Phobie durch Filme

    Diskutiere Phobie durch Filme im Erziehung und Bildung Forum im Bereich Pädagogik - Arbeit mit Kindern; Wer von uns kennt das nicht, das Kinder Filme sehen, denen sie noch nicht gewachsen sind und die Folgen nur bedingt berechenbar sind? Hier ein...
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Anonymous
Gast
Phobie durch Filme Beitrag #1
Wer von uns kennt das nicht, das Kinder Filme sehen, denen sie noch nicht gewachsen sind und die Folgen nur bedingt berechenbar sind? Hier ein Beispiel:

Ein Mädchen, ca. 12 Jahre alt, schaut einen Film über Ameisen. Die Ameisen greifen Menschen an und töten sie. Das Mädchen hat seit dem Film Angst, nachts auf die Toilette zu gehen und zieht neuerdings im Sommer im Garten Schuhe an, damit ihr die Ameisen nichts antun können.
Die Eltern haben den Film für ihre 12jährige Tochter als unbedenklich angesehen, da er eigentlich keine Gruseleffekte hatte.

Ähnlich geschieht es auch mit Schlangen und anderen Tieren / Dingen.

Gibt es eine Möglichkeit, solche Auswirkungen zu verhindern?
Wie geht man mit Kindern und Jugendlichen um, die durch solche Filme eine Phobie bekommen?

In froher Erwartung auf beitragsreiche Diskussion

LG
Ela
 
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Einhörnchen
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Phobie durch Filme Beitrag #2
Huhu Ela :guten tag:

Tja, wie geht man damit um. Ich habe noch nie einen solchen Fall gehabt, nicht im Kindergarten. Aber ich kenne das von mir selber. Seid einem schweren Asthmaanfall in meiner Kindheit, wobei währendessen eine dicke, fette Spinne die Wand herauf krabbelte, habe ich eine Wahnsinns Panik/Ekel, oder eher hatte, vor diesem Getier. Erst als ich mich damit auseinander gesetzt habe, habe ich diese Panik überwunden ( kann jetzt sogar die Vogelspinne von dem Bruder meines Mannes auf die Hand nehemen !!! *stolzbin*) . :D
Ich kann mich nur daran erinnern das ein kleiner Junge bei mir in der Gruppe vor einer Spinne Angst hatte, weil er das Tier nicht kannte und einschätzen konnte. Ich habe dann das Thema Spinnen/Insekten aufgegriffen und mit allen in der Gruppe erarbeitet. Es war auch für mich zu dem Zeitpunkt auch noch eine Überwindung damit zu Arbeiten. Aber es hat allen suuuper Spass gemacht und zum Schluss haben wir ein altes Aquarium mit Waldboden befüllt und Krabbeltierchen zum Beobachten hinein gestezt (natürlich auch wieder frei gegelassen). Und siehe da, :wow: der Junge hat sogar eine Spinne über seine Hand laufen lassen.

Einen schönen Abend noch und einen schönen Gruss,
Katja. :sunny:
 
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lachende Sonne
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Phobie durch Filme Beitrag #3
Hallo Ela,

ich kenne bisher auch noch kein Kind das so stark auf einen Film oder Fernsehsendung reagiert hat. Ich selbst hatte früher Angst vor dem Krümelmonster aus der Sesamstraße und wollte nicht in meinem Bett schlafen weil ich dachte es liege darunter. Da kann wohl jeder bestätigten das die Sesamstraße eigentlich keine Horrorserie ist. Jedes Kind sucht sich aus einem Film das heraus was in am meisten interessiert, beängstigt, fasziniert.... Daher ist es wichtig das Kinder nach dem Film Möglichkeiten bekommen den Film zu verarbeiten. Sei es durch Gespräche, durchs malen oder durch Rollenspiele. Wenn Eltern das Kind begleiten und ihr Kind auffangen wenn es Angst hat, wird das Kind mit Sicherheit keine Phobie entwickeln. Wenn wie im letzten Beitrag auch schon erwähnt, dass jeweilige Thema in der Realität durchgenommen bzw. aufgegriffen wird dann kann das Kind eher begreifen was in dem Film nur Fiktivität ist und nicht in der Realität vorkommt.
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Liebe Grüße,
:D Sonne
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Vevi
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Phobie durch Filme Beitrag #4
Hallo!

Eine so massive Reaktion habe ich bei meinen Kindergartenkindern auch noch nie erlebt.
Mein Neffe (4 Jahre) jedoch, der sehr wenig fern sieht, den beschäftigen gesehene Sendungen sehr sehr stark. Meine Schwester sieht immer mit ihm fern - nimmt aber die Sendung gleichzeitig auf, damit er sie immer wieder sehen kann.
Auf diese Weise kann er immer wieder Fragen stellen und sich die Sendung immer wieder anschauen, um sie auch verarbeiten zu können.

Ich denke, das wäre auch eine Hilfe für das Mädchen mit der Ameisenangst. Gemeinsam mit jemanden Sendungen über Ameisen anschauen, aufgetauchte Fragen beantworten und die Sendung immer wieder sehen, damit sie das Erfahrene auch verarbeiten kann.
Phobien kann man nur "beheben" wenn man sich der Angst stellt - also auch z. B. versucht, Ameisen beobachten und sie auch in die Hand zu nehmen.

Liebe Grüße
Eva
 
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Anonymous
Gast
Phobie durch Filme Beitrag #5
Oh ja, das kenne ich zu gut! Von meinen großen Sohn, von Kindern aus dem Kiga aber auch aus der Jugendarbeit und vor allem bei mir.... :kaugummi:

Ich habe mit 11/12 eine Dracula Kassette geschenkt bekommen. Danach hatte ich den Hau des Lebens weg. Noch heute ist mir diese Kassette präsent und ich gehe Nachts nicht auf Toilette wenn es nicht sein muss. :erschreck:
Ein wenig therapiert habe ich mich dadurch, mich zu zwingen Dracula Filme zu gucken. Ich habe sie mir also visualisiert. Seit dem geht es ein wenig besser.

Oder kennt ihr den einschlaf/Traum Effekt? Bei einem sapnnenden Film einschlafen und vorher den Fernseher etwas lauter einstellen. Dann träumt sich die Seele in den Film hinein. Kann echt klasse sein.

Holger
 
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Phobie durch Filme Beitrag #6
ist mir passiert bei "anne frank". ist echt passiert, ohne witz: wir haben den film gesehen - dabei bin ich eingeschlafen. in dieser nacht habe ich folgendes getäumt: ich saß im wohnzimmer zu hause. wir haben einen schönen blick über die stadt und die natur. ich hörte lärm und spürte erschütterungen, und als ich aus dem fenster blickte sah ich die bomben. alles war zerstört. und ich träumte die ganze zeit nur von diesem bombenangriff - eine andere handlung gab es nicht. ich hatte fürchterliche angst - das war wirklich wirklich super schlimm. als ich aufwachte war ich soooo froh, dass es nur ein traum war.

das ist mir so vorher noch nie passiert, dass ich von einem film, während dem ich eingeschlafen bin, geträumt habe. aber "krieg" an sich ist ein thema, von dem ich - je nach lage in der welt und was die medien drüber berichten - oft träume. und leider sind diese träume dann immer besonders echt und danach immer präsent. die schönen träume vergesse ich meist ...
 
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Anonymous
Gast
Phobie durch Filme Beitrag #7
Meine Schwester sieht immer mit ihm fern - nimmt aber die Sendung gleichzeitig auf, damit er sie immer wieder sehen kann.
Auf diese Weise kann er immer wieder Fragen stellen und sich die Sendung immer wieder anschauen, um sie auch verarbeiten zu können.
Ich finde das eine sehr schöne Idee. Doch was ist, wenn die Kinder eben schon Teenies sind (also das Fernsehprogramm nicht mehr in dem Ausmass "überwacht" wird, wie es bei 5jährigen der Fall ist)? Desweiteren könnte ich mir gut vorstellen, dass es irgendwann zu viele Filme werden.

LG
Ela
 
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Hongxuan
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Phobie durch Filme Beitrag #8
hm, Bollis Erlebnis erinnerte mich daran, dass wir vor Jahren mit der Pfadfindersippe einen Film über die weiße Rose gesehen haben, also auch Kriegsszenen dabei waren...danach waren wir im Gruppenraum, als wir plötzlich komisches Flugzeuggeräusch hörten. Da ist ein Sportflugzeug ein paar Straßen weiter in ein Haus gefallen. Uns war allen ganz komisch zu Mute. Und, wie ich im September bei einem Treffen feststellen konnte, dass das Gefühl auch bei anderen nach so 14 Jahren immernoch anhält.

Wie man mit einer entstandenen Phobie umgeht, weiß ich nicht....auf jeden Fall feinfühlig und dem Individuum angepasst.

Was ich gerade versuche bei meinen Kindern zu erreichen, ist, dass sie verstehen, dass nicht alles im Fernsehen wahr ist, also gerade Filme und Werbung etc.
Meine Eltern haben das irgendwie geschafft, uns zu zeigen, dass man sich zur Unterhaltung gruseln kann (meine Mutter fand die Augen am Tatort-Einspann gruselig), man die Geschichte erleben kann, auch wenn man weiß, dass da mit Tricks und Ketchup gearbeitet wurde.

Aber es stimmt auch, dass Ängste von unerwarteten Seiten kommen können (siehe das Sesamstraßenbeispiel).

Als Lehrerin habe ich auch den Auftrag, die Medienkompetenz meiner Schüler zu entwickeln. Dazu gehört auch, dass ich sie zu kritischen Fernsehsehern mache.

Das war nun nicht direkt eine Antwort auf deine Frage.
Ich hoffe, dass ich persönlich zumindest etwas dazu tun kann, dass solche Ängste erst gar nicht auftreten.
 
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