Jesus Tod und Auferstehung war die Vergbeung der Sünde ein Fakt. Die Sünde trennt Mensch und Gott, nur die Vergebung kann die Trennung aufheben. Der Vorhang des Tempels war (und ist) ein Symbol der Trennung zwischen Gott und den Menschen. Allgemein akzeptierte Auslegung der Tatsache, dass (so wie im NT berichtet) der Vorhang des Temepls riss, ist die Erklärung dass durch das Opfer Jesu, als Sühneopfer für die Sünden der Welt, die Trennung zwischen Gott und Mensch aufgehoben wurde. Um vergebung zu erlangen, reichtes vollkommen seine Sünde zu bekennen und Gott um vergebung zu bitten. Nichts mehr, nichts weniger. Das dies nicht bedeutet, dass die Konsequenzen der Sünde weggenommen werden, ist allerdings eine unbestrittene Tatsache.

Die Kirchengeschichte zeigt eindeutig, dass es für ein nicht-adeliger so gut wie unmöglich war mehr als Priester zu werden. Es wird bestimmt der ein oder anderen gegeben haben, der eine Führungsposition erreicht hat, es werden aber nur wenige geschaft haben. Die Zahl der Mönche und Nonnen ergab sich auch aus der Tatsache, dass viele arme Familien ihre Kinder in Obhut der Kloster verscuhten unterzubringen. Außerdem bildeten die Klöster häufig aufgrund ihrer Lage ein idealen Handelspunkt, wodurch die Städte sich nicht selten darum weiter entwickelten.

Ablaßhandel kann kein biblische Grundlage haben, ich jedenfalls finde in der mir zur Verfügung stehende Exemplare kein einziger Hinweis darauf. vergebung als Gabe, nicht als Einkaufsartikel.

Die Kirche als Institution, war tatsächlich nicht nur Instrument, sondern auch Faktor der Macht.

Für mich ist es offensichtlich, dass die Kirche um ihre Macht zu erhalten, immer weiter von biblische Standpunkte abgerückt ist. Hier meine ich sowohl die reformierte, als auch die katholische Kirche. Nehme ich in der Geschichte des letzten Jahrhunderts nur die Haltung des Vatikans zum Nationalsozialismus. Die Machthaber der Kirche wußten m.E. ganz genau, welches Menschenverachtendes Bild (und damit eindeutig unbiblisch) von dem NS-Regime vertreten wurde und sie hat meines Wissens nie öffentlich dagegen Stellung genommen. Es blieb der einzelne Ortspfarrer überlassen, Kopf und Kragen zu riskieren, als er sich gegen den Nazis wehrte.

Ende des letzten Jahrhunderts zeigte sich die Katholische Kirche auch in Südamerika nicht gerade engagiert mit biblische Standpunkte. Wieder waren es viele kleine Priester, getragen von nur ganz wenige Führungskräfte wie Bisschof Romero, die sich gegen Ausbeutung wehrten und eindeutig Stellung nahmen. Und das auch nicht immer mit einer biblischen begründung, sondern mit ein eher marxistische Grundlage.

Olav
 
A
Anonymous
Gast
Christen und Muslime Beitrag #10
nuun,also ich habe ein paar fakten über den islam niedergeschrieben, sowie fragen die im miteinander entstehen und ein kleines konzept für ein besseres verständnis.

zusammen ergab es die note 2.

wer interesse hat, ich schicke es euch gerne.

liebe grüße

nebenbei noch ein buchtipp: zu gast bei den religionen der welt // Monika Tworuschka
 
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