Kinder mit zur Trauerfeier?

    Diskutiere Kinder mit zur Trauerfeier? im Religionspädagogik Forum im Bereich Pädagogik - Arbeit mit Kindern; Ich war mir bis jetzt immer sicher, das ich meine Kinder mit zu anstehenden Beerdigungen oder Trauerfeiern mitnehmen wollte, doch jetzt wo die konkrete...
K
kaula
Ich bin öfter hier!
Registriert seit
10. Juni 2003
Beiträge
108
Zustimmungen
0
Alter
46
Kinder mit zur Trauerfeier? Beitrag #1
Ich war mir bis jetzt immer sicher, das ich meine Kinder mit zu anstehenden Beerdigungen oder Trauerfeiern mitnehmen wollte, doch jetzt wo die konkrete Situation nächste Woche ansteht, fange ich an zu wanken.
Der Uropa von Malte und Gesa ist heute in Ruhe eingeschlafen.
Nächste Woche wird dann die Trauerfeier sein, denn sein Wunsch war es eingeäschert zu werden und dann halbanonym bestattet zu werden.
Sie kennen ihn beide flüchtig, Malte mehr Gesa kaum. Obwohl unser Verhältnis gespannt ist nein war, haben wir lockeren Kontakt gepflegt udn so 4-5 mal pro Jahr haben sie ihn auch gesehen, zuletzt haben wir es aber aufgrund das es Harry so schlecht ging nicht mehr gemacht.
Dagegen spricht das sie ihn kaum kannten udn das sie das was sie empfinden nur kaum in Worte fassen können.
Dafür spricht das es halt ihr Uropa war, und das es ein sichtbares (fassbares) Abschiednehmen ist, zumal Malte sich gerade intensiv mit Tod auseinandersetzt.
Wie würdet ihr das halten?
 
G
Geli
Moderator
Mitarbeiter
Registriert seit
17. April 2003
Beiträge
7.098
Zustimmungen
0
Alter
43
Kinder mit zur Trauerfeier? Beitrag #2
Hallo!
Wie alt sind die Kinder denn?
Wenn Dein Sohn sich sowieso intensiv mit dem Thema befasst, würd ich ihn auf jeden Fall mitnehmen, denn ich denke, es ist eine "gute Gelegenheit" (wenn ichs denn mal so ausdrücken darf), das Thema zu behandeln. Das Kind hatte dann ja wohl nicht soooo die emotionale Bindung zu dem Uropa. Ich fänds deshalb gut, so ist er vorbereitet und weiß, was auf ihn zukommt, wenn man was mit näherstehenden Verwandten sein sollte *aufholzklopfentu*
Alerdings wirst Du die Kids wohl am besten kennen und eher sagen können, wie sie das "verpacken" und - Du musst natürlich die Zeit haben, das Ganze dann kindgerecht aufzuarbeiten und, wenn nötig auffangen zu können

Liebe Grüße, Geli
 
M
Musikatze
Ich bin eine Forenlegende!
Registriert seit
14. Januar 2003
Beiträge
8.744
Zustimmungen
0
Alter
54
Kinder mit zur Trauerfeier? Beitrag #3
Liebe Kaula, die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten: Vieles spricht dafür, einiges dagegen... Nicht zuletzt hängt es ja auch vom Alter der Kinder ab. Ich habe meine Kinder (seit sie 4, bzw. 6 Jahre alt sind) öfters zu Beerdigungen - Gottesdienst, dann ans Grab, hinterher Trauerfeier - mitgenommen. Vorher haben wir den Ablauf besprochen, das Verhalten, auch, dass Erwachsene vielleicht weinen müssen und wollen, wozu die Blumen da sind, die Musik, etc. und es kam dann ganz spontan der Wunsch, auch etwas ins Grab zu legen= dem geliebten Onkel mit zu geben und so vielen schön gemalte Bilder ins Grab.
Aber die Kinder müssen es wirklich wollen und im Falle eines unvorhergesehenen (Kinder-) Ereignisses mußt Du Dich entweder auf sie verlassen können ( ;-) "bitte benehmt euch" ;-) ) oder bereit sein, die Beerdigung schnell zu verlassen.

Besprich es am besten mit Deinen Kindern!

Alles Gute von der Musikatze
 
H
Hongxuan
Ich bin eine Forenlegende!
Registriert seit
27. Juni 2003
Beiträge
20.580
Zustimmungen
0
Alter
52
Kinder mit zur Trauerfeier? Beitrag #4
Hallo Kaula

ich würde sie schon mitnehmen. (wie alt sind sie eigentlich?).
Auch wenn das Verhältnis gespannt war - war das unter den Erwachsenen oder auch mit den Kindern?
Denn selbst mit Konflikt, haben die Kinder nur das eine Mal, Abschied zu nehmen.


Hmm und wo ich das gerade schrieb, dachte ich, Abschied nehmen können die Kinder auch später am Grab, oder davor.
Es kommt darauf an, wie ihr das macht. Ich hatte ein gutes Verhältnis zu meinen Großeltern, und sie sind erst gestorben, als ich schon erwachsen war. Ich hab ihnen mal Windrädchen und andere Verziehrungen aufs Grab gesteckt, weil ich sie nicht nur traurig in Erinnerung hab.

Bei einer Trauerfeier ist es, glaube ich, für Kinder hart, wenn sie andere Erwachsene weinen sehen. Ich war letztes Jahr auf der Trauerfeier einer Bekannten und ihre Enkel, die älteste 8, waren dabei. Hatten allerdings auch ein sehr intensives Verhältnis mit der Oma. Für die Kinder war es wichtig dabei zu sein, allerdings hatten sie viel Unterstützung und Vorbereitung, auch dass die Erwachsenen, die ja sonst immer stark erscheinen, da halt nicht so stark schienen. Dann kommt es auch auf die Feier an. Ich kenne sie als eine Feier des Lebens des Verstorbenen. Viele schöne Erinnerungen werden wachgerufen. Das ist für Kinder schon auch wichtig, vor allem, wenn sie die Person haben krank und leiden sehen.

Wenn ihr viel drüber redet, auch deine Gefühle und die anderer, die deiner Kinder, dann müsste es eigentlich gehen.
Vielleicht auch den Zusatz, dass ihr jederzeit rausgehen könnt, wenn sie das wollen.

Ich wünsch dir viel Kraft für die kommende(n) Woche(n)
 
L
Lylo
Ich liebe das Forenleben!
Registriert seit
9. Februar 2003
Beiträge
1.533
Zustimmungen
0
Alter
33
Kinder mit zur Trauerfeier? Beitrag #5
hi, abgesehn von den fragen, die die anderen schon gestellt haben: was sagen deine kinder denn dazu? WOLLEN sie überhaupt mit?
 
M
Miri
Ich schaue mich noch um!
Registriert seit
31. Dezember 2003
Beiträge
35
Zustimmungen
0
Alter
35
Kinder mit zur Trauerfeier? Beitrag #6
Hallo Kaula!

Also, ich kann mich nur anschließen, was die anderen sagten!
Ganz objektiv würde ich sagen: "Nimm sie mit!"
Wenn sich dein Sohn z.Z. mit dem Tod auseinander setzt,... Aber wie schon gesagt wurde: Die Vorbereitung ist wohl was sehr wichtiges!

Das hat meine Mutter bei mir wohl bei der ersten Beerdigung verpasst, sie sagte zwar, dass meine Uroma gestorben war und nahm mich dann auch mit auf die Beerdigung (ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Uroma).
Ich war damals ca. 3Jahre alt, weiß aber noch sehr, sehr genau wie es mir in dem Moment in der Kirche ging:
Ich sah weinende Erwachsene, Leute die alle nichts sprachen und weinten, gestützt werden mussten und fast zusammen brachen.
Das war für mich wirklich so schlimm, ich fühlte mich so hilflos! Ich wollte meine Mutter soviel Fragen und wollte Erklärungen, aber das ging ja in der Kirche nicht und auch meine Mutter weinte...
War wirklich eine schlimme Situation und die ist mir auch sehr im Gedächtnis geblieben!

Weiß natürlich auch nicht konkret woran es lag, ob ich zu jung war, zu wenig erklärt wurde... und es reagiert ja auch jedes Kind anders darauf!
Du kennst deine Kinder am Besten und merkst ja auch, ob sie Interesse haben, ob sie es begreifen und verarbeiten können....

Viel Kraft wünscht dir Miri
 
K
kaula
Ich bin öfter hier!
Registriert seit
10. Juni 2003
Beiträge
108
Zustimmungen
0
Alter
46
Kinder mit zur Trauerfeier? Beitrag #7
Ihr habt gefragt, wie alt die beiden sind. Gesa ist 2,5 und Malte 4,5 Jahre. Ihn beschäftigt das Thema schon sehr intensiv, so fing er gestern aus heiterem Himmel an von Coco zu erzählen dem Vogel von meiner Schwiegermutter, den er auch nur selten gesehen hat, das der ja jetzt tot ist und das Iris seine Tante ihn im garten beerdigt hat.
Wie sie es aufnehmen, weiss ich noch nicht, wir wollen es ihnen heute abend gemeinsam erzählen, denn es ist ja der Opa von meinem Mann.
Ich werde ihm auch erzählen, wie so eine Trauerfeier aussieht und zumindest Malte soll dann selbst entscheiden, ob er mitmöchte oder nicht.
Gesa wird wahrscheinlich nur sagen Mama, papa oma etc weint und uns streicheln wollen, so reagiert sie zur Zeit auf weinende Menschen.
Ich habe eben nochmal mit Maltes Erzieherin gesprochen, die mir auch nochmal bestätigt hat, das er auch dort sich mit dem Thema stark auseinandersetzt und sie glaubt, das er das "gut" verkraften würde, und es vielleicht auch ein Stück zur verabeitung seiner eigenen gedanken und ein sichtbares Abschiednehmen ist.
Ich selber arbeite ja als Diakonin und ich wurde schon oft gefragt, so wie ich euch jetzt frage und ich hab meist gesagt, ich würd sie nicht einfach so weglassen, Kinder brauchen dieses ritual auch zum Abschiednehmen und Tod ist schon viel zu sehr Tabuthema geworden allerdings muss so etwas auch vorbereitet werden durch Gespräche. Und jetzt wo ich selbst betroffen bin, komme ich halt ins wanken.
Ich warte jetzt erstmal ab wie er nachher reagiert
Danke schonmal für euer Zuhören
 
A
Anonymous
Gast
Kinder mit zur Trauerfeier? Beitrag #8
hallo
als meine mutter und kurze zeit später mein schwager, starben war meine tochter noch ganz klein. sie hat die trauer ganz nah erlebt und viel gefragt, zu hause konnten mein mann und ich ihr auch einigermaßen rede und antwort stehen. zur beerdigung haben wir sie bewußt nicht mitgenommen, weil wir nicht die kraft gehabt hätte ihre gefühle aufzufangen. mit etwas abstand konnten wir dann auch mit ihr gemeinsam auf den friedhof gehen. sie hat viel und interessiert gefragt und nette dinge für auf`s grab gebastelt oder blumen gepflückt. selbst bewußt getrauert hat sie erst einen weile später, als ihr richtig bewußt wurde das wer fehlt und viele gewohnte alltagssituationen sich verändert hatten.

beim tod meines vaters war sie fast 9 und max 5 und sie sind beide auf eigenen wunsch mitgegangen. währende der zeremonie auf dem friedhof waren sie bei meinen schwiegereltern. die große ist dann spontan zu uns ans grab gekommen, tat gut sie in der nähe zu haben. max wollte nicht direkt mit ans grab, er ist im hintergrund bei meiner schiegermutter geblieben. auch da konnten wir beobachten, dass das verarbeiten der eigentlichen trauer später einsetzte.
wenn es dir und deinem mann mit der situation recht gut geht, würde ich es ihnen freistellen ob sie mitgehen wollen, ihnen aber die möglichkeit des rückzuges einräumen.
viel kraft euch vieren!
 
A
Anonymous
Gast
Kinder mit zur Trauerfeier? Beitrag #9
ich denke mal das hängt vom kind ab?

kann mich nur an ein eigenes erlebniss erinnern. ich war damals kindergartenalter.
damals starb mein über alles geliebter grossvater. meine mutter hat mich nicht mitgenommen trotz mehrmaligem bitten. ihr antwort (du bist noch zu klein und es ist besser wenn du nicht mitkommst)

auf alle fälle war das für mich ein erlebniss das ich nie mehr vergessen habe. ich war sehr traurig nicht dabei gewesen zu sein :( denke heut noch ab und zu daran.

lg bird
 
M
Miri
Ich schaue mich noch um!
Registriert seit
31. Dezember 2003
Beiträge
35
Zustimmungen
0
Alter
35
Kinder mit zur Trauerfeier? Beitrag #10
Hallo Bird!

Ja, das was du sagst, ist eben das andere...
Vor einem halben Jahr starb eine Freundin und ich war zu der Zeit nicht da, bekam es erst 2Wochen später mit.
Ich weiß, dass sie tot ist, kann es aber nicht begreifen und denke immer, ich sehe sie demnächst mal wieder zufällig aufm Marktplatz oder so... Es tut mir so leid, dass ich nicht da war und dass ich nicht dabei war, macht es mir sehr schwer!

Aber das Thema an sich ist natürlich auch eines der Schwierigsten (mir würde nichts schwereres einfallen...), das Schlimmste ist aber sicher gar nicht mit den Kindern darüber zu reden!
Vorallem wenn die Kinder sich gerade mit dem Thema auseinander setzen und Fragen dazu haben, sollte man diese auch beantworten und ein offenes Ohr dafür haben!
Der Tod ist einfach etwas, was schwer zu erklären ist und noch schwieriger zu verstehen!

Immer wieder sagen unsere Kiga-Kinder, wenn sie ein überfahrenes Tier sehen: "Nacher kommen bestimmt die Freunde und machen sie wieder lebend!"

Liebe Grüße Miri
 
K
kaula
Ich bin öfter hier!
Registriert seit
10. Juni 2003
Beiträge
108
Zustimmungen
0
Alter
46
Kinder mit zur Trauerfeier? Beitrag #11
Wir haben es vorhin den Kindern erzählt. Dazu haben wir Bilder vom Uropa angeguckt und erzählt was er früher alles so gemacht hat und dann eben gesagt das er heute leider gestorben ist. Da Malte sich damit halt doch sehr beschäftigt, wurde er sehr unruhig, fing auch etwas an zu weinen und meinte: Dann bin ich aber ganz doll traurig.
Er wollte dann auch wissen was mit Ticktackopa jetzt passiert, wo er denn jetzt ist, wo seine Sachen sind und und und. Wir haben versucht es so kindgerecht wie irgendmöglich zu erzählen. Er hat aber auch nicht locker gelassen.
Wir haben auch vom Abschiedsgottesdienst erzählt (so haben wir die Trauerfeier genannt) das dort alle nochmal abschiednehmen, aber eben auch das die alle sehr traurig sind und wahrscheinlich auch weinen werden. Das man da nochmal blumen oder bilder für den Ticktackopa hinlegen kann.
Und haben ihn auch gefragt und er sagte spontan ich möchte da mit hin und möchte für Ticktackopa noch ein Bild malen.
Das werden wir jetzt morgen machen.
So wie ich Malte kenne, wird er auch die nächsten Tage immer wieder nachfragen und ich glaube langsam für ihn ist es gut wenn er mitkommt.
Bei Gesa bin ich mir da nach wie vor unschlüssig. Sie selbst hat kaum reagiert zumindest nicht mit Worten, aber dafür ist ihr Wortschatz auch noch zu gering. Dennoch hat sie gespürt, das was nicht in Ordnung ist, denn sie wollte uns ständig in den Arm nehmen und kuscheln.
Da werd ich noch abwarten, wie die nächsten Tage werden und wie groß das ganze wird, wir werden gleich erstmal noch mit Schwiegereltern telefonieren um eben auch noch neueres zu erfahren.
 
V
Vevi
Ich lebe im Forum!
Registriert seit
14. August 2004
Beiträge
859
Zustimmungen
0
Kinder mit zur Trauerfeier? Beitrag #12
Hallo Claudia!

Ich finde es sehr gut, so wie du es machst.

Ich bin selber auch von klein auf mit meinen Eltern auf Begräbnisse gegangen - auch wenn es entfernte Bekannte waren. Mit dem "Tod" hatte ich nie ein Problem - auch wenn es später engere Verwandte und Bekannte waren.

Deshalb war ich auch etwas verwundert, als eine Freundin (16 Jahre alt) von mir, total verzweifelt war, als ihre Großmutter starb - meine Freundin war vorher noch nie auf einem Begräbnis - und so hat sich noch nie vorher mit dem Thema auseinander setzen müssen.

Der Tod gehört zum Leben dazu - und ich finde auch, dass die Kinder das von klein auf lernen sollen.

Liebe Grüße
Eva
 
M
Musikatze
Ich bin eine Forenlegende!
Registriert seit
14. Januar 2003
Beiträge
8.744
Zustimmungen
0
Alter
54
Kinder mit zur Trauerfeier? Beitrag #13
Liebe Eva, Dein letzter Satz hat mir richtig gut gefallen - sie sollen es lernen oder noch besser erfahren!
Wir müssen unsere Kinder vor vielem beschützen, doch eben gerade nicht vor der Erkenntnis, dass das körperliche Leben zu Ende gehen wird. In christlichen Familien, christlichen Gemeinschaften gibt es ja immerhin noch den großen Trost der Auferstehung, des Weiterlebens bei Gott...

Viele Grüsse von der Musikatze
 
A
Anonymous
Gast
Kinder mit zur Trauerfeier? Beitrag #14
n`abend
ja, eva und musikatze, das kann ich aus eigener erfahrung bestätigen. habe selber mit dem thema tod arg probleme - gehabt - bis wir ( nicht lachen) zu einem bestatter zur miete gezogen sind, diese tatsache ( alltag) hat mich ein imenses stück "weitergebracht" ......
 
A
Anonymous
Gast
Kinder mit zur Trauerfeier? Beitrag #15
Anmerkung: ich habe das Thema hierher verschoben ...
 
K
kaula
Ich bin öfter hier!
Registriert seit
10. Juni 2003
Beiträge
108
Zustimmungen
0
Alter
46
Kinder mit zur Trauerfeier? Beitrag #16
Gestern war es nun so weit.
Wir haben beide Kinder mitgenommen und es haben schon einige etwas komisch geschaut, das wir sie wie selbstverständlich mit in die Kapelle genommen haben. (der Pastor wusste aber bescheid, und fand es gut, und meinte es wäre sogar in Ordnung wenn sie vorne rumlaufen)
Jeder von uns hatte einen an der Hand und wir sind nach vorn zum Sarg gegangen haben unsere Blumen hingelegt und die Kinder haben ihre Bilder hingelegt.
Dann durften die Kinder selbst entscheiden, wo sie sitzen wollten.
Gesa ging zu meiner Schwiegermutter mit nach vorn in die erste Reihe, Malte ging zu meinen Eltern in die dritte Reihe, wir sassen vorn auch mit in der ersten Reihe. Obwohl es noch gut 15 min dauerte bis der Trauergottesdienst begann, waren sie ganz still, schauten sich um und nahmen die Stimmung in sich auf, so schien es zumindest.
Ein leichtes Lächeln huschte uns immer übers Gesicht, wenn Gesa mit dem Fuss leicht gegen die Bank klopfte und es plopp machte.
Dann begann der Gottesdienst mit einem Orgelvorspiel nach der Melodie "So nimm denn meine Hände".
Und es folgte der typische Ablauf des Trauergottesdienst. Ich hab natürlich auch immer mal wieder zu meinen Kindern rübergelinst.
Gesa kuschelte sich ganz eng an Oma an, aber es sah eher so aus als ob sie versuchte zu trösten, denn das sie Trost suchte.
Malte sass ganz ruhig zwischen meinen Eltern und ich hörte nur ab und an wie er ganz leise fragte, ob Uropa jetzt da vorne wirklich drin liegt und ob er ihn nun wirklcih nie wieder sehen würde.
Am Ende des Gottesdienstes gab es noch Reden von Vereinen etc und dann zogen wir am Sarg vorbei nach draussen wo nochmal alle uns ihr Beileid wünschten (auch hier waren die beiden ganz still, aber eher andächtig nicht eingeschüchtert) und dann ging es zum Essen. Und als sie merkten das diese "merkwürdige" Stimmung sich auflöste und sich alle unterhielten, fingen sie ganz normal an zu spielen.
Nachmittags waren wir noch bei meinen Schwiegereltern udn sind dann abends zurückgefahren. Gesa suchte zwar noch unsere Nähe aber schlief dann bei mir ganz ruhig und ich hab sie dann später auch in ihr Bett gelegt und dort hat sie ruhig weiter geschlafen. Malte ist problemlos in sein eigenes bett gegangen.
Im Nachhinein haben alle gesagt, wie gut es tat die beiden kleinen dabei zu haben, weil das Leben halt ein Kreislauf ist und wie gut die beiden sich verhalten haben in der Kapelle.
Als Fazit kann ich nur sagen - Kinder gehören dazu - genauso wie der Tod zum Leben gehört.
Wichtig ist nur das man als Eltern seine eigene Trauer auch im fall der Fälle hinten anstellen kann, um sich um die Kinder zu kümmern, und evt auch rausgehen zu können, oder jemanden mit in der Kapelle zu haben den die Kinder gut kennen.
Und es ist unerlässlich den Kindern so gut es geht zu erklären was passiert.
So fragte uns Malte warum denn Opas Körper noch da ist, dann würde er doch auch leben.
Da haben wir gesagt, Opas Herz ist wie ein Motor und der ist jetzt kaputt und schlägt nicht mehr damit ist der Körper noch da, aber die GEdanken und gefühle sind jetzt bei Gott (Seele ist ein zu schweres Wort für Kinder)
Wir haben auch erklärt das Opa verbrannt wird, weil er es so wollte und das dann die Asche in ein paar Wochen dann in der ERde vergraben wird (auch da werden wir jetzt die Kinder mitnehmen, da es sie interessiert und sie ein recht darauf haben zu spüren wie es weitergeht)
Da Malte mit dem Wort Asche nix anfangen konnte, haben wir Papier verbrannt und haben ihm die Asche gezeigt.
Es ist aber nicht so das es nur noch um das Thema geht, aber es kommt immer mal wieder, aber ich habe auch das Gefühl das nach dem Gottesdienst es für ihn auch gut war zu sagen Tschüss Opa.
Wir haben dann auch noch ein paar andere Gräber auf dem Friedhof besucht, so von seiner Uroma die er gar nicht kennengelernt hat und dort durfte er noch die blumen sich genau angucken.
 
L
Lylo
Ich liebe das Forenleben!
Registriert seit
9. Februar 2003
Beiträge
1.533
Zustimmungen
0
Alter
33
Kinder mit zur Trauerfeier? Beitrag #17
hallo,

freut mich sehr, dass es so gut gelaufen ist bei euch :)
 
M
Miri
Ich schaue mich noch um!
Registriert seit
31. Dezember 2003
Beiträge
35
Zustimmungen
0
Alter
35
Kinder mit zur Trauerfeier? Beitrag #18
Hallo Kaula!

Schön, dass du uns noch davon berichtet hast, wie es nun alles lief!
Toll, dass alles klappte und ich denke es war eine prägende und wichtige Erfahrung für eure Kinder!

- Dazu will ich noch sagen, dass ich es echt toll finde, wie ihr euren Kindern alles erklärt! Allein das mit der Asche finde ich eine tolle Idee, da würden wohl die wenigstens den Kindern so ausführlich zeigen wie es entsteht und aussieht!

Viele Grüße Miri
 
ANGEBOTE & SPONSOREN
http://www.kinder.dehttps://www.babyforum.de
Oben