Körperwelten in Hamburg

    Diskutiere Körperwelten in Hamburg im Erziehung und Bildung Forum im Bereich Pädagogik - Arbeit mit Kindern; Liebe Medienkritiker und Medienfreunde, nun ist es soweit! Körperwelten hat in Hamburg ihre Tore geöffnet. In der Presse wurde diese Ausstellung...
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Anonymous
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Körperwelten in Hamburg Beitrag #1
Liebe Medienkritiker und Medienfreunde,

nun ist es soweit! Körperwelten hat in Hamburg ihre Tore geöffnet. In der Presse wurde diese Ausstellung kontrovers diskutiert.
Die Frage die ich hier stellen möchte: Körperwelten ist für Kinder ab sechs Jahre geöffnet.
Sollen Kinder mit sechs Jahren über die anatomischen Gesetzmässigkeiten aufgeklärt werden?
Wie kann eine moralische / ethische auseiandersetzung mit dem Thema Tod und Körperwelten erfolgen?
Der Tod war für Kinder bis vor ca 40 Jahren ein normaler Teil des Leben. Wieso wird er heute von Kindern ferngehalten und somit evtl. die Angst der Kinder geschürt?

Liebe Grüße

Holger
 
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Morgaine
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Körperwelten in Hamburg Beitrag #2
Hallo Holger,

es stimmt das Thema Tod wird in unserer Gesellschaft viel eher tabuisiert als das Thema Sexualität. Ich glaube vor einigen Jahren war das genau anders herum.

Ich habe große Bedenken mit einem 6 jährigem Kind diese Ausstellung zu besuchen. Ich glaube das für mich selber die Ausstellung schwierig wäre.

Ich finde es sehr schwierig dem Kind dann erklären zu müssen, dass dies alles mal Menschen waren die lebten. Liegt das Problem dann vielleicht eher bei uns Erwachsenen?

Ich würde es in Erwägung ziehen mit einem Kind dort hin zugehen, dass sagen wir mal 14-15 Jahre alt ist.
 
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Anonymous
Gast
Körperwelten in Hamburg Beitrag #3
hallo

um medizinische fragen um körperliche begebenheiten zu erörten und zu verdeutlichen finde ich die methode der plastination o.k. mit einer ausstellung zu medizinischen zwecken für studierende hätte ich kein problem.....ist sicher sehr informativ...

was aber die anderen, die "künstlerischen" objekte seiner arbeiten angeht finde ich diesen "künstler" abscheulich, pervers - abartig!
ich denke die finanziellen aspekte stehen bei der ausstellung seiner "kunst" im vordergrund, nicht die informativen. er bereichert sich an der sensationslust der gesellschaft.
wenn man allein den vorgang der "beschaffung" seiner leichen mal anschaut und was er im ausland alles so treibt, kommt mir das :kotz:
man sollte seiner "künstlerischen betätigung" (auslebung seiner perversen neigungen) einen riegel vorschieben. ich kann nur hoffen das die justiz diesen fall mal zu packen kriegt, die gesetzeslücken reizt er nämlich gut aus!
einen besuch seiner ausstellung käme für mich nicht in frage, diese art von "kunst" möchte ich mit meinem eintrittsgeld nicht unterstützen. ob meine kiddies sich den typen "reintun" ist dann später ihre sache....
 
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Björn
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Körperwelten in Hamburg Beitrag #4
Abend,

ich kann mich Claudias Beitrag weitesgehend anschließen.
Obwohl mich die Ausstellung doch interessiert, denke ich nicht daran derartige Marktwirtschaft zu Unterstützen.
Schon allein der Gedanke mich in die lange Reihe der Wartetenden hineinzustellen ist für mich peinlich.

Trotz wissenschaftlicher, medizinischer und pathologischer Interessen und Ziele gibt es genügend Hinweise auf rein marktwirtschaftliche Interessen, die damit, m.E. allen ehtischen Grundsätzen widersprechen.
Allein der Aufbau und Gestaltung der Internetseite ist für mich ein Schlag in´s Gesicht, im Sinne des Schutzes und der Achtung toter Menschen.

Ein kleines Beispiel, der Shop von Körperwelten:
https://ssl.koerperwelten.de/de/pages/shop.asp

Prof. Dr Gunther von Hagen kann erzählen was er will.
Er verfolgt rein finanzielle Interessen und geniest die öffentliche Aufmerksamkeit die ihm zu Gute kommt.

Die Menschen fasziniert das Schockierende, Unvorstellbare und Ekelerregende.
Somit trägt im eigentlichen Sinne nicht Prof. Dr. Gunther von Hagen die alleinige Verantwortung, sondern vorallem die "Heeren" die seinen Werbesprüchen folgen und ihre Gaffgeilheit durch die "Arbeit - Körperwelten" befriedigen können.

Im Sinne der Aufklärung über Körperteile und -funktionen für Kinder kann gestritten werden.
Ich bezweifle jedoch dass das Nutzen von Medien weniger Informationen und Wissen vermittelt als ein Besuch bei Körperwelten, bei dem sich jeder schwimmende Embryonen in Gläsern und ein Baby im Leib der Mutter (alles plastiniert und deformiert) ansehen können.

Während ich hier Schreibe überkommt michein leichtes Gefühl der Übelkeit.
Nicht das ich die Anblicke bei der Ausstellung nicht ertragen könnte, jedoch wird mir allein bei dem Gedanken an diese deformationen, die den Menschen zugefügt worden sind, übel. :kotz:

Diese übertrieben deformationen, die Prof. Dr. Gunther von Hagen den Leichen zugefügt hat, beinhalten keinerlei Nutzen, ausser den Erschreckungseffeckt.

In diesem Sinne: Leb Wohl ethischer Grundsatz! Leb Wohl Achtung der Toten! Leb wohl Sensibilität!

Diese Ausstellung ist lediglich ein Zeichen dafür,w as alles legal ist und wie kalt unserer Gesellschaft geworden ist!

Viele Grüße,
Björn
 
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Körperwelten in Hamburg Beitrag #5
moin, moin ihr lieben,
ich sehe das etwas differenzirter!
ich denke auch wird der merchandising"kult" übertrieben. merchandising zu diesem thema finde ich auch ethisch sehr fragwürdig aber vielleicht stehen unsere kinder ja später neben unserem grab und verkaufen original gebisse (made in taiwan) und zum leichenschmaus kahn wahlweise das letzte gericht des Herrn H. oder dieHerrn H. Lieblingsspeise als Kind bestellt werden. aber das nur so am rande.

Ich war ja in der ausstellung. und ehrlich, mit leichen oder toten menschen hat das für mich nichts zu tun gehabt!!!!!! in jedem bio raum sollte ein skelett stehhen, mehr steht da auch nicht. wenn durch die gänge gegangen wird ist eine wahnsinnige ruhe zu spüren. die ausstellung ist für mich so ethisch und moralish vertretbar.

Was für mich nicht vertretbar ist, ist die art und weise wie damit umgegangen wird. denn zur show wird die ausstellung nicht von von Hagen gemacht sondern von de Medien und den Besuchern!!! die positionen in denen die plastinate dargestellt werden sin absolut typische situationen und ich habe bislang nur solche bewegungen dort sehen können.

Bis hierhin erstmall

Holger
 
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Körperwelten in Hamburg Beitrag #6
mahlzeit
ich habe mir bewußt einige dokumentaionen über das werken von herrn von hagen angesehen und kann wirklich nur hoffen, das sich die staatsanwaltschaft mal langsam mit dem typen beschäftigt! ich glaub bayern wars, wo er sich nicht sehen lassen soll.... :happy:
...und es stehen in erster linie finanzielle interessen dahinter - er kauft billig leichen - beim zoll als "fleisch nicht direkt zuordbar" deklariert und verschachert die "plastinate" für teuer geld...
wie gesagt, zu medizinischen zwecken - in grenzen = o.k. aber was der typ da treibt ist krank! irgendwo muß man auch mal grenzen setzen!
 
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Pippin
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Körperwelten in Hamburg Beitrag #7
hallo,
ich besuchte die ausstellung, die vor einigen jahren in mannheim war, stellte mich in die reihe wartender und lief durch die ausgestellten plastinierten menschen. als krankenschwester interessierte mich die anatomie und pathologie. als "mensch" der mensch. ich denke, es wichtig zu berücksichtigen, wie ein jeder selbst mit tod und würde umgeht. für mich hört das leben mit dem tod auf und ob jemand sich verbrennen läßt oder erdbestattung wünscht, muss jeder selbst wissen, ob er seine organe spendet oder sich nach seinem tod zur plastination zur verfügung stellen möchte, auch.
ich fand den menschen in der ausstellung nie pervers oder als erniedrigend dargestellt. der mensch, der seine haut in der hand hält hat schon etwas künstlerisches.
damals konnte man einen katalog erwerben (1997 wars glaub ich), mehr nicht.
wie die heutige ausstellung inszeniert ist, weiß ich nicht.

ganz ehrlich, mit merchandising läßt sich ein schweinegeld verdienen! das könnte wegfallen, das hat eine ausstellung wie diese nicht nötig. wirklich krank sind die leute, die sich ein plastinat bestellen, um es sich nur hin zu stellen.

mit kindern würde ich die situation und aufklärung berücksichtigen, eine pauschale gibt es da nicht.
das problem liegt in unserem umgang mit dem tod und krankheit überhaupt.

gunther hagens (heißt er wirklich von?) ist seltsam, keine frage.

gruß pippin
:clown:
 
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Andrea 79
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Körperwelten in Hamburg Beitrag #8
Hallo!

Ich habe mir die Austellung vor ein paar Jahren in Mannheim angesehen

und ich fand sie gut!!!!!!!!!

Es wurde dort ermöglicht, Einblicke in den menschlichen Körper zu erhalten, die normal wirklich nur Medizinstudenten vorbehalten sind.
Ich war am Anfang äußerst skeptisch, ob ich diese Austellung "wegstecken" würde oder sie als gruselig empfinden würde. Sie war nicht gruselig! Nicht gruseliger als unser Anschauungsmaterial im Biounterricht.
Und mal ehrlich, würde er nicht "Kunst" (ich weiß darüber kann ohne Ende diskutiert werden) betreiben, würde es diese Ausstellung nicht geben, da es für die meisten Menschen nicht von Interesse wäre.

Lediglich ein Plastinat fand ich damals "unpassend" und ethisch einfach nicht richtig: Die schwangere Frau mit ihrem Baby im Bauch.
Denn ich war zu diesem Zeitpunkt der Meinung - und bin es heute noch - dass sie für ihren Körper die Einwilligung zwar gegeben hat, aber doch nicht für ihr Kind..
Welche Frau rechnet denn beim Unterzeichnen schon damit, dass sie einmal schwanger sterben wird. Das empfand ich als pietätslos, da wär ne "Ausnahme" fällig gewesen (sprich: noch nach dem Tod vom Vertrag "zurücktreten" zu können).

und mal rein hypothetisch: Würde ich mit einem sechs-jährigen Kind in diese Ausstellung, würde ich mich trotzdem hüten ihm zu erklären, dass das echte Leichen sind. Was in so einer Kinderpsyche vorgeht, kann man nämlich von außen leider nicht sehen. Ich dagegen kann das für mich selbst entscheiden.

Fazit: Ich fands interessant.

Lieben Gruß
Andrea ;)
 
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Anonymous
Gast
Körperwelten in Hamburg Beitrag #9
Hallo Ihr Lieben,
@claudia: Die Staatsanwaltschaft überprüft ständig den "typen". Ich kenne mich in bayern nicht aus, aber meines wissens ist münchen die landeshauptstadt, dort wurde die ausstellung vor hamburg gezeigt. es durften lediglich drei plastinationen nicht gezeigt werden. ;-)

@Hanna: Jau Hanna, der heißt wirklich Gunter von Hagens

@Andrea: der bereich in dem die plastinationen der kinder und der schwangeren gezeigt werden ist abgetrennter bereich. das denke ist in ordnung und sehr positiv zu bewerten. ich kann deine argumentation gut verstehen. trotzdem ist es eine frage des menschenbildes. es kann auch argumentiert werden das mutter und kind zusammengehören. im übrigen hat mich die plastination mit am stärksten beeindruckt aus menschlicher wie aus medizinischer sicht.

lg an alle

Holger
 
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Andrea 79
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Körperwelten in Hamburg Beitrag #10
Hallo Holger!

Stimmt schon beeindruckt hat sie mich wirklich.
Aber zu dem Argument, Mutter und Kind würd ich noch gerne was anmerken.

Klar gehören die beiden zusammen, keine Frage. Aber als die Mutter ihr Einverständnis zu ihrer Ausstellung gegeben hat, war sie nicht schwanger. Hat also zu diesem Zeitpunkt auch nicht unerschrieben, dass ihr Kind mal ausgestellt werden darf. Dass sie jetzt schwanger gestorben ist, hat sie beim Unterzeichnen bestimmt nicht bedacht. Und ich denke da sollte dann doch ein bißchen Feingefühl einsetzen und so ein Vertrag vergessen werden. Denn soweit ich informiert bin (korregiert mich, wenn ich falsch liege) waren die Angehörigen darüber nicht so glücklich und haben auch versucht, das zu verhindern.
Da war ich jedenfalls nicht so glücklich drüber, denn das Kind hatte nicht die Wahl zu sagen, ich möchte das und die Mutter konnte da auch nicht mehr gefragt werden, ob sie das wirklich so wollte.
Aber hast recht, kann man vermutlich aus tausend Perspektiven sehen.

Lieben Gruß,
Andrea ;)
 
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Pippi Langstrumpf
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Körperwelten in Hamburg Beitrag #11
Hallo,

als die Ausstellung vor einigen Jahren in Kassel war und ich das erste mal davon gehört habe, hat es mich schon sehr interessiert und ich war ganz fasziniert. Habe sie mir aber nicht anschauen können. Mittlerweile habe ich mehrere Dokumentationen über von Hagens und seine Ausstellung gesehen und ich muß sagen, daß ich ziemlich schokiert und angewidert bin. Mehrere Autoren haben aufgezeigt, dass zumindest einige ausgestellte Menschen ihre Einwilligung nicht gegeben haben . Bei einem Russen wußte die Familie gar nicht, dass im vermeintlichen Grab gar nicht seine Leiche liegt. Leichen und Leichenteile aus Altenheimen und Krankenhäusern, vor allem Menschen ohne Verwandten, werden über dunkle Kanäle aus dem Ausland nach Asien verfrachtet, wo er eine riesige Firma aufgebaut hat.
Ehemalige Mitarbeiter berichteten darüber, daß die Plastinate aus verschiedenen Leichenteilen zusammengebastelt werden, so entstand wohl auch das Plastinat mit dem Baby.

Von Hagens sucht auch ganz gezielt nach bestimmten Menschen mit herausragenden Merkmalen. So hätte er gerne den größten Menschen in seiner Sammlung. Ein ehemaliger Basketballspiler, der wegen seiner Größe erhebliche körperliche Beschwerden erleiden muß, aber nicht das nötige Kleingeld verfügt um sich behandeln zu lassen.

Von hagens hat ihn mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt (medizinische Hilfe)und er sollte den Vertrag unterschreiben, dass er nach seinem Tod zur Verfügung steht. Das wollte er aber nicht. Also, ist er einfasch ohne Behandlung stehen gelassen worden. Wird daber immer wieder von Agenten besucht, die ihn dazu überreden wollen.

Ich finde das nicht in Ordnung und widerlich. Der Bericht geht noch auf vile andere Details ein, die ich gar nicht alle aufzählen kann.

Ich würde mir diese Ausstellung nicht anschauen und e sauch keinem empfehlen, vor allem nicht mit Kindern.
Das Thema Tod kann sicherlich auf andere, bessere Weise an Kinder herangetragen werden.

Liebe Grüße

Pippi Langstrumpf
 
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Pippin
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Körperwelten in Hamburg Beitrag #12
hallo,
es kommrt mir so vor, als sei der erfolg diesem menschen zu kopf gestiegen. geld bewirkt eine menge......
schade, dass er sich aus dem ethischen bereich in beschaffung der leichname hinaus bewegt.
im mittelalter haben ärzte im wissen um ihr leben heimlich leichen seziert, weil es nicht erlaubt war. heute spielt eben geld eine rolle, menschen machen viel für geld....
gruß pippin :clown:
 
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Schurki
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Körperwelten in Hamburg Beitrag #13
Hallo Holger,
ich glaube, dass es die Unsicherheit der Leute ist, unbefangen mit der Ausstellung umzugehen.
Kann man so etwas Kindern zeigen? ...Ist der Von Hagens jetzt sauber oder nicht? ...Ist es ethisch vertretbar, Tote in "Kunstobjekte" zu verwandeln?...
Die Ansichten klaffen weit auseinander, und das in allen Kreisen. Kinder haben früher wirklich mehr Tod erfahren müssen, als ihnen dazu erklärt wurde. Heute ist das anders. Da wird viel darüber gesprochen, aber irgendwie so, als wenn man übers Christkind redet.
Ich hätte sie mir auch einmal angesehen, die Ausstellung, finde es aber nicht weiter tragisch, sie verpasst zu haben. Könnte mir auch vorstellen, sie mit Kindern zu sehen, aber erst nach eigener Begutachtung und gründlicher Überlegung.
Gruß. Schurki
 
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