Hohe Anforderung an sich und Frust - wie damit umgehen

    Diskutiere Hohe Anforderung an sich und Frust - wie damit umgehen im Erziehung und Bildung Forum im Bereich Pädagogik - Arbeit mit Kindern; Hallo, mein Sohn hat die hier schon häufiger beschriebenen hohen Anforderungen an sich und verweigert zum Beipiel Malen aus dem Grund, daß seine...
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happy.sky
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Hohe Anforderung an sich und Frust - wie damit umgehen Beitrag #1
Hallo,
mein Sohn hat die hier schon häufiger beschriebenen hohen Anforderungen an sich und verweigert zum Beipiel Malen aus dem Grund, daß seine Figuren nicht solche Gesichter bekommen, wie die auf den Altaren von Tilman Riemenschneider oder die Blumen nicht so gut aussehen, wie die von Modersohn. Er will nicht mal im Malbuch malen, weil er ja übermalen könnte.
Ich kann das nicht... höre ich ganz häufig von ihm. Kindergarten stempelt ihn als sozial und emotional auffällig ab. Als ich das Thema HB als Möglichkeit ansprach (bei uns in der Familie durchaus häufiger, teilweise getestete IQ´s um 148, teilweise einfach recht klug ohne getestet zu sein) wurde ich völlg irritiert angesehen.
Wie versucht Ihr diesen Frust der Kinder zu umgehen oder sie einfach daran zu gewöhnen, daß man einiges nicht so erreichen kann, wie man es gerne möchte.
Ich möchte ihn mit Spaß an Dinge heranführen, denn diese totale Verweigerung von Sachen und Aktivitäten verschließt so viele Türen.

LG von Happy.sky
 
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Re: Hohe Anforderung an sich und Frust - wie damit umgehen
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Anonymous
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Hohe Anforderung an sich und Frust - wie damit umgehen Beitrag #2
Diskrepanz

Hallo,

als erste ein herzliches Willkommen auf dieser Seite. Natürlich kann ich keine Patentlösung bieten, aber vielleicht habe ich, oder einer der andere besucher Ideen, wo ihr Ansetzen könnt.

Das, was Du beschreibst ist tatsächlich nicht unbekannt. Lieber nichts tun, als die Frust es nicht richtig zu tun.

Nun bin ich nicht so ein riesen Künstler, vielleicht auch, weil ich ein ähnliches Problem habe: Ich weiß zu genau was ich will... Was malen angeht, würde ich es mal versuche mit abstrakte Aufgaben. Großes Papier an der Wand, drei Grundfarben und ein breiten Pinsel. Die Fläche füllen lassen, verschiedene Techniken anwenden, große Bewegungen. Vielleicht sogar mit ein Schwamm nachziehen lassen. Dabei kann Erfahrung mit Material gesammelt werden, Bewegungen geübt usw.

Ein weitere Übung wäre, aus ein Stück Ton (etwas weniger als ein Tennisball) nur mit sanften Druck der Fingerspitzen (also nicht kneten, Rollen, Schlagen oder so...) zunächst einen Kugel bilden. Daraus soll ein Ei entstehen, wobei der Ton die ganze Zeit an einem Stück bleibt und nur mit den Fingerspitzen bearbeitet wird. Daraus entsteht dann ein Robbenbaby.

Wichtig ist, dass Dein Sohn erstens die Erfahrung macht, er kann soch etwas und zweitens, das er merkt, je mehr deatils angebracht werden, desto schwieriger ist es genau zu arbeiten. Sind die Fromen einfach (wie bei ein Robbenbaby) und lässt man viele details erst einmal weg, dann erkent das menschliche Auge viel schneller einen Form. Die Menge der Details steuert in eine bestimmte Richtung-

Gesellschaftsspiele sind auch ein guten Weg, wobei die Regeln eindeutig geklärt sien müssen. Mit meine Kinder weigere ich z.B. irgend ein Gesellschaftsspiel zu spielen, wenn nicht das Handbuch mit auf dem Tisch liegt. Die Auslegung meiner Kinder tendiert zu häufig in gerade deren Vorteil...

Ich wünsche Dir viel Erfolg,

Olav

(Ach ja, warum muss er eigentlich malen? kann er nicht fotograiferen? Digital macht es billig möglich.)
 
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happy.sky
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Hohe Anforderung an sich und Frust - wie damit umgehen Beitrag #3
Hallo, danke für Deine Antwort... das Malen habe ich als pars pro toto gewählt. Es ist überall das Problem... ich kann es nicht so wie ich es will.

Aber fotografieren ist veilleicht eine gute Idee. Ich bin auch kein Picasso. Und male nicht, wenn es sich nicht vermeiden läßt.

Ich weiß auch gar nicht, ob ich hier richtig bin. Mein Sohn ist jetzt 4 und hat einen schwerbehinderten älteren Bruder. Dadurch bekommt er nicht die Förderung und Aufmerksamkeit wie er bekommen hätte, wäre er das erste oder einzige Kind.

Ich habe also auch keinen richtigen Vergleich und zumindest nach der Außenwelt zu schätzen will ich meine Enttöushung über ein behindertes Kind duch ein anderes besonderes Kind ausgleichen.

Bei meinem Sohn ist eigentlich das Wissen gar nicht so toll, er kann nur ein wenig lesen und schreiben... aber ich finde eben seine Art der Problemlösungen, die schnelle Logik, erlerntes anwenden auf neues...so auffallend.

Er analysiert zum Beispiel auch Emotionen mit dem Kopf: So zum Beispiel sagt er, Du streckst jetzt die Arme nach vorne, damit ich in Deine Arme kommen kann und wir schmusen können. Oder, wenn Du die Augen so zusammenkneifst bist Du immer böse, warum machst Du das.

Er kritisiert meine Handlungen und sieht sich Erwachsenen ebenbürtig. Er hält sich im Kiga lieber bei der Köchin auf und diskutiert mit ihr die Essenspläne und hilft beim Putzen, als daß er in der Gruppe ist. Nur bei der Köchin spricht er auch.

Im Kiga verweigert er alles, spielt nicht, singt nicht, spricht nicht. Besondere Fähigkeiten werden nicht erkannt, so Aussage der Erzieherinnen.

Mit 2 Jahren stellte er verwundert fest, daß Mond und Sonne bei Tag am Himmel waren. Daß morgens das Licht in die Küche scheint und Nachmittags ins Wohnzimmer und ließ es sich erklären...

An seinem dritten Geburtstag diskutierte er über Glück und wie verschieden das für die einzelnen Menschen sein kann. Dann hatte er mit 3,5 seine biblische Phase und fragte nach Gott, wieso nur Vater im Himmel, wieso nicht Mutter im Himmel, wie kann Got einen Sohn haben ohne eine Mutter im Himmel, ist Gott geschieden, wenn er im Hillen und Maria mit Jesus auf der Erde lebt. Wieso ist Gott nicht tot, wenn doch nur Tote in den Himmel kommen....

Erst einmal danke für die Antwort und vielleicht auch den Hinweis... die Erzieherinnen haben recht und ich muß in andere Richtung Probleme lösen.

Ich bin nur auf das Thema HB gekommen, weil es ein Familiemproblem damit gab... und ich bei einer Lektüre von Schulschwierigkeiten von HB Kindern ich mich auf einmal wieder erkannt habe, mit allen meinen sozialen, emotionalen und anderen schulischen Problemen.

LG von Happy.sky

PS Bin heute von meiner 26 Monate alten Tochter beim Momory an die Wand gespielt worden.
 
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Hohe Anforderung an sich und Frust - wie damit umgehen Beitrag #4
Grins, breites Grinsen...

Hallo,

zu seiner Entwicklung. Weil Dir einen vergleich fehlt soviel gesagt: nur die wenigste 4 Jährigen lesen schon. die wenigste kleine Kinder lassen sich erklären wie das mit MOnd und Sonne ist und die wenigsten sind in der Lage Wahrnehmungen wie Du sie beschreibst zu verbalisieren und umzusetzen.

Obwohl es sehr schwierig ist, aus der Distanz eine Diagnose zu treffen, zeigt Dein Sohn doch eine erheblich Anzhal von Verhaltensweisen die man auch bei hochgbegabte Kinder sieht. Das, in Kontext mit eine bemerkung, dass HB häufiger bei Euch in der Familie vorkommt (bist du selbst betroffen??), läßt durchaus zu, dass Du von ein wenigstens weit überdurchschnittliche Begabung ausgehst.

Ich würde versuchen, so gut wie es geht, seine Fragen zu beantworten und vielleicht die ErzieherInnen auch einmal auf diese Seiten und dieses Forum zu schupsen. Wenn Informationsbedarf besteht, können Sie sich gerne an mich wenden.

freundliche Grüße,

Olav van Gerven
 
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happy.sky
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Hohe Anforderung an sich und Frust - wie damit umgehen Beitrag #5
Hallo,
ganz herzlichen Dnak für die Zeit, die Du meinem Problem widmest. Irgendwie fühle ich mich jetzt ein wenig wohler, tatsächlich Zeichen richtig zu interpretieren, und nicht nur meine verlorenen Hoffnungen und Erwartungen wegen eines behinderten Kindes auf ein anderes zu projezieren.

Was die Familie angeht: Mein Schwager ist als totaler Schulversager in stationärer psychiatrischen Behandlung gewesen, IQ 148. Ich bin zwar immer in der Schule die beste oder eine der besten gewesen, aber das Thema HB wurde nie problematisiert. Ich habe mich eben in den Schilderungen von hb Kindern wieder erkannt. Ich glaube nicht, daß ich irgednwie besonders herausragenden Kenntnisse oder Fähigkeiten habe. Aber ich denke schneller als mein Umfeld und das reichte in der Schule schon, um Probleme zu machen. Ich habe lediglich in Hobbygruppen und im Studium richtig Anschluß an Gleichaltrige gefunden.

Der KiArzt fragte mich nach einer Untersuchung von meinen Söhnen neulich unvermittelt, ob ich jemals auf hb getestet worden bin.

Mein Bruder war ein totaler Schulversager, Abi erst auf der Abendschule über den Umweg der KFZ Mechanilker Lehre und hat denn den Lufthansa Piloten Test bestanden, der ja uach nur von einem geringen Prozentsatz der Bevölkerung zu meistern ist. Also liegt zumindest auch eine überdurchschnittliche Begabung in den gestesteten Teilbereichen vor.

Auch bei meinem Mann liegt zumindest eine überdurchschnittliche Intelligenz vor. Ob er oder in in den hb Bereich gehören- keine Ahnung.

Jetzt noch mal eine andere Frage... mein Sohn will nicht in Gruppen... soll man da sanften Druck ausüben oder ihn sich alleine mit seinen Rätselbüchern beschäftigen lassen. Wie stellt man einen gesunden Ausgleich her?

LG von Happy.sky
 
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Hohe Anforderung an sich und Frust - wie damit umgehen Beitrag #6
eMail

Hallo,

ich habe eine email geschikct, ist etwas besser,

Olav
 
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inki
Ich schaue mich noch um!
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Hohe Anforderung an sich und Frust - wie damit umgehen Beitrag #7
Hallo happy sky!

Als ich deine Worte las, mußte ich unvermittelt an meinen Sohn denken : er ist inzwischen 11 Jahre alt, getestet hb.

Ich versuchte etwa in gleichem Alter deines Sohnes ,ihn, naja,wie soll ich sagen, mit sanftem Druck in Kindergruppen zu geben. Es war mir so wichtig, daß er viele Freunde hatte... Heute würde ich das mit Sicherheit nicht mehr machen, ich habe ihm da etwas aufgedrückt, was eigentlich mir wichtig ist, dadurch habe ich es ihm sicher schwerer gemacht. Laß ihn selbst entscheiden, was er will, ich glaube, daß es ihm dabei besser gehen wird - manche Kinder sind nun mal eher Einzelgänger, bzw. finden keine Freunde, die ähnlich sind und das ist schwer genug....

Liebe Grüße
von inki
 
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