Fernsehen ohne Ende

    Diskutiere Fernsehen ohne Ende im Erziehung und Bildung Forum im Bereich Pädagogik - Arbeit mit Kindern; Liebe Medienfreunde und Medienkritiker! Einer repräsentativen Studie zufolge, für die mehr als 2100 minderjährige Zuschauer befragt wurden, schaut...
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Anonymous
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Fernsehen ohne Ende Beitrag #1
Liebe Medienfreunde und Medienkritiker!

Einer repräsentativen Studie zufolge, für die mehr als 2100 minderjährige Zuschauer befragt wurden, schaut sich etwa jedes dritte Kind zwischen sechs und neun Jahren regelmäßig kaum kindgerechte Actionserien wie "Alarm für Cobra 11"(RTL) oder "Die Rettungsflieger" (ZDF) an. Mehr als ein Viertel der Grundschüler verfolgt mehr oder weniger schmuddelige Daily-Talks und Gerichtsshows wie "Die Oliver Geissen Show" (RTL), "Richterin Barbara Salesch" (Sat 1) sowie den "Tatort" (ARD) und andere Erwachsenen-Krimis. Und etwa jedes fünfte Kind zwischen sechs und neun Jahren fiebert mit, wenn in Science-fiction- oder Mysteryserien wie etwa "Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI" (Kabel 1) Außerirdische und Zombies ihr Unwesen treiben.

Bedenklich sind auch die Zahlen bei den Zehn- bis 13jährigen, die noch mehr Sendungen für Erwachsene konsumieren. So gaben satte 74 Prozent der Jungen in diesem Alter an, häufig oder ab und zu Actionserien zu sehen, bei den Mädchen waren es 59 Prozent. Rund 60 Prozent der Jungen dieses Alters lieben Mysteryserien (Mädchen: 39 Prozent), und gut jedes zweite Kind aus dieser Altersgruppe schaut regelmäßig TV-Kommissaren wie dem Bullen von Tölz, Bella Block oder Lena Odenthal bei der Arbeit über die Schulter. Mehr als 60 Prozent der Mädchen und 43 Prozent der Jungen verfolgen zudem Daily-Talks und Gerichtsshows. Am beliebtesten bei den kleinen Zuschauern sind freilich überwiegend harmlose Zeichentrickfilme, "Die Sendung mit der Maus" (ARD), "Löwenzahn" (ZDF) und andere Kindersendungen.

Wie die Studie wenig überraschend herausfand, ist das Fernsehen das mit weitem Abstand beliebteste Medium bei Kindern: 98 Prozent der Sechs- bis 13jährigen sehen nach eigenen Angaben mindestens ein- oder mehrmals pro Woche fern. 83 Prozent davon jeden oder fast jeden Tag. Dabei macht es der Nachwuchs ganz einfach den Eltern nach, denn auch von den im Rahmen der Studie befragten Erziehungsberechtigten gaben 83 Prozent an, jeden oder fast jeden Tag den Fernseher einzuschalten.

Immer mehr Kids haben außerdem einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer stehen: Hatten Anfang der 90er Jahre nur zwei von zehn einen eigenen Apparat zur freien Verfügung, so sind es jetzt vier von zehn.

Viele Eltern haben offenbar kein Problem damit, daß ihre Sprößlinge ziemlich häufig in die Röhre schauen. Heute gehört Fernsehen zum Alltag dazu. Den meisten Eltern sei es aber trotzdem lieber, ihre Kinder beschäftigten sich mit einem guten Buch oder hörten Radio. Lediglich 21 Prozent der befragten Eltern gaben an, die Kinder dürften soviel fernsehen, wie sie möchten.

Bedenklich Grüße

Holger :roll:
 
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Manuela W.
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Fernsehen ohne Ende Beitrag #2
huuu .. das sind zahlen ... aber irgendiwe hab ich mir sowas fast gedacht

Lediglich 21 Prozent der befragten Eltern gaben an, die Kinder dürften soviel fernsehen, wie sie möchten.
ich nehme mal an, das das NUR 21% zugegeben haben
 
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erzieher78
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Fernsehen ohne Ende Beitrag #3
Tja,

da haben wir jetzt die statistischen Zahlen für lange gehegte Vermutungen...

... was bedeutet das denn für unsere Praxis??? Welche Angebote brauchen Kinder und Familien? Warum hat das Fernsehen einen so hohen stellenwert?

Fragende Grüße
Alex
 
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Rattenfänger
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Fernsehen ohne Ende Beitrag #4
Hallo an alle verantwortungsbewußten Erziehungsberechtigten.

Das Fernsehen ist leider ein nahezu vollständiger Ersatz für die alte Generation, die früher unsere Kinder mit Geschichten und Phantasien versorgte. Unsere Omas und Opas haben weniger soziale Funktionen in der Familie. Fernsehen ist bunter, leichter zu konsumieren und zu jedem Zeitpunkt verfügbar. Fernsehprogramme entlasten die Eltern, Kinder werden vor der Glotze "geparkt". Eltern sind oft völlig überfordert, die Menge an Sendungen schwappt wie eine Tsunami-Welle über uns.
Ein vom Erziehungsberechtigen individuell für den (Kleinkind-) Nachwuchs zusammengestelltes Programm stellt quasi die unterste Schwelle dar, die die Informationsflut überwinden müßte, bevor sie in unsere Kinderzimmer schwappt.
Und das auch nur dann, wenn die Kinder ein ausgewogenes Angebot an altersgerechten Informations-, Spiel- und Betätigungmöglichkeiten zur Verfügung haben.
Ein Kind, das aus eigenem Antrieb eine große Interessenvielfalt entwickelt, wird früh die Spreu vom Weizen trennen können. Es wird auch in Zukunft junge Menschen geben, die nächtelang "Doom" oder andere blutige Ballerspiele zocken, ohne hinterher das Bedürfnis zu verspüren, unliebsame Mitbürger mittels Kettensäge auszuschalten. Ich wünsche euch viel Erfolg bei allem, was euch wichtig ist.
Peter
 
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