Frühere Einschulung

    Diskutiere Frühere Einschulung im Brennpunkt/News & Gewinnspiele Forum im Bereich Ganz aktuell; morgen der artikel hat mich heute morgen ins grübeln gebracht: [url=http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2044/artid/3180264] Schule darf...
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Vevi
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Frühere Einschulung Beitrag #2
Hallo Claudia!

Ich finde es schön, dass die Gerichte mal das machen, was gut für das Kind ist und nicht, was die Eltern wollen.

Klar, für das Kind war diese Zeit des "getestet werdens" eine Zumutung - das Kind tut mir schrecklich Leid.
Aber gerade deshalb versuchen wir Kindergärtnerinnen ja im Vorfeld die Eltern bestmöglichst zu beraten - dass solche Situationen für das Kind NICHT zustande kommen. Leider gelingt es nicht immer - wie auch wahrscheinlich in diesem Fall.
Wie so oft sind die Eltern ja "klüger" als die Experten.
Wie die "Schulreifetests" bei den Kinderärzten ablaufen und was geprüft wird, ist auch für uns Kindergärtnerinnen in unserer Stadt schleierhaft - auch bei uns wird Kindern immer öfter die Schulreife attestiert, bei denen wir nur mit dem Kopf schütteln können, weil sie unserer Meinung auf keinem Fall vorzeitig mit dem Schulbesuch beginnen sollten.

Vielleicht hilft dieser Gerichtsentscheid anderen Kindern, die Eltern zum Denken anzuregen und mehr Feingefühl für ihr Kind zu entwickeln.

Ich hoffe es
Eva
 
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Geli
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Frühere Einschulung Beitrag #3
Moin!
Zu bedenken in diesem Falle ist die Frage, ob sich ein gutes Sozialverhalten beim Kind entwickeln kann, wenn es sich permanent langweilt und im Kiga völlig unterfordert ist. Ein Jahr Kiga mehr garantiert meiner Meinung nach keinesfalls, dass die Entwicklung von Soziabilität gewährleistet ist, ganz im Gegenteil. wer sich langweilt, macht "quatsch", ist unzufrieden, gefrustet, sauer, wütend, leidend...
Was hat der Kiga einem Kind, dass kognitiv weit über den anderen Kindern in der Gruppe steht denn schon zu bieten? Angebote müssen meist auf die Gesamtgruppe gemünzt werden, "Einzelbetreuung" ist fast nicht möglich....
Und ich glaube, dass in vielen Fällen die Eltern wirklich die Profis sind, die ihre Kinder am besten kennen (es gibt natürlich auch Leute, die ihre Kids chronisch überfordern, oder Dinge ins Kind hineininterpretieren, die nicht da sind, das will ich gar nicht abstreiten)

Liebe Grüße, Geli
 
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Vevi
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Frühere Einschulung Beitrag #4
Hallo Geli!

Ist es bei euch in Deutschland die Regel, dass Kinder vorzeitig eingeschult werden??? Bei uns ist das doch eher die Ausnahme.

Ich finde, es ist sehr wohl möglich, kognitiv sehr begabte Kinder auch im Kindergarten entsprechend zu fördern!

Leider werden bei der Schulreife meist allein die kognitiven Fähigkeiten gesehen - aber wenn die soziale Schulreife nicht gegeben ist, dann wird das Kind - auch wenn es kognitiv noch so gut ist, nicht fähig sein, seine Leistung zu bringen. Ja es wird frustriert und wahrscheinlich verhaltensauffällig werden.
Ich finde da ist es im Kindergarten leichter als in der Schule, die fehlenden sozialen Fähigkeiten zu schulen - ohne dass sich das Kind langweilt.

Ich habe immer wieder einige Kinder gehabt, die aufgrund ihres Alters vorzeitig eingeschult hätten werden können, die sehr gute kognitive Leistungen hatten - und wo es auch am mangelnden sozialen Fähigkeiten happerte - und noch keins hat sich jemals gelangweilt!

Liebe Grüße
Eva
 
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Frühere Einschulung Beitrag #5
möglich schn, aber...

Hallo Eva,

ich denke, dass in gerade diesem konkreten fall, die schule eine kompetenz zugesprchen wird, den es nicht hat. ich kenne nämlich einige shculen, die die frühzeitige einschulung von kinder nur deswegen ablehnen, weil sie nicht wissen, wie sie sonst die klassen unterbringen... nichts im interesse des kindes, sondern im interesse der lehrerInnen.

das eine entsprechende förderung im kindergarten möglich ist, stimmt schon. Das diese aber in sehr viele kindergarten nicht einmal ansatzweise erreicht wird, und da habe ich aus mein beruflichen praxis inzwischen durchaus einen einblick, ist ein sehr bedenklichen zustand.

Im übrigen wird hier ein agument zur ablehnung benutzt, was in seiner umkehrschluss nicht ebenso für ältere, aber schulbesuchspflichtigen kinder angewandt wird.

Ach, ich könnte noch soviel schreiben, aber es kommt nur auf eins hinaus: dieser verfügung ist skandalös, und zwar aus sicht des kindes, welches die chance genommen worden ist.

Olav
 
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Vevi
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Frühere Einschulung Beitrag #6
Hallo Olav!

Bei uns ist eher das Gegenteil der Fall - die Klassen werden leerer und leerer und es wird um die Dispenskinder geworben. Kinder sollen vorzeitig in die Schule aufgenommen werden, dass eine Klasse mehr eröffnet werden kann und die Höchstzahlen in jeder Klasse niedriger wird.
Da wird jedes Kind, das vorzeitig eingeschult wird, mit Handkuss genommen und die Eltern in ihrer Entscheidung, das Kind schon ein Jahr früher in die Schule zu schicken, - auch entgegen unserer Meinung - bestärkt.
Wenn ein Kind von der Schule abgelehnt wird, dann müssen schon sehr grosse Defizite vorhanden sein.

Und diese Kinder werden einige Wochen "mitgeschleift" bevor sie - meist aufgrund mangelnder sozialer Fähigkeiten - in die Vorschule oder - in Ausnahmefällen - in den Kindergarten zurückkommen.

So habe ich auch den Bericht gelesen - dass er zwar die kogitiven Fähigkeiten hat, aber soziale und körperliche Schulreife noch fehlen. So gesehen kann ich den Urteilsspruch des Richters nur voll und ganz unterstützen.

Eva
 
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Ninchen
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Frühere Einschulung Beitrag #7
Vevi, Du sprichst mir aus der Seele, Deinen Ausführungen ist eigentlich nichts hinzuzufügen (und ich bin aus Deutschland ;-))

Die Grundschulen hier im Umkreis entscheiden immer zum Wohle des Kindes, sie haben kein Problem, die Kinder irgendwo unter zu kriegen! Und bisher deckte sich die Entscheidung der Schule immer mit meiner Empfehlung an die Eltern.

Als ich den Artikel las, war ich positiv überrascht, nicht negativ!
 
A
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Frühere Einschulung Beitrag #8
Wie dokumentiert ihr?

Hallo Eva,
Hallo Ninchen (und alle anderen),

wie dokumentiert ihr die sozial-emotionale entwicklung der kinder und wie leitet ihr aus dieser dokumentation ab, dass ein kind noch nicht die erforderliche reife für die schule besitzt?

udn wie ist es mit der körperliche reife? welche kriteiren legt ihr da an, wie wird da dokumentiert? Gilt nur der Körpergröße, oder auch andere eigenschafte?

und zum schluss, in welchem umfang und intervall findet die dokumentation statt?

würde mich sehr, sehr interessieren.

Olav
 
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Ninchen
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Frühere Einschulung Beitrag #9
Neuerdings haben wir eine vorgegebene Dokumentation vom Träger, die aber erst ab diesem Kindergartenjahr in Kraft tritt.

Daher beschränke ich mich mal auf mein bisheriges vorgehen.

- in regelmäßigen Abständen von ca. 3 Monaten notiere ich mir zu allen Kindern der Gruppe und allen Bereichen einige Stichpunkte, und sei es, dass ich schreibe, dass sich nichts verändert hat. Ich notiere dann zb. die bevorzugten Spielpartner, die Spielbereiche, die Rolle in der Spielgruppe, das Verhalten gegenüber anderen Kindern und Erwachsenen, die Malentwicklung, die Feinmotorik, Grobmotorik, Essverhalten, Zahlen, Buchstaben, Farben, Konzentration.... (Das fällt mir grad auf Anhieb so ein, da ich Urlaub habe kann ich grad nicht überprüfen, ob was fehlt).

- Wenn mir besondere Dinge auffallen oder Situationen ungewöhnlich sind, wird dies ebenfalls dokumentiert

- Beobachtungen werden einhergehend mit den Notizen durchgeführt, aber auch einfach immer mal wieder zwischendurch (muss kein spezieller Anlass sein)

Wichtig für die Schulreife finde ich im sozialen Bereich vor allem die Entwicklung des Selbstwertgefühles. Ein Kind, welches seine Meinung nicht äußert sondern immer klein bei gibt oder einfach gar nichts sagt, sich ständig unterordnet und anderen den Vortritt lässt (was manchmal bestimmt positiv ist, aber nicht als Dauerverhalten) wird meiner Ansicht nach in der Schule Schwierigkeiten haben, sich durchzusetzen und am mündlichen Teil des Unterrichtes teilzunehmen.

Habe leider nicht massig Zeit, sonst würde der Beitrag sicher länger ausfallen, das zumindest schonmal zu meinen Hauptanliegen.
 
N
Ninchen
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Frühere Einschulung Beitrag #10
Ach ja, körperliche Reife ist übrigens ein Punkt, dem ich nicht so viel Bedeutung zumesse. Daher habe ich den auch nicht näher begründet. Die körperliche Reife wäre für mich wohl eher kein Grund, Eltern zu empfehlen ihr Kind nicht in die Schule zu schicken, max. kann es sein, dass bei einem ohnehin im Selbstwertgefühl sehr schwachen Kind die Tatsache, dass es körperlich weit unterlegen ist (Größe, Kraft) zusätzlich angemerkt wird.
 
A
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Frühere Einschulung Beitrag #11
Beispiel und Frage

Hallo Ninchen,

danke für deine ausführung. sie zeigt m.E. ein systematisch und sogfältiges vorgehen, was allerdings in viele kigas (leider, leider) nicht der fall ist.

nun habe ich aber noch eine frage. Du schreibst:

Wichtig für die Schulreife finde ich im sozialen Bereich vor allem die Entwicklung des Selbstwertgefühles. Ein Kind, welches seine Meinung nicht äußert sondern immer klein bei gibt oder einfach gar nichts sagt, sich ständig unterordnet und anderen den Vortritt lässt (was manchmal bestimmt positiv ist, aber nicht als Dauerverhalten) wird meiner Ansicht nach in der Schule Schwierigkeiten haben, sich durchzusetzen und am mündlichen Teil des Unterrichtes teilzunehmen.
nehme ich einmal Mädche V. 5 Jahre und ein erheblichen kognitiven entwicklungsvorsprung. nun merkt dieses kind instinktiv, dass sie "anders" ist als anderen. Ihre sprache wird nicht so verstanden und sie interessiert sich für andere sachen als die andere kinder in der gruppe. Trotzdem bringt sie ein soziale glanzleistung, denn sie versucht sich so gut wie es geht in der gruppe zu integrieren. das führt dazu, dass sie sehr darauf bedacht ist, nichts zu tun, was sie auch nur im geringsten von der gruppe unterscheiden würde. fragt man sie als erstes, was sie machen möchte, versucht sie entweder zu erraten, was die mehrheit der gruppe (bzw. ihre momentane spielkompanen) möchte und sich entsprechend äußern, oder sie zuckt mit den schultern und schweigt sich aus.

nach deiner beobachtung würdest du zwar den kognitiven vorsprung erkennen (alleine schon aus der regelmaß udn sorgfalt womit du arbeitest), würdest du aber auch erkennen ´, warum ihr anscheind nicht so starkes sozialverhalten eigentlich aus dem bedürfnis der akzeptanz vorkommt?

Vielleicht hört sich das jetzt etwas konstruiert an, aber ich habe hier drei solche ehemalige Kindergartenkinder zu hause sitzen und kenne inzwischen so an die hundert oder sogar mehr, denen es ähnlich ergangen ist.

würde mich einfach einmal interessieren,


Olav
 
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Vevi
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Frühere Einschulung Beitrag #12
Hallo Olav!

Ich war leider heut Nachmittag nicht zu Hause - so kann ich erst jetzt deine Frage beantworten.

Ich habe zur Dokumentation verschiedene Beobachtungsbögen. Natürlich mache ich mir darüber hinaus noch weitere Notizen über jedes einzelne Kind - schon vom ersten Tag des Kindergartenbeginnes an.

Sehr aufschlussreich sind auch die Elterngespräche, die mir sehr helfen, das Kind entsprechend zu fördern.

Tja, und was ein Kind in welchem Bereich können sollte das wurde uns schon in der Ausbildung vermittelt und es gibt diverse Fachliteratur die uns Richtlinien gibt.
In letzter Zeit versuchen wir immer stärker mit den Lehrern unserer Grundschule zusammenzuarbeiten.

In punkto körperliche Schulreife gehört für mich mehr als nur die Körpergröße - dazu zählen auch: Grobmotorik, Gleichgewicht, Feinmotorik, der taktil-kinästhetischer Bereich, die visuelle und die auditive Wahrnehmung wie auch das Sprechen, Körperschema und Lateralität dazu.

Und in welchem Umfang und Intervall - ich versuche täglich Beobachtungszeiten einzuplanen - aber es stimmt - bei einer Gruppe von 23 Kindern (Gruppenhöchstgrenze bei uns in OÖ) - ist es schwer jedes einzelne Kind gut zu dokumentieren.

Liebe Grüße
Eva
 
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Catwoman
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Frühere Einschulung Beitrag #13
welche Überheblichkeit!



Liebe Vevi, das geht jetzt nicht gegen dich persönlich!

Es ist auch das Argument, welches ich von den hiesigen Erzieherinnen sehr oft gehört habe. Als ob SIE ALLEIN und vll noch die Schulärzte bzw. die Schule die Kinder beurteilen können!!
Das ist den Müttern bzw. Eltern gegenüber , .....
mir fehlen die Worte...

so nach dem Motto: ICH habe schliesslich meinen Beruf gelernt, während IHR 'nur durch biologischen Zufall' die Eltern des Kindes seid und so gaar nichts wisst!!!
Und die selbe IGNORANZ ist mir in meinem Anerkennungsjahr auch von meiner Cheffin entgegen geschlagen... ich war nicht nur die dumme Praktikantin sondern auch noch eine dumme Mutter!

Mein (älterer) Sohn hat sich im KiGa GENAU SO verhalten/ gefühlt, wie Olav und Geli das geschildert haben.

In dem Kindergarten, in dem ich mein Anerkennungsjahr gemacht habe, gab es noch mehr solche Kinder....

Warum fällt es vielen Erzieherinnen schwer, die Kinder so an zu nehmen, wie sie sind?
Warum haben sie Angst vor Kindern, die mit drei Jahren bis 25 zählen, das Alfabet aufsagen und Buchstaben bzw. Zahlen erkennen und schreiben?
Die die Regeln im Kindergarten hinterfragen ?
Die alleine auf Entdeckung gehen und nicht an der Hand der Erzieherin hängen in den ersten Wochen?
Warum haben sie Angst vor 3jährigen, die NICHT von den grossen Mädchen hin und her geschleppt werden wollen, sondern alleine entdecken?

Da wird dann nach DEFIZITEN gesucht .

Diesen Kindern wird erzählt: 'Das kannst du nicht!' und 'Das darfst du nicht (können)!'
Die Kinder werden klein gemacht - von den Erzieherinnen. (ich rede hier von 3jährigen!!)
Und wenn diese Kinder merken: die übrigen Kinder der Gruppe machen das so, spielen so und sie verstehen nicht , was ich sage.... wenn diese Kinder von der Erzieherin (ihre Bezugsperson) vermittelt bekommen: DU BIST ANDERS! DU SOLLST SO SEIN, WIE DIE ANDEREN KINDER!

Dann wundert es mich nicht, das sie sich anpassen und am ende gar nichts mehr sagen und sich heraushalten.


GOTT SEI DANK gibt es noch andere ErzieherInnen , die es fertig bringen solche Kinder an zu nehmen und sogar noch fördern... und es gibt welche, die sich zumindest auf den Weg begeben (haben)....(ninchen)


Ich möchte nur eines zu bedenken geben:
Ist dir nicht aufgefallen, das du nicht immer und überall 'du selbst' bist?
Ich meine damit: Du verhälst dich z.B. in der Schule anders als im Kindergarten und da wieder anders als zu Hause... und die Kinder eben auch.

VG CAT
 
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Vevi
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Frühere Einschulung Beitrag #14
Liebe catwoman!

Das habe ich niemals geschieben, dass ich alles besser weiss - die meisten Eltern haben ein sehr gutes Gespür für ihre Kinder - keine Frage!
Aber es gibt leider auch Ausnahmen! Nicht einmal wurde ein Kind - gegen unseren Rat in die Schule gesteckt und nach ein paar Wochen, nachdem es aus Überforderung den Schulbesuch verweigert hat, kam es in die Vorschule bzw. in den Kindergarten zurück. Vor diesen Erfahrungen wollen wir diese Kinder schützen. Den Rat mit dem Schulbesuch noch zu warten, gebe ich allerdings nur, wenn ich mir absolut sicher bin, dass das Kind den schulischen Anforderungen nicht gewachsen ist - und entschuldige, etwas berufliche Kompetenz habe ich schon!

Ich habe mit Sicherheit kein Problem damit, wenn ein Kind mit drei Jahren bis 25 zählen kann - wahrlich nicht! Meine Kinder können alle die Regeln hinterfragen - ich stell sie ja auch mit ihnen auf. Mehr möchte ich zu deinen Anschuldigungen nicht Stellung nehmen, weil ich denke, sie beziehen sich nicht auf meine Beiträge, sondern auf deine eigenen Erfahrungen.

Was mir auffällt - schon zu Beginn des Beitrages - und jetzt vor allem durch deinen Kommentar catwoman - jeder interpretiert sehr stark seine eigenen Erfahrungen in den zu diskutierenden Text. Leider fehlen uns genauere Informationen zu dem zur Diskussion stehenden Fall.


Es tut mir Leid, dass ich dich mit meinen Beiträgen so aufgebracht habe.
Es tut mir Leid, wenn ich meine Beiträge so überheblich geschrieben haben soll - bin ich nicht - ehrlich.


Entschuldige
Eva
 
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Catwoman
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Frühere Einschulung Beitrag #15
Brauchst dich nicht zu entschuldigen!

Und du hast recht: jeder interpretiert das hinein, was er/sie selbst erlebt hat bzw. heraus zu lesen glaubt...
Es stimmt, den Artikel kann man so oder so lesen...

Und ich wollte nicht von DIR behaupten, das DU überheblich wärst -- sondern ich wollte damit ausdrücken, das diese Aussage sehr oft gemacht wird und leider dahingehend, das die Eltern KEINE AHNUNG hätten....

Da muss ich mich wohl entschuldigen! Schliesslich kenne ich dich gar nicht und ich möchte dir wirklich nicht deine fachliche Kompetenz absprechen..

Aber ich möchte noch eines bemerken:
Wenn nun eines dieser Kinder gelernt hat, mit seinem Wissen nicht heraus zu kommen (es zu zeigen), wie soll es dann auf einmal in der Schule alles zeigen (können)? Es MUSS ja dann zwangsläufig kapitulieren (erlernte Verhaltensweise)... da freut es sich auf die Schule , es will endlich lernen und dann darf es mit den anderen Kindern zusammen alle Buchstaben lernen und wie im 20er Raum gerechnet wird --- etwas, was es schon lange kann!!! das es dann komplett 'zu macht' und sich 'doof' stellt und 'versagt' ist doch eine logische folgerung! ('sich-selbst-erfüllende-Prophezeihung')

Wobei ich ganz ehrlich nicht bestreiten will, das es auch Eltern gibt , die eine 'rosa Brille' auf haben und manches in ihr Kind hinein interpretieren, was nicht da ist ....
Da hast du auch recht!
Aber , nebenbei, das sind die wenigsten... die meisten Eltern können ihr Kind ganz gut einschätzen, was die Stärken wie auch die Schwächen betrifft...

VG CATWOMAN
 
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Vevi
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Frühere Einschulung Beitrag #16
Hallo catwoman!

Es freut mich, dass wir uns schön langsam auf einen grünen Zweig bewegen.

Vielleicht ist es deshalb so wichtig, im Kindergarten das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen der Kinder zu stärken?

Ich denke, gute Lehrer wissen, ob ein Kind es weiss oder nicht.
Gute Lehrer bemühen sich, die Hintergründe zu erforschen, und mit den Eltern zusammenzuarbeiten. (Ich weiss aber sehr wohl, dass es nicht nur gute Lehrer gibt!)

Gott sei Dank wurde in den letzten Jahren der Wert der Elternarbeit erkannt und verstärkt werden Elterngespräche - sowohl im Kindergarten als auch in der Schule - gesucht.

Auch wenn es dir wieder missfällt - auch wir Kindergärtnerinnen sind in unserer Stadt dabei miteingebunden: Mit Einverständinis der Eltern dürfen wir mit den Lehrern über die Kinder reden.

Es stimmt, es sind die wenigsten Eltern so engstirnig, dass sie sich nicht beraten lassen - aber leider kommt es immer wieder vor! Und jedes Kind, ist hier ein Kind zuviel.

Liebe Grüße
Eva
 
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Frühere Einschulung Beitrag #17
Nein!!! Es missfällt mir keineswegs!

Im Gegenteil: das, was du da beschreibst gibt es in Baden-Württemberg schon einige Zeit und nennt sich 'Kooperation'....
Die Kooperationslehrerin kommt in den KiGa und lernt die Vorschüler kennen und arbeitet mit ihnen und beobachtet sie .
Sie spricht dann auch mit den ErzieherInnen - die meistens froh sind, noch eine weitere Meinung zu hören, gerade in Fällen, in denen sie sich unsicher sind. WEIL nämlich die Kinder sich bei der Lehrerin auch wieder anders benehmen, als den Erzieherinnen gegenüber....
Obwohl es hier auch geteilte Meinungen darüber gibt.. es kommt immer darauf an, was man daraus macht!

Da kann ich Danni nur beipflichten, die (an anderer Stelle) einmal gesagt hat: 'Es steht und Fällt mit der KiGa-Leiterin...'

Es geht mir eigentlich darum, das es gerade für diese 'besonderen' Kinder sehr schwer ist, ihren Fähigkeiten gemäss gefördert / gefordert zu werden....
Und das wiederum steht und fällt mit den Lehrern...

Da ist es hier auch so, das nach der zweiten Klasse die Klassenlehrer wechseln, damit die Kinder auch die Chance haben, mit einer/m anderer/m KL aus zu kommen...

Das kenne ich vom Bundesland Hessen her gar nicht: keine Kooperation, keine KL-Wechsel, kein Überspringen einer Klasse, ...

Wie gesagt: auch hier steht und fällt es mit den Lehrern / der Schule... meistens aber wie vorhin beschrieben....

Was tut man am besten mit solchen Kindern, die dann Gefahr laufen, sich auch in der Schule zu langweilen und weit hinter ihren Möglichkeiten zurück zu bleiben??

VG CAT
 
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Catwoman
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Frühere Einschulung Beitrag #18
Sorry, war zwei mal abgeschickt... :oops:

CAT
 
A
Anonymous
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Frühere Einschulung Beitrag #19
morgen
hier ist ja was los...

ich denke schon, dass solche entscheidungen im einzelfall (fix) geklärt werden müssen. aber nicht durch tausend instanzen. es gibt doch sicher einiges an möglichkeiten festzustellen, ob ein kind eingeschult werden sollte oder nicht. ohne dass eine riesentestreihe, von experte zu experte geschleppe und dauerndes hin und hergezerre noch einen seelischen schaden beim kind hinterläßt. wie geht es einem kind das so durch die bürokratischen und testenden mühlen und meinungen geschubst wird, dass ein gericht entscheiden muß, du kannst oder du kannst nicht.
was legt sich dabei für ein schatten (wie lange) auf das selbstwertgefühl?

ständig klinsch der eltern mit denen, denen sie die nächsten jahre "ausgeliefert" sein werden. das an dieser stelle, weil ich kürzlich ein buch in der hand hatte, wo ich auf diesen menschlichen zug :wow: aufmerksam wurde.
und weil ich mal miterleben durfte wie ein kann kind (das dringend zur anschaffung eines weiteren lehrers gebraucht wurde) "getestet" wurde.
geleitet wäre besser gewesen. ;-) es kam in die schule. in eine kleinere klasse (gut für es) und mit lehrers motivation im nacken - "dieses kind schafft im normalgang diese schule"! (auch gut für es).
umkehrschluss möglich?
auch der druck der eltern auf ein solches kind, ist doch vllt. immens - du schaffst das - dafür haben wir gekämpft. :kA:

das finde ich total schlimm! ich glaube, dass das gericht in diesem fall zum wohle des kindes entschieden hat. nicht weil es die eltern in die schranken weisen wollte, nicht weil es den fachleuten ihre fachliche kompetenz absprechen wollte, sondern damit das kind endlich ruhe hat? :kA:

p.s. wofür`s m.m.n. zu kämpfen gälte:
kiga und schulstrukturen zu schaffen, die jedes kind und seine persönlichen fähigkeiten so fördert, dass keine langeweile und keine überforderung aufkommt.
so offen wie möglich.

p.p.s.
und das es immer noch kigas gibt, dessen anforderungen und anreize sich ausschließlich um die altersgrenze 3/6 jahren bewegt, ist schade, sehr schade.
 
A
Anonymous
Gast
Frühere Einschulung Beitrag #20
vielleicht

hallo claudia,

du hast recht, die entscheidung on einschulung ja oder nein ist immer ein einzelfall entscheidung. der verwaltungsvereinfachung haben wir es zu verdanken, dass kinder die zwischen en 1.1 und 30.6 eines jahres 6 werden, eingeschult werden, ungeachtet ihre entwicklung. dagegen wird es von tausende faktoren abhängig gemacht, ob ein kind was zwischen den 1.7 und 31.12 6 wird inegschult werden kann.

wer ein kind zurückstellen lassen möchte, weil es zum stichtag in seine entwicklung noch nicht so weit ist, muss unheimlich viele fakten belegen können, da wird geschaut, gedacht, überlegt usw.

für eine frühere einschulung allerdings, müssen dann oft die gefühlsmäßige argumente herhalten. und das ist, wogegen ich mich wehre.

sowohl eva als auch ninchen sind (zusammen mit viele hier vertretene erziehrinnen, die allerdings nicht representativ für die berufsgruppe sind) lobenswürdige ausnahmen. das argument der gruppengröße wird oft gebracht, ein argument, welches ich nur mit kopfschütteln anhöre. in andere länder sind die gruppen größer und wird von gesetzeswege vorgeschrieben, dass zweimal jährlich die eltern der kinder (ab 4. lebensjahr, gruppe 1 des kindergartens) ein entwicklungsbericht vorgelegt und erklärt wird... und das funktioniert!

das grße problem ist für mich häufig weniger die frage, ob die gefühle der erzieherinnen täuschen, sondern die frage, was wird gemacht, wenn ein kind nicht eingeschult wird, obwohl es kognitiv sehr wohl die anforderungen der schule benötigt. förderung kann für mich nur dann stattfinden, wenn ich die stärken des menschen herausfordere, aber in wieviele einrichtungen besteht seitens der erzieherinnen wirklich der bereitschaft ein kind kognitiv wirklich auf dem niveau der schule zu fordern, damit sie es in schwächere bereiche fördert?

natürlich ist mein bild ein wenig verzeichnet, weil ich in meiner beratung fast nur die kinder kennen lerne, wo es schief gegangen ist, wenn ich aber bedenke, wie die erzieherinnen bei vivian damals reagierten als sie, entgegen der empfehlung, in februar für die schule gemeldet wurde und wie sie sich in Juli dazu äußerten, oder wenn ich an ann-lois denke, der sich dem altersniveau der gruppe perfekt angepasst hatte und sogar in der schule noch längere zeit ihr lehrerin an der nase herumführte, dann sehe ich deutlich, dass es keine einzelfälle sind.

mir geht es darum, und deswegen dass ich bei ninchen ud eva so nachfrage, wie wird beobachtet, wird dokumentiert und auf welche basis kommt eine empfehlung zustande. sind erzieherinnen, auch wenn sie so sorgfältig arbeiten wie diese beiden, sich bewußt von diese ausnahmen und sind sie bereit in dieser hinsicht auch auf die eltern zu hören?

ich kenne allerdings auch die eltern, deren kinder schon früh "können müssen" und auf teufel komm raus gedrillt werden, deren terminplan voller ist als die von manch ein topmanager. es git sie und es gibt sie zunehmend mehr, nicht zuletzt weil viele eltern angst für die zukunft der kinder haben, wenn sie nicht zur spitze gehören. aber gerade in solche situationen ist es doch unumgänglich eine sorgfältiuge, auf fakten, beobachtungen und entwicklungsberichte basierte empfehlungen abzugeben. nur so kann man sich dann, im interesse des kindes, wehren gegen überspannte erwartungen und anforderungen der eltern.

ich merke es in den schulen. wenn eltern sich bei mir melden und anfangen mit "mein kind ist hochbegabt und..." frage ich zunächst nach. Testergebnis alleine reicht mir nicht, wie erfährt die lehrerin das kind, wie ist die klassensituation usw. wenn dann die dokumentation steht, kommen wir zu ein fundierte empfehlung. Der Zeitaufwand dafür liegt bei etwa 5 bis 6 stunden, verteile ich diese über 2 jahre kiga, habe ich pro kind und jahr 3 stunden, macht 75 stunden im jahr. Allerdings, und da kneift der schuh manchmal, wer so etwas nicht regelmäßig und systematisch macht, braucht mehr zeit, viel mehr zeit.

Cats reaktion kann ich verstehen, ist aber auch ein gutes beispiel dafür, wie systematisches arbeiten die reibungsflächen vermindern kann. Eine erzieherin die mit eltern frühzeitig über ihre beobachtungen spricht und überlegt, wie sie ein kind mit ein kognitiven vorsproung im möglichen letzten jahr fordern kann, damit es in "defizitäre" bereiche aufholen kann, hat ein ganz anderen basis als erzieherinnen, die erst in februar, wenn es um die anmeldung geht, sagen, dass ein kind noch nicht so weit ist. bis dahin war die welt dann für eltern in ordnung und jetzt, auf einmal, ist etwas nicht mehr okay. dann kommt zu der andere einschätzung auch die frage auf, warum nicht schon früher was gesagt wurde. alleine da liegt, ungeachtet der inhalt der empfehlung, schon ein konflikt und spannungspotential, welches sich vermeiden läßt.

So, und für ein samstagvormittag w ich eigentlich nichta rbeiten wollte, reicht es mir jetzt, ich wüncshe euch ein schönes wochenende,


Olav
 
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