Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr?

    Diskutiere Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? im Brennpunkt/News & Gewinnspiele Forum im Bereich Ganz aktuell; Hallo zusammen, immer mehr Gruppen schließen, es wird um Kinderaufnahmen gekämpft, um den Standart zu erhalten. So fließt natürlich immer mehr an...
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Anonymous
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #1
Hallo zusammen,

immer mehr Gruppen schließen, es wird um Kinderaufnahmen gekämpft, um den Standart zu erhalten. So fließt natürlich immer mehr an Wünschen der Eltern mit in die Arbeit. Es werden Windelkinder toleriert, das Alter geht etwas runter usw.
Ist es vorstellbar, dass an Feiertagen, Wochenenden usw. eine Betreuung im Kiga angeboten wird? Womöglich auch mit Übernachtungsmöglichkeit?
 
K
karottal
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #2
Hallo Susi!

Wir sicher irgendwann einmal kommen.......das mit den Feiertagen und so....gibts ja schon ansatzweise in diversen Einkaufszentren......
Mit Übernachtung gibts zum Teil auch schon, in Betriebskindergärten von Krankenhäusern zum Beispiel- da find ichs ja auch ok,....wenn mal alleinerziehende Krankenschwester ist, die Nachtdienst machen muss....ich möchts trotzdem nicht für mein Kind...

Immer jünger Kinder werden auch aktuell.....bei uns wird diskutiert , 2jährige in den Kindergarten zu stecken, beim gleichen Betreuungsschlüssel (1,5 Personen pro 25 Kinder)....Krabbelstuben mehr oder weniger zu eliminieren und dafür nur noch alterserweiterte Gruppen mit 16 Kindern zwischen 1 und 14 Jahren zu machen, ebenfalls mit 1,5 Personen .....

Irgendwann sitzen wir mit 40 Kindern alleine da und der Kindergarten wird wieder nur eine Aufbewahrungsstätte...

*kopfschüttel*
nachdenkliche Grüße
karottal
 
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Vevi
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #3
Hallo!

Tja, das denke ich auch. In Österreich, ist am 8 Dezember (noch) Feiertag - aber die Geschäfte haben LEIDER offen. :mad:

Dieses Jahr bin ich ganz ernsthaft von einigen Eltern angesprochen worden, warum wir an diesem Tag nicht öffnen, da ja die Geschäfte ohnehin auch offen hätten.

Liebe Grüße
Eva
 
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LadyV
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #4
Hallo!!!

Ich arbeite zur Zeit noch in einem Betriebskindergarten und wir hatten auch immer Samstags geöffnet und es wurde kaum angenommen weder von Kunden noch von Mitarbeiterkinder. Aber der Trend geht bestimmt dahin, denn normal war für unsere Gruppenkinder der Samstag "Tabu" aber einige Kinder kamen doch regelmähßig, was ich nicht gut fand. Denn das waren meist die MÜTTER die nicht arbeiten und meinen am Wochenende ungestört einkaufen zu müssen!!! Sowas find ich einfach ätzend. Versteh nicht warum man sein Kind so abschiebt dann sollte man keine bekommen. Aber das gehört hier jetzt wohl nicht wirklich her.
Noch was anderes bei uns hat jetzt ein Kindergarten ein Kinderhotel am Wochenende eingerichtet. Da können Eltern ihre Kinder abgeben um mal ein Wochenende auszuspannen oder wegzufahren. Die Betreuung übernehem dann Erzieher und Praktikanten. Ich weiß aber noch nichts genaueres sprich keine Kosten, Vorraussetztungen usw.

lg LadyV
 
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Björn
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #5
Amnd,

ich möchte meine Meinung zur Diskussion gerne in einer andere Richtung lenken.
Gerade druch das heutige Treffen des AKbQ (Aktion: Kinder brauchen Qualität!) in Nürnberg ist mir etwas besonders ins Bewußtsein gerückt, als sich die Beteiligten über die wenigen Betreuungsplätze unterhielten.

Wohin lassen wir uns bringen? Oder sollte ich die Frage anders Formulieren:
Was wollen wir eigentlich?

Frauen - die wieder in den Beruf gehen wollen, aber nicht in ihre alte Arbeit zurück gehen können, müssen einen anderen Job annehmen der ihnen Angeboten wird, sonst gibt es eine Streichung, bzw. Kürzung der Zuschläge.

D.h.,, eine Mutter lässt sich ihre Kinder wegnehmen, indem sie dazu gewzungen wird eine Arbeit anzunehmen, anstatt Erziehungsarbeit in der Familie zu leisten.
Nicht weniger anders sieht es natürlich bei den Vätern aus.

Ich frage. Warum wird die Arbeit in der Familie geringer Bewertet als die ausserhalb der Familie?
Mindestens ein Elternteil sollte zu Hause bleiben können und 24h Arbeit mit der Kindererziehung etc. leisten können, inkl. Anerkennung und Förderung seitens des Staates.

Für den ein oder andern Leser kann dies so wirken als ob ich mir das eigene Wasser Abgrabe (als zukünftiger Erzieher), aber wir müssen uns ernsthaft Fragen wo wir in der Familienpolitik im Kontext zur Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsarbeit im ausserfamiliären Bereich hin wollen.

Viele Grüße,
Björn
 
A
Anonymous
Gast
Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #6
Moin Björn,

hm, deine Antwort ist schon fast ein eigenes Thema ...
Hierzu möchte ich aber nachhaken:
Zitat von Björn:
Wohin lassen wir uns bringen? Oder sollte ich die Frage anders Formulieren:
Was wollen wir eigentlich?
Haben wir heutzutage überhaupt noch was zu wollen? Wohin wir uns bringen lassen ist die Frage: wir arbeiten in einem Dienstleistungswesen. Die Eltern haben Ansprüche, Bedarf, der ständig anspruchsvoller wird und angepasst werden muss und sie zahlen viel Geld. Wie weit müssen wir mitziehen und umdenken, um unseren Job zu sichern, die Kinderzahl aufrecht zu erhalten?
 
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Catwoman
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #7
Aber , Susi,

was haben WIR ErzieherInnen dabei zu melden?
Mal im Ernst: Die Eltern wollen/brauchen.... der Träger will..... und wir MACHEN nur??

Moment mal!!

Auch WIR müssen wissen, wo die Grenzen erreicht sind!
Und ICH will und kann nicht ALLEINE 25 Kinder von 3-6 Jahren beaufsichtigen.... jawoll: BEAUFSICHTIGEN!! Eine pädagogische Arbeit ist MIR mit sovielen Kindern einfach nicht möglich! Und ich wehre mich gegen solche Arbeitsverhältnisse, andere ErzieherInnen sollten das auch tun!
Da wird gemeckert, unsere Arbeit wird abgewertet.... wir lassen uns das doch gefallen....

Wenn ich daran denke, wie in Hessen reagiert wurde (von ErzieherInnen und angehenden Erz.), als es Thema wurde die Gruppengrössen herauf zu setzen, bzw. den Personalschlüssel in der Gruppe zu ändern ist kaum jemand 'auf die Strasse gegangen'.
Es ist alles einfach nur hingenommen worden....

WIR ERZIEHERINNEN HABEN AUCH RECHTE!!!!! :mad: :nono: :da:

Schliesslich sind Kinder die Zukunft unseres Staates! (da gebe ich Björn recht!)
Und PISA hat ja gezeigt, wo unsere Wege /Arten von Kindererziehung in KiTa's und Schulen hinführt!!! :mad:

Kinder haben keine Lobby, sagt man....
WER - bitte - wenn nicht ELTERN UND ERZIEHERINNEN (und Lehrer!)sollten sich FÜR die Kinder UND deren Rechte einsetzen???

Und dazu gehört auch (meiner Meinung nach) :
Zeit für die Eltern , sich um ihre Kinder zu kümmern genau so, wie Gruppengrössen bzw. Personalschlüssel, die Kinder- und ErzieherInnen freundlich gestaltet sind.





:wow: ich finde das Thema sehr ernst und interessant

und vieles macht mich wirklich wütend :mad: :mad:

Bin mal gespannt, was ihr dazu sagt.... :jaja:

VG CAT :cat:
 
V
Vevi
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #8
Hallo!

Wir hatten vor einigen Tagen ein Treffen mit Gemeindevertretern.

Mit sehr vielen Worten wurde gesagt, wie stolz die Gemeinde ist, dass unsere Institution nun endlich auch eine Kinderkrippe anbietet und verlängerte Öffnungszeiten. Jetzt endlich haben wir es geschafft die Note "sehr gut" im Folder der Arbeiterkammer erhalten zu haben. (Die Nachbargemeinde, die kleiner ist als unsere, hatte ja diese Note schon!)
Dass diese verlängerten Öffnungszeiten nur niemand braucht - hat man leider vergessen zu sagen. (Sie ist auch nur laut Dienstplan zu sehen - weil wir nicht Dienst machen, wenn kein Kind anwesend ist. Wir schieben diese Stunden jetzt da ein, wo sie gekürzt wurden.)
Ich habe die Ohren sehr gut gespitzt - aber es war auch kein Wort von pädagogisch guter Arbeit zu hören.

Also was wollen wir? Wie wir arbeiten ist doch völlig egal!

Wie oft erreicht mich ein Schreiben von der Arbeiterkammer, ich solle doch ein kurzes Umfrageblatt ausfüllen und meinen Unmut über die so schrechliche Situation der Kinderbetreuung kund tun. Die armen Mütter, die keinen Arbeitsplatz annehmen können, da sie nicht die entsprechend flexible Kinderbetreuung finden.
Ich denke, dass da sehr viel von der Wirtschaft aufgehusst wird.

Denn schaue ich in unseren Kindergarten. Welche Kinder sind am längsten im Kindergarten? Jene, deren Eltern (und zwar beide Elternteile!) den ganzen Tag zu Hause sind.

Liebe Grüße
Eva
 
E
erzieher78
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #9
Hallöle,

ein spannendes Thema :) Meine Gedanken dazu, die ich nicht müde werde zu formulieren und weiterzuspinnen:

1. Wie Björn schon gesagt hat: Erziehungsarbeit wird nicht so hoch berechnet, schon garnicht bezahlt, wie Berufstätigkeit - anderseits, wer sollte das bezahlen?
Eltern/Familien müssen sich demnach fragen: Beruf, Karriere oder Familie. Mal ganz von den "normalen" Menschen mit Schichdienst abgesehen, müssen sich viele Frauen - gerade aus den höheren Bildungsschichten - für Karriere oder Familie entscheiden. Nach einem, 8-10 Semestrigen Studium kann ich es auch diesen nicht verdenken, dass sie einen Karriereorientierten Weg gehen wollen... und teilzeizt ist da oftmals nicht drin! Ergo brauchen wir Betreuungsplätze die round the Clock verfügbar sind. Ja, ich plädiere aus diesen Gedanken heraus für Betreuungsplätze, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag - wobei natürlich nicht gewollt ist, dass ein Kind dermaßen betreut wird - aber die Möglichkeit der Flexibel auf die Arbeitszeiten abgestimmten Betreuung muss gegeben sein!

2. Die pädagogische Qualität: Muss die pädagogische Qualität darunter leiden wenn die Betreuungszeiten entsprechend verlängert werden? Muss die pädagogische Qualität unter Windelkindern oder Behinderten Kindern leiden? Nein! Ich gewinne aber immer mehr den Eindruck als wenn das jetzige System als Nonplusultra oder zumindest als sehr gut dargestellt wird. Liebe Kollginnen: Das ist es nicht !!! Wir brauchen Systemveränderungen und eine Diskussion über Systemveränderungen die optimnale Betreuung mit optimaler Förderung koppeln! Nicht das "...alles Mist..." geschreie, das momentan überhand nimmt. Wenn wir diese Diskussion nicht führen, wenn wie die Notwendigkeiten der Betreuung nicht ernstnehmen, wenn wir keine Konzepte - verbunden mit BEGRÜNDETEN (auch finanziellen und personellen) Veränderungen und Lösungsvorschlägen anbieten, dann werden das andere tun die weniger Ahnung von der Materie haben.

Ich bin für Kundenorientierung und gleichzeitg für die Herausarbeitung von Kindergartenprofilen. Wir müssen unvoreingenommen und Realitätsnah diskutieren und nach Lösungen suchen. "Ich möchte so etwas für mein Kind nicht" oder "Warum bekommen die Menschen dann überhaupt noch Kinder?" sind keine Argumente. mal ehrlich: Es interessiert mich nicht ob ihr so denkt! Es interessiert mich nicht und es interessiert die alleinerziehende Mutter die im Lidl bis 20 Uhr hinter der Kasse stehen muss für ein armseliges Gehalt von dem sie sich nur schwer Zusatzbetreuung leisten kann noch viel weniger!!! Wir müssen die gesellschaftlichen Realtäten endlich zur Kenntnis nehmen und entsprechende Lösungen entwickeln - nur dann kann eine ernsthafte Diskussion entstehen in der wir und unsere Forderungen für Familien (denn Kinder sind immer Teil von Familien und nicht separat zu sehen) auch gehört werden.

Kritische und Nachdenkliche Grüße
Alex
 
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Gerd
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #10
Hallo!

Interessantes Thema. In dem Zusammenhang wäre auch mal (wieder) die Frage aufzuwerfen: wer sind eigentlich unsere "Kunden" oder für wen arbeiten wir?

Gruß
Gerd
 
B
Björn
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #11
Hi,

die Anregung von Gerd finde ich sehr gut! 8)
Wir hatten in Nürnberg mehrfache Veranstaltungen bezüglich des neuen Finanzierungsmodells (www.iska-nuernberg.de) mit dem Titel:
"Kind - Kunde - König"

Für wen Arbeiten wir eigentlich?
Für die Eltern! Immer wird angenommen wir arbeiten für die Kinder, aber das ist nicht korrekt. Soweit so gut - ich lass das erstmal so stehen.

Viele Grüße,
Björn
 
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Arne
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #12
Ausbildung

Hallo zusammen. :cu:

Wenn wir aber die <b>Ganztagsbetreuung</b> (siehe Beitrag: erzieher78, Abschnitt 1) wollen, müssen auch entsprechend (hoch)<b>qualifizierte</b> Fachkräfte in die Einrichtungen, die den kommenden Anforderungen gewachsen sind.

Wenn ich dann aber lese, dass nach der neuen DSB-Studie nicht einmal mehr der Sportunterricht adäquat durchgeführt wird und ein drittel aller Lehrer dem Fach fremd sind, in der Grundschule sogar die <b>Hälfte</b> aller Sportlehrer keine Sport-Ausbildung besitzen, dann klingeln bei mir die Alarmglocken :( (und übertönen die Weihnachtsglocken!!).
Auf PISA und IGLU brauche ich an dieser Stelle ja nicht einzugehen. Die Fakten dazu kennt jeder ....

Wenn die Vollzeitarbeit beider Elternteile der Weg der Gesellschaft ist, dann bin auch ich für eine <b>Rund-um-die-Uhr-Betreuung</b> von Kindern. Dann aber bitte müssen wir den Anforderungen entsprechen, was bedeutet das im Bereich der Fachkompetenz, sprich Ausbildung für Pädagogische-Fachkräfte etwas passieren sollte.

<a href="http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID3878960_REF1,00.html" target="_blank">Mehr zur DSB-Studie ....(tagesschau.de)</a>
 
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erzieher78
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #13
Wer sind unsere Kunden...

...diese Frage beantworte ich gerne mit: Die Familien!

LG
Alex
 
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Gerd
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #14
Hallo!

Wir neigen ja gerne dazu die Dinge so zu sehen, wie wir es gerne möchten. "Kunde" ist ein eindeutig definierter Begriff aus der (Waren)Wirtschaft:

"Ein Kunde ist eine Organisation oder eine Person, die Waren oder Dienstleistungen von einem Lieferanten bezieht und diesen dafür in der Regel mit Geld bezahlt." (s. http://kunde.adlexikon.de/Kunde.shtml)

Nach dieser allgemeinverbindlichen Definition sind die "Kunden" des Kindergartens eindeutig die Eltern/Familien. Es besteht auch nur zwischen ihnen und der Einrichtung (bzw. dem Träger) ein vertragliches Verhältnis. Der Begriff der "Kundenorientierung" ist in diesem Sinne nicht interpretationsfähig, sondern beschreibt die Orientierung des Dienstleiters "Kindergarten" an den Wünschen der Eltern/Familien.

Jetzt aber meine nächste Frage. Sind diese ökonomischen Begriffe des "Kunden" und der "Kundenorientierung" eigentlich in einem sozialpädagogischen Arbeitsfeld wie dem Kindergarten zu gebrauchen? Warum benutzen wir sie eigentlich?

Viele Grüße!
Gerd
 
E
erzieher78
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #15
Die Situation: Die öffentlichen Kassen sind mehr oder weniger leer, Gelder für den Kindergarten fließen nur beschränkt. Viel zu viel Geld geht (behaupte ich jetzt einfach mal ohne da genaue Untersuchungen, falls es diese gibt, zu kennen) in nicht betriebswirtschaftlich optimierten Verwaltungabläufen flöten. Kinder- und Belegungszahlen gehen zurück während gleichzeitig der Ruf nach besserer Klein- und Schulkindbetreuung laut wird.

Was passiert: Anstatt sich mit diesem realen problem auseinanderzusetzen werden die Rufe laut, die marktanalyse und orientierung als "wirtschaftliche " Unworte abtun, den pädagogischen Sektor als Raum idealisieren der offenbar nicht von Sparzwängen betroffen ist.

Angesichts dieser Lage erscheint es mir sehr unnötig darüber zu diskutieren ob wir von Kundenortientierung sprechen oder nicht, solange wir endlich anfangen an den Strukturen etwas zu verändern.

Natürlich ist es dabei an erster Stelle wichtig den Adressaten unserer Leistung zu definieren und auf ihn entsprechend zugeschnittene Angebote zu entwickeln. Dies muss der Träger entscheiden.

Aber dennoch bleibt Wahl: Entweder den Kopf in den Sand stecken und jammern dass es dem pädagogischen Bereich so schlecht geht (die Folge ist dann, dass Personen die nichts mit dem Bereich zu tun haben immer neue witzige Spar- und Finanzierungskonzepte austüfteln) oder endlich die Situation anpacken und neue Konzepte entwickeln die dem Adressaten (wie gesagt meines Erachtens der Familie als ganzes) gerecht werden. Die privaten Anbieter sind in Form von Elterninitiativen, Betriebskindergärten (und auch schon gewinnorientierte GmbH's gibt es in den großen Metropolen wie Frankfurt einige) sind bereits auf dem Markt. Also: Kopf in den Sand und weiterhin Ökonomische Orientierung und Optimierung ablehnen? Vielleicht ist das ja gerade das große Ziel: Wenn der Staat entsprechend Pleite ist, wird die private Wirtscahft das irgendwie lösen... und dann sinken die Löhne umso mehr (hatten wir ja schonmal bei den privaten pflegediensten). Oder soltlen wir die Situation vielleicht doch als Herausforderung betrachten die es - ohne zu idealisieren - zu meistern gilt?

nachdenkliche Grüße
Alex
 
G
Gerd
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #16
Hallo Alex!

Manchmal sprichst du über einen Kindergarten wie über eine Reifenfabrik, die es betriebswirtschaftlich zu managen gilt. Mit einer solchen Denk- und Sichtweise sind natürlich optimierte, marktanalytische und ökonomische Begriffe durchaus angebracht.

In der Theorie und Praxis läuft dies dann darauf hinaus "den Adressaten unserer Leistung zu definieren und auf ihn entsprechend zugeschnittene Angebote zu entwickeln. Dies muss der Träger entscheiden." Punkt.

Dann ist ja alles klar. Für jeden Träger ist es am wirtschaftlichsten, für möglichst viele "Kunden" (Eltern/Familien), über einen möglichst langen Zeitraum des Tages, zu möglichst niedrigen Kosten, Betreuungsangebote für ihre Kinder zu machen. Die Qualität richtet sich nach der Nachfrage (die bekanntlich der "Markt" regelt).
Diese Einstellung mag wohl bei der Reifenproduktion vernünfig sein, aber ist sie auf ein pädagogisches Arbeitsfeld zu übertragen?

Ich meine nicht.

Kinder haben einen individuellen, eigenständigen und direkten Anspruch auf Bildung, Erziehung und Betreuung (KJHG). Dieser Anspruch wird nicht über den Bedarf der Eltern definiert. Bei dem Gerangel um die Nachfrage der Eltern, der Gestaltungsfreiheit der Träger, der sogenannten Fördergerechtigkeit und Marktorientierung geht der elementare Bildungsgedanke aussichtslos unter.

Fachkräfte, die sonst nicht gefragt werden, sollen in die Diskussion um "kundenorientierte" Angebots- und Qualitätssysteme verwickelt werden. Die Angst heißt: Ihr müsst konkurrieren, denn sonst kann eure Einrichtung nicht überleben und ihr verliert euren Arbeitsplatz. Mit Angst wurde in unserem Arbeitsfeld schon immer operiert.

Ein Begriffsdschungel aus dem Wirtschaftsleben stiftet nach wie vor Verwirrung, weil die Begriffe nicht präzise definiert sind und die Unterschiede zur sozialen Arbeit unterschlagen oder gefälscht werden. Wenn pädagogische Arbeit mit Kindern an sich nicht zählt, dann ist der Humanitätsgedanke am Ende. Betriebswirtschaftliche Gedanken aus der Reifenproduktion sind kein Maßstand und keine Orientierung für die Arbeit im Kindergarten, weil

1. Im Unterschied zum Geschäftsleben ist im Kindergarten zwischen Anbieter und Kunde kein direkter Weg wie bei einem Kaufgeschäft: Ich bestelle, bezahle und ich besitze eine Ware.

2. Bildung, Erziehung, Betreuung geschehen im öffentlichen Auftrag und sind nach dem KJHG eine kommunale Pflichtaufgabe auf der Basis geltender Bundes- und Landesgesetze. Der Gesetzgeber selbst bietet keine direkte "Pädagogische Dienstleistung" an . Er bedient sich delegationsweise einer komplizierten Struktur. Deshalb entsteht auch kein direktes Kundenverhältnis. Der Gesetzgeber ist vielmehr Garant, Vorleister und ordnende Instanz. Er handelt darüber hinaus nach dem Subsidiaritätsprinzip.

3. Staat - Behörden - Öffentliche und private Träger sind Treuhänder und Ver-walter des öffentlichen Bildungs-, Erziehungs-, Betreuungsauftrags und der Verwendung allgemeiner, finanzieller Mittel. Als Treuhänder sind die genannten Instanzen auch Auftraggeber und Kontrolleure der Dienstleistung "Pädagogik". Sie sind letztlich Begünstigte aber nicht direkt deren Kunden. Allerdings, der Staat trägt ein hohes Maß an Verantwortung für die Rahmenbedingungen die er vorgibt. Gibt er keine oder unzureichende Standards vor, trägt er die Hauptverantwortung für die Konsequenzen und die Art der Qualität.

5. Eltern sind Beteiligte, Betroffene, Nutznießer, Unterstützer und Partner. Ihr legitimes Interesse gilt dem Wohlergehen ihres Kindes. Als Einzel-Eltern sind sie zwar die wichtigsten Erziehungspartner der pädagogischen Fachkräfte, nicht aber unmittelbar deren Kunden. Selbstverständlich ist es förderungswürdig, dass auch Eltern einen "Ort der Begegnung" im Kindergarten vorfinden. Eltern können jedoch - wenn sie nicht gerade Träger der Einrichtung sind - nur für sich, nicht für andere Eltern und Kinder sprechen. Hier ist die Grenze, denn auch Fachkräfte dürfen sich nicht mit den einen Eltern über die Kinder anderer Eltern austauschen oder über diese verhandeln. Und schließlich handelt es sich im Kindergarten um Gruppen- nicht um Einzelbetreuung.

6. Eltern sind auch die "Bevorteilten" gut ausgestalteter Kindergärten, weil diese sie entlasten, unterstützen, familienergänzend begleiten, und zeitweise auch ersetzen. Nutznießer sein, klingt zwar so ähnlich wie Kunde, ist aber nicht das selbe.

7. Bei der Finanzierung von Kindergärten tritt der grundsätzlich andere "Markt" besonders deutlich hervor. Nicht ein einzelner Bezahler erwartet eine Ware oder Dienstleitung sondern mindestens vier verschiedene Teilhaber bringen Gelder ein ohne selbst Kunde zu sein: Staat, Kommune, Träger und Eltern. Kinder können (noch) kein Geld geben, sie sind zunächst einfach durch ihre Existenz die Hoffnungsträger der Gesellschaft. Das ist ihre erste direkte Gegenleistung.

8. Kinder sind Menschen - keine Ware. Jedenfalls in unserem Kulturkreis sollte das so sein und bleiben.

Pädagogik ist die zentrale Dienstleistung der Erzieherinnen und Fachkräfte. Sie tragen alle innerbetrieblichen Lasten der Arbeit mit Kindern im einzelnen und in der Gruppe. An die Fachkräfte wird alles delegiert, doch kaum jemand hört auf ihre Vorschläge oder Einwände, noch sind sie selbst in der Lage sich Gehör zu verschaffen. Ungeachtet aller neuen Aufträge, die von außen an das Fachpersonal herangetragen werden, bleibt die pädagogische Arbeit mit Kindern zur "Bildung, Erziehung und Betreuung" deren wesentliche und unverzichtbare Kernaufgabe. Eine Erzieherin, die sich zu Lasten der Pädagogik zusätzliche Aufgaben von Behörden, Fachdiensten und Trägern aufbürden lässt, ohne den dazugehörigen Verfügungsrahmen zu fordern und zu bekommen, muss das Herzstück ihrer Arbeit - den Dienst am Kind - vernachlässigen. Dies kann nicht im Sinne von innovativen Reformen sein. Vielmehr muss die Rückbesinnung an unseren grundlegenden Auftrag (auch: Lobby für Kinder zu sein) verhindern, dass deren Interessen einem Finanzierungspoker zum Opfer fallen.

Zu lang zum lesen...?
Trotzdem versuchen!

Viele Grüße!
Gerd
 
E
erzieher78
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #17
Hallo Gerd,

also ich habe jetzt nochmal meine Postings zu diesem Thema durchgelesen und kann den Vergleich mit der Reifenfabrik wirklich nicht nachvollziehen. Aber vielleicht sollte ich meine "Vorstellungen" der Reifenfabrik Kindergarten 8) nochmals ein wenig konkretisieren. Zuvorderst aber nochmal mein Grundgedanke:

Das ist alles richtig in Bezug auf KJHG, Finanzierungskonzepte etc... Wenn wir unsere Forderungen nur laut genug vertreten dann werden wir bestimmt gehört und irgendwann sind alle Kindergärten und sozialen Einrichtungen Top-Ausgestattete Einrichtungen mit schönem Außengelände, robusten neuen Möbeln, pädagogisch wertvollem Spielmaterial...

Entschuldigung - an den Weihnachtsmann zu glauben habe ich mit sechs Jahren aufgehört.

Ich habe niemals davon gesprochen die Pädagogik in den Hintergrund zu stellen, gar abzuschaffen. Im Gegenteil! Ich bin der festen Überzeugung das in den KiTa's von heute mit Marktanalyse und Ablaufsoptimierungen noch einiges für die Kinder rauszuholen ist. Liebe Kolleginnen und Kollegen: Wieviel Zeit am tag verbringt Ihr denn bitte mit ratschen, Kaffee trinken, Frühstücken etc. Also wenn ich der einzige hier bin der damit im Schnitt 10 Minuten am Tag verbracht hat dann gebe ich sofort alle meine Ämter zurück und gehe als armer Sünder ins Kloster. Bei 6 Personen (also zwei Gruppen) macht das am tag schon eine Stunde verschenkte Arbeitszeit.

Ich höre schon wieder den Vergleich mit der Reifenfabrik auf mich zurollen: In der Reifenfabrik sind das 100 Reifen zu wenig produziert in der Stunde, pädagogische Qualität kann man nicht in diesen Kategorien messen... Ist ja auch richtig - aber was könnte man in diesen Zeiten am Tag noch alles anstellen? Beobachtungsberichte schreiben und ähnliches?

Also: Was kann uns markt- und Kundenorientiertes Denken (unter sozialen und Bildungspolitischen Gesichtspunkten) bringen?

1. "Marktanalyse" oder "Bedarfsanalyse" oder "Situationsanalyse" oder... unter Familienpädagogischen Gesichtspunkten:
Eine genaue Beobachtung des beabsichtigten Einzugsgebietes und die beantwortung der Fragestellung "Vor welchen Problemen stehen Familien in unserem Einzugsgebiet?" ist der erste Schritt. Man sollte nicht für möglich halten was bei einer solchen Frage als Antworten heraus kommen kann... Zugezogene Eltern die Probleme haben und nicht arbeiten gehen können wenn das Kind krank ist, wenn Nachtschichten oder Abenddienste anfallen etc.. Vielleicht eine hohe Arbeitslosigkeit und damit verbunden eine schlechte Situation für die Kinder, wenig Grünflächen und was weiss ich noch alles. Vielleicht kommt aber auch was ganz anderes raus... vielleicht ist alles in Ordnung?

2. "Entwickeln eines auf die Marktanalyse zugeschnittenen Angebotes" oder "Familienpädagogische Hilfeplanung":
Begreifen wir den Kindergarten als einen teil der Gemeinde, ein Zentrum, eine Institution für Familien (wie gesagt, so sehe ich den KiGa der Zukunft) dann ergeben sich ganz schnell aus dieser Beobachtung heraus ganz viele Ideen die wir wertfrei diskutieren müssen. Können Fortbildungs- oder Qualifizerungskurse in Kooperation mit dem Arbeitsamt angeboten werden für arbeitslose Eltern, können bestimmte Aufgaben des täglichgen Ablaufs (z.B. Straße kehren, kleinere Reparaturen) als "Bezahlung in Naturalien" an sozial schwache Eltern abgegeben werden, müssen die öffnungszeiten flexibilisiert werden, ist zusätzliche Kleinkindbetreuung erforderlich usw. usw.

Man könnte auch "pädagogisch" Konzeptentwickelung dazu sagen.

man kann mir jetzt vorwerfen dass ich hier Begriffe falsch verwende, neu definiere oder was weiss ich noch was. Das mag sein, immerhin bin ich kein studierter Betriebswirt, aber dennoch halte ich die Haltung "Abwarten, schimpfen, laut schreien und dennoch Tee trinken" für grundlegend falsch, so werden wir die Situation der Kindertagesstätten nicht verbessern - im Gegenteil.

Von wegen Reifenfabrik... :box:

LG
Alex
 
G
Gerd
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #18
Hallo Alex!

Hm, unsere Widersprüche sind - glaube ich - durch die vorangegangenen Beiträge sehr deutlich geworden. Auf einen Nenner werden wir wohl nicht kommen, wenn gleich ich dein Engagement in pädagogischen Dingen sehr schätze (soweit das in einem Forum überhaupt möglich ist).

Nun ja, die Praxis ist ja bekanntlich das Kriterium der Wahrheit. Haben uns die "Innovationen" der letzten Jahre - die alle aus dem Blickwinkel der modernen Betriebswirtschaft betrieben wurden - weitergebracht (z.B. das Innovationsmanagement des ISKA Bayern oder die KiTa-Card in Hamburg)? Hat sich die Situation von Kindern, Familien und Kindergärten in Deutschland verbessert? Haben die, mit enormen Aufwand und Kosten betriebenen "Qualitätsoffensiven" im Elementarbereich der letzten fünf Jahre, die Situation in den Einrichtungen verbessert? Was hat "markt- und kundenorientiertes Denken" den Kindern in den Kindergärten gebracht?

Vielleicht ist ja wirklich alles besser geworden und ich hab's nicht mitgekriegt? Vielleicht ist es nur die Ausnahme, wenn ich erlebe, dass immer weniger Personal immer mehr Kinder, immer länger, immer "kostengünstiger" in den Institutionen erziehen und bilden müssen. Vielleicht haben sich ja auch die Bildungschancen von kleinen Kindern, trotz rasant ansteigender Armut, verbessert?

Ich erlebe, dass die "moderne" betriebswirtschaftliche, markt- und kundenorientierte Ausrichtung des Elementarbereichs weit an den Bedürfnissen von Kindern, Eltern und nicht zuletzt Beschäftigten vorbei geht. Da sind wir eben unterschiedlicher Meinung. Schade.

Gruß
Gerd
 
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #19
Hallöchen,

ich denke es kann auch eine Lösung sein zu erkennen das es keine einfache einheitliche Lösung gibt - oder: Let's agree to disagree...

Aber darauf muss ich nochmal reagieren:

Auch hier stimme ich dir zu - die aktuellen Modelle sind Mist. Aber woran liegt das:

Doch wohl hauptsächlich daran - und das habe ich bereits in vorhergegangen Threads bereits erwähnt - das die "Lösungen" und Konzepte die rein (!!) Betriebswirtschaftlich aufgebaut sind von Theoretikern und Nicht-Pädagogen entwickelt werden. Aber ist das ein Argument gegen Marktorientierung? Ich denke nicht! Im Gegenteil: Es ist für mich ein Argument für die Doppelleitung (d.h. ein Betriebswirtschaftler und ein Pädagoe) oder zusätzlich in BWL und Sozialmangement ausgebildeten Fachkräften.

Ich benutze gerne das Bild der Waage: Auf der einen Schale sitzen die Pädagogen, die sich lange Jahre gegen Marktorientierung und Dienstleistung gewehrt haben - und das immer noch tun. Seit einigen Jahren müssen natürlich die Menschen auf der anderen Seite erstmal einiges an Gewicht investieren um diese Waage in Bewegung zu bringen. Das kann aber nicht die Lösung sein, dass die Waage jetzt auf der anderen Seite übergewicht bekommt.

Wir müssen endlich in den Dialog kommen um eine Mitte zu finden - einen Kompromiss zwischen Betriebswirtschaftlichen und Pädagogischen Notwendigkeiten. Wir brauchen Pädagogen mit BWL oder Sozialmangement-Studium, Fachwirte - kurz: Kooperation und Kompromissbereitschaft.

Ansonsten, und da stimme ich Dir sofort zu, werden die Kindergärten durch eine reine Kosten-Nutzen-Optimierung und Sparauflagen zu Grunde gehen...

Dialog und Kompromissbereite Grüße
Alex
 
B
Björn
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Kundenorientiert bis zum Gehtnichtmehr? Beitrag #20
Servus, :floet:

wenn wir uns über markt- und wirtschaftorientierte Systeme im sozialen Bereich unterhalten und dabei den Vergleich zur ISKA und der KiTaCard herstellen müssen wir etwas wichtiges Differenzieren.

Diese Modell wurden durch die Politik eingefordert und dementsprechend gestaltet.
Ein KiGa, Hort o.a. kann in Bayern kein eigenes wirtschaftliches System konzipieren die am besten für sein Einzugsgebiet und an dessen Kunden (die Familien) orientiert ist.
Hier liegt auch der goße Hacken am ISKA Modell. Hier wird ein neues ungerechtest Fördersystem mit einem alten ungerechten ausgetauscht. Was hinten rauskommt ist nur der noch bessere Spareffekt der Haushalte.

Eine Einrichtung die ein eiges Erwirtschaftssystem konzipieren kann und dessen Mitarbeiter (bzw. Leitung) dass dazu notwendige Know-How, Geschick und Wissen besitzt wird sehr viel positives an Qualität rausholen können.

Wenn wir ein allgemeines Fazit ziehen können wir sagen:
ES war vorher Scheiße, es ist jetzt Scheiße und in Zukunft ist es auch Scheiße.

Innovative Ideen sollten erprobt und umgesetzt werden, wenn sie nicht gegen grundlegende Werte und Grundlagen verstoßen.

Ich freu mich auf die Umsetzung, Alex! :D

Viele Grüße,
Björn
 
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