Schweigepflicht des Elternrats

    Diskutiere Schweigepflicht des Elternrats im Rechtliches Forum im Bereich Hilfe, Rat und Austausch - für die Praxis; Hallo, und zwar geht es um den folgenden Fall: Es gibt ein "Problemkind" in der Einrichtung, wo dem Elternrat mitgeteilt wurde, daß dieses Kind in...
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Bianca
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #1
Hallo,

und zwar geht es um den folgenden Fall: Es gibt ein "Problemkind" in der Einrichtung, wo dem Elternrat mitgeteilt wurde, daß dieses Kind in psychologischer Behandlung ist. Es wurde auf die Schweigepflicht hingewiesen. Nun gibt es bis auf einen Elternvertreter, einen komplett neuen Elternrat. Der ürbig gebliebene Elternvertreter hat sich als Elternteil und nicht als Elternrat mit dem Vater des "Problemkindes" auseinandergesetzt und auch von diesem zu hören bekommen, welche Schwierigkeiten das Kind hat und das das Kind in Therapie ist. Der Vater erzählt dies offen jedem Elternteil, der ihn darauf anspricht und macht keinen Hehl aus dem Problem seines Kindes. Nun wurde dieser übriggebliebene Elternratsvertreter in seiner Funktion von einer Mutter auf das Problemkind angesprochen und man unterhielt sich über den Jungen, da daß Kind dieser Mutter vom Problemkind stark attackiert wird und sie im Gespräch mit der Leiterin nicht weiter kam.

Hat der Elternratsvertreter damit seine Schweigepflicht verletzt oder aber ist es durch die persönliche Mitteilung des Vaters von der Schweigepflicht entbunden?

LG Bianca
 
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #2
hallo
solche dinge gehören nicht als quasselstoff für eltern in eine kita.
ich vermute der betroffene vater versucht durch seine offenheit verständnis bei den eltern zu gewinnen, für die situation seines kindes. vll. hilft es ihm auch, wenn er seine sorgen von der seele reden kann. ob das für das kind der richtige weg ist sei dahingestellt. macht ihm das deutlich und habt in zukunft zwei offene ohren für ihn. ein gespräch zwischen eltern, therapeut und team sollte euch hilfen für die zukunft aufzeigen.
den vater habt ihr durch euer fehlverhalten in eine zwickmühle gebracht. solche themen sind teaminterna und gehören nicht in einer kigaratssitzung diskutiert. ggf. kann man von einem fall sprechen, der mehr aufmerksamkeit von euch verlangt, ihr aber im austausch mit betroffenen steht und "dran seid" . über diese lockere handhabung in eurem team bin ich etwas entsetzt!
der vater hätte dann in der situation mit der mutter nix gewußt und es als "normalen" top punkt (beschwerde einer mutter) mit in die nächste sitzung genommen.was seine pflicht ist als elternvertreter.
der vater, der im elternrat ist, ist wahrscheinlich angesprochen worden etwas für dei situaton des attakierten kindes zu unternehmen, weil die mutter bei eurer leitung keinene erfolg hatte. findet für die nächste sitzung argumente für euer verhalten und laßt den mann sie an die mutter, die sich beschwert hat, weitergeben.
schade, das im vorfeld nicht solche dinge mit den eltern des problemkindes besprochen wurden, empfehlungen von euch und von seiten des therapeuten. das kind hat nun einen stempel.
 
B
Bianca
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #3
Antwort

Hallo Claudia,

ich bin ein Elternratsmitglied und es geht um meinen Kollegen.

Das das Problemkind "verhaltensauffällig" ist, ist kein Geheimnis. Wie gesagt bespricht sich der Vater mit jedem, der ihn darauf anspricht. Und fast jedes Kind in der gruppe wurde vom Problemkind schon attackiert, so daß die Eltern der "betroffenen" Kinder durch pure Beobachtung des problemkindes merken, daß mit ihm was nicht stimmt.

Soweit ich informiert bin, gibt es gar keine Zusammenarbeit zwischen Therapeutin und Kitaleitung. Das Problem des Jungen soll wohl ausgesessen werden, da er ein Vorschulkind ist.

Meine Frage habe ich aber nicht beantwortet bekommen.

Hat der Elternratsvertreter damit seine Schweigepflicht verletzt oder eben durch die Aussage des Vater nicht?

Danke!

LG Bianca
 
A
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #4
hallo
könnt ihr euch als eltenrat nicht für das kind stark machen??? darauf bestehen, das der therapeut sich mit eltern UND einrichtung zusammensetzt? ihr und die kita seid dem wohle des kindes verpflichtet! dem des betroffenen und dem, der mitbetroffenen. davor darf man nicht einfach die augen verschließen!
z.b. eine zusätzliche fachkraft beantragen, die sich ausschließlich um dieses kind kümmert. macht druck, es geht!
ob der elternvertreter sich strafbar gemacht hat? gute frage und nicht so leicht zu beantworten, ich bin kein anwalt.
hat er vom team erfahren wie es um den jungen steht und etwas das intern diskutiert ( nicht so durch die anderen erfahren hat) wurde an die mutter weitergegeben??? dann würde ich es ein fehlverhalten nennen - doch aus unwissenheit - wie soll er davon ausgehen dass er was falsches tut, wenn die spatzen es von den dächern pfeifen...
ich würde eher meinen dass das team sich total daneben benommen hat, in dem es sowas an elternvertreter weitergibt. das ist m.w. nach nicht ohne ausdrückliche zustimmung der betroffenen eltern erlaubt.schätze die haben den schwarzen peter...
wer da mehr kenne von solchen dingen hat, ist gerd detering von http://www.kitanetzwerk.de
dort kriegst du ne kompetentere antwort als von mir und vorgehenshilfen wie ihr euch für das kind einsetzen könnt, kann er euch auch geben.
macht richtig druck, das den kindern gehlfen wird, ihr eltern seid ein ganz starkes gremium!
berichte doch bitte weiter was wird... ;-)
 
B
Bianca
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #5
Liebe Claudia,

ja, natürlich wollen wir uns für diesen Jungen einsetzen, denn ein Aussitzen des "Problems" ist KEINE Lösung, meines Erachtens. Der Junge wird doch in der Schule überhaupt nicht zurecht kommen und deswegen muß ihm JETZT geholfen werden, damit sein Leben in geordnete Bahnen geleitet wird und er einen normalen Umgang mit seinen Mitmenschen erlernt.

Thema extra Kraft für den Jungen kannst Du Dir abschminken, LEIDER. Wir bekommen ja noch nicht mal eine Jahrespraktikantin, trotz Überbelegung und hoher Nachmittagsbelegzahlen. Antrag läuft seit einem 3/4 Jahr bei der Stadt.

Außerdem ist die Leiterin oft nicht in ihrer Gruppe und die andere Erzieherin ist Berufsneuling, so daß sie sich praktisch nur ums Problemkind kümmert und der Rest der Gruppe leidet und läuft so nebenbei mit. (Siehe auch meine vergangenen Beiträge).

Wir haben nun am 10.11. das nächste Elternratsmeeting und wollen der Leiterin eine zweiwöchige Frist setzen, um für dieses Problem eine praktikable Lösung zu finden. Leider geht es nicht anders, denn auf Anfragen unsererseits wurde sich von seiten der leiterin immer heraus geredet.

Danke Dir aber für den Link, werde ihn natürlich nutzen und berichte Dir dann wie es weiter ging.

Vielen Dank für Deine Antworten!

LG Bianca
 
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #6
Schwierig

Hallo Bianca,

es gibt keine Trennung zwischen "Elternteil" und "Elternbeirat" wenn es um die Schweigepflicht geht. Egal in welche "Funktion" etwas besprochen wird, wenn keinen Auftrag besteht hierüber mit dritten weiter zu diskutieren soll es unterbleiben, Ohne Diskuusion.
Die Frage nach eine verletzung der Schweigepflicht ist schwierig, denn ich bezweifle dass eine Schweigepflichtserklärung unterschriebung wurde, indem aufgeklärt wird über die mit der Schweigepflicht verbundene Konsequenzen. Rechtlich also, besonders auch im Kontext des väterlichen Verhaltens keine starfrechtlich relevante Verletzung der Schweigepflicht.
Anders ist es, ob die Offenbarungen des Kigateams durch eine Informationspflicht den Elternbeirat gegenüber gedeckt sind. Hier habe ich starke zweifel und bin neugierig wie ein Richter das im Zweifelsfall beurteilen würde.
Anders ist es, wenn es um den vetrauensbasis in Kommunikation zwischen Eltern und Kiga geht. Wie sicher fühlt sich das Kiga-Team jetzt noch, etwas vertrauliches zu besprechen? Was einmal passiert kann noch mal passieren? Kann man dann wirklich etwas besprechen, einfach einmal reden, ohne Angst haben zu müssen, morgen beim Bäcker dfarauf angesprochen zu werden?
Ich sehe deswegen eindeutig ein Problem welches unbedingt geklärt werden muss.

Olav
 
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Gerd
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #7
Hallo Bianca!

In der Regel werden Beschäftigte in Tageseinrichtungen für Kinder im Arbeits- oder Dienstvertrag vom Arbeitgeber/Träger zur Verschwiegenheit verpflichtet. Es wird ihnen auch erläutert worauf sich diese Schweigepflicht bezieht (häufig wird Bezug genommen auf "alle dienstlichen Angelegenheiten"). Verstöße können arbeitsrechtliche Folgen haben.

Das Datenschutzgesetz regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten durch öffentliche (oder öffentlich kontrollierte) Einrichtungen. Dazu zählen auch Kindergärten. "Denjenigen Personen, die bei öffentlichen Stellen oder ihren Auftragnehmern dienstlichen Zugang zu personenbezogenen Daten haben, ist es untersagt, solche Daten unbefugt zu einem anderen als dem zur jeweiligen rechtmäßigen Aufgabenerfüllung gehörenden Zweck zu verarbeiten oder zu offenbaren; dies gilt auch nach Beendigung ihrer Tätigkeit." (§6) Verstöße gegen das Datenschutzgesetz sind Straftaten.

Im beschriebenen konkreten Fall geht es um die Mitteilung personenbezogener Angaben zum allgemeinen Gesundheitszustand eines Kindes. Eine solche Mitteilung an ein ordentliches Organ der Betroffenen entspr. dem Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder ist im allgemeinen nicht zu beanstanden und keine Mitteilung an Unbefugte. Elternrat, Träger und Beschäftigte sind zur vertrauensvollen Zusammenarbeit verpflichtet. Durch den Hinweis auf die Schweigepflicht, ist davon auszugehen, dass die Kenntnisse in dem dafür vorgesehenen Kreis der Betroffenen verbleiben. Im Einzelfall wäre zu prüfen, ob über die allgemein notwendige Information detailierte Daten weitergegeben worden sind, die für den Sachverhalt nicht notwendig waren (z.B. Arztadressen, ärztl. Untersuchungsergebnisse, Gutachten u.dgl.).

Die Mitteilung an den Elternrat, dass sich ein "auffälliges Kind" in Behandlung befindet, ist in der Regel nicht als Verstoß gegen die Schweigepflicht zu erkennen, sondern entspricht eher einem pädagogisch verantwortlichen Handeln.

Schwieriger ist es zu beurteilen, wenn diese Informationen aus dem eigentlich dafür bestimmten Kreis in der Öffentlichkeit (Elternschaft) breit getreten werden. Hier ist davon auszugehen, dass dadurch die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Träger, Beschäftigten und Elternrat gestört wird. Wird eine solche Störung festgestellt obliegt es der Selbstverwaltung geeignete Massnahmen zu ergreifen, um die vertrauensvolle Zusammenarbeit wieder herzustellen (z.B. durch Abwahl des betreffenden "plappernden" Elternratsmitglieds).

Was den Vater des betreffenden Kinders betrifft, so steht ihm vollkommen frei mit jedwedem über sein Kind zu sprechen. Ein Zusammenhang zur dienstlichen Schweigepflicht oder zum Datenschutz besteht nicht, da es sich um eine rein private Angelegenheit handelt. Auch wenn der Vater z.B. ärztliche Gutachten über sein Kind im Kindergarten verteilen würde, dürften diese Angaben nicht offiziell (ohne sein ausdrückliches Einverständnis) von der Institution an Unbefugte weitergegeben werden.

Viele Grüße!
Gerd
 
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #8
hallo gerd
ich bin der meinung, dass man ggf. in diesen gremien weder namen noch details nennen darf! die gehen aussenstehende nix an. so haben wir es immer gehalten und solche peinlichkeiten sind dann auch nicht vorgekommen. ich hätte den vater auch angesprochen die probs seines kindes nicht so breitzutreten.....
sehe ich das zu eng? mich entsetzt dieser "fall" , für das kind tuts mir echt leid!

mal aus reiner neugierde...wie ist der genaue behördliche weg, für dieses kind eine verbesserung der situation zu erreichen. es muß doch möglichkeiten geben....einen antrag auf eine zusätzliche kraft habe ich noch nicht stellen müssen, kenne nur die zusammenarbeit mit eb und anderen therapeutischen einrichtungen, das lief meist ganz gut in zusammenarbeit mit den eltern..
wenn das kind eindeutiger hilfe bedarf und keiner was tut, macht man sich ja mitschuldig.
 
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Bianca
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #9
Also erstmal Danke für die Info´s.

also auch ich bin daran interessiert, wie man dem "Problemkind" helfen kann; Olav, wir hatten darüber schon geschrieben ... Wir wollen so vorgehen, daß wir die Leiterin innerhalb einer Frist von 14 Tagen um eine praktikable Lösung bitten bzw. auffordern.

Erschwert kommt nun aber leider die o. g. Geschichte hinzu.
Der Elternratsvertreter wußte schon vor dem vertraulichen Gespräch mit der Leitung, vom Vater, daß das Kind in Therapie ist. Und es wird bzw. wurde nicht in der Kita breit getreten, sondern speziell nur mit dieser einen Mutter besprochen, der ihr Kind unter dem Problemkind leidet. Die Mutter rannte damit auch nicht zu anderen Eltern, sondern eben zurück zur Leitung.

Wir haben kommende Woche ein Elternratsmeeting mit der Leitung, wo eben auch die 14 tägige Frist gesetzt werden soll, bin ja wirklich gespannt was das wird, aber wie gesagt, dem Kind ist damit nicht geholfen, ihn seine Probleme aussitzen zu lassen.

LG Bianca
 
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #10
hallo bianca
na gott sei dank - kein "breites geklatsche".....
 
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #11
Relativ eindeutig

Hallo Bianca,

wenn die Information über Therapie bereits vor der Unterrichtung durch die Leitung seitens des Vaters vermittelt wurde, bleibt für mich jursitisch gesehen der tatbestand "schweigepflichtsverletzung" nicht länger stehen, trotzdem bleibt die frage, ob es seitens deines Killegens taktisch gewesen ist mit der Mutter zu reden, statt sie direkt zur Leitung oder zum vater zu verweisen.

Was eine Lösung angeht, klare Entscheidungen fordern.

Olav
 
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Gerd
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #12
Hallo!

Hm... Mir scheint wir gehen von einem unterschiedlichen Verständnis von der Rolle und Bedeutung des Elternrates aus.

Innerhalb des institutionellen Systems "Kindergarten", wie es vom Gesetzgeber beschrieben wird (Kindergartengesetze), ist der Elternrat das wesentlichste Mitbestimmungsorgan der Erziehungsberechtigten. Er ist über alle Kindergartenangelegenheiten zu informieren und zur vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Träger und den Beschäftigten verpflichtet. Er kann doch keinesfalls als "unbefugt" angesehen werden Informationen über offensichtlich in der Einrichtung bestehende Probleme zu erhalten (s. Datenschutz). Im Gegenteil; er ist doch häufig für Eltern, die sich z.B. über ein "auffälliges" Kind oder sonst was "beschweren" wollen, der erste Ansprechpartner. Durch Transparenz können viele potentielle Konflikte gemeinsam gelöst werden.

Wenn ein Kindergartenkind "in Therapie" ist, ist das doch nichts "Schlimmes" oder "Anrüchiges". Es erhält außerfamiliäre fachliche Hilfe. Das drückt Verantwortungsbewusstsein und Ernsthaftigkeit aus. Darin kann ich kein Problem erkennen. Ich würde diesbezüglich auch vom Elternrat Unterstützung und Verständnis erwarten bzw. darum werben. Ich bin mir auch nicht sicher ob das "auffällige" Kind wirklich das Problem ist, aber kann dies ohne eigene praktische Kenntnisse auch nicht wirklich beurteilen.

Wünschenswert wäre m.E. ein gemeinsames Gespräch aller (erwachsenen) Beteiligten darüber, ob und ggf. wie die Therapie des "auffälligen" Kindes unterstützt werden kann. Auch der Vater bzw. die Eltern dieses Kinders werden es nicht haben und sollten gestärkt werden.

Viele Grüße!
Gerd
 
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #13
hallo
ich denke auch das eine zusammenarbeit des teams und des elternrates wichtig ist! nur würde ich nicht so ins detail gehen und keine namen nennen....weiß nicht.
es ist kein makel unterstützung und therapien zu beanspruchen - aber hand aufs herz - bei "psychologischer therapie" das kind hat den stempel weg, so ist doch die realität. daher wäre ich lieber vorsichtiger mit dem was ich weitergebe.
 
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Bianca
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #14
Hallo,

also das Kind hat garantiert nicht dadurch einen Stempel weg, daß jetzt eine Mutter davon weiß, daß er therapiert wird. Jeder der dieses Kind beobachtet, kommt allein darauf, daß mit ihm etwas nicht stimmt bzw. das er in der Vergangenheit keine schöne Kindheit hatte. Und wenn dann die eignen Kinder jeden Tag erzählen Mama oder Papa, dieser Junge hat heute mich oder den und den gehauen (gebissen, Nasenblut, Arm gebrochen etc pp)und morgen den, dann bekommt dieses Kind deswegen einen Stempel, da die Leitung nicht konsequent sein kann und zugibt, daß sie mit diesem Jungen einfach überfordert ist und er eigentlich spezifischere bzw. intensivere Hilfe braucht.

@ Olav ... ich hatte Dich doch gefragt, ob der junge trotz dessen eingeschult wird. Habe nun erneut mit dem Vater gesprochen, da die Leiterin ja behauptet er geht auf jeden Fall nächsten Sommer in die Schule. Der Vater meinte er hat jetzt 70 weitere Therapiestunden verordnet bekommen und erst danach wird er im Frühjahr 2004 getestet, aber nach Aussage der Therapeutin wird er nicht eingeschult werden, da er null Konzentrationsvermögen hat. Meine Frage, gesetzten Fall er darf nicht in die Schule, bleibt er dann in der Kita oder geht er dann in eine spezielle Frühförderung (gibts sowas)?

@Gerd ... die Mutter mit dem betroffenen Kind hat erst ne große Welle geschlagen (hauptsächlich wegen der leitung und dessen Arbeit) und wollte zur Stadt rennen, daraufhin wurde dies dem Elternrat mitgeteilt, der kurzerhand einen Elternstammtisch einberufen hat. Unter diesem Stammtisch kam es dann in einem Vieraugengespräch zum Infoaustausch über das Problemkind, um dieser Mutter den Wind aus dem Segeln zu nehmen. Wir sind ja dran an der Sache, aber wenn ein Kind so auffällig ist, wie eben dieses eine, da geht das eben nicht mit Problemaussitzen und leider teilt die Kitaleitung nicht unsere Meinung, den die Leiterin versucht immer alle zu schonen um ja nichts machen zu müssen. Gespräche waren bisher erfolglos (als wurde das nicht probiert) und nun bleibt eben nur noch dieser Schritt, der Leitung eine Frist zu setzen, damit dem Problemkind qualifizierter geholfen werden kann und auch der Rest der Gruppe zur Ruhe kommen kann.

Lieben Dank für Euer offenes Ohr und die guten und informativen Antworten!

Gruß Bianca
 
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #15
hallo bianca
ich empfinde es schon so, dass das kind schon abgestempelt ist. es hat doch schon den schwarzen peter. vll ist esschon so weit, das bei konflikten schon immer dieses kind der chaot war - ohne das noch groß geguckt wird was vorgefallen ist...nunja.

was erwartet ihr denn, soll die leiterin in den 14 tagen ändern? um dem kind zu helfen bedarf es einer intensiven auseinandersetzung mit seiner problematik, beobachtung, austausch mit eltern und evtl. therapeuten...ist es das was bisher versäumt wurde und weswegen ihr nicht so gut auf die leitung zu sprechen seid? vll. "läuft" ja was in der richtung.. :kA: in therapie ist das kind ja bereits - es braucht vll. nur noch zeit...
oder ist euer ziel das das kind die einrichtung schnell verlassen muß? dann ist zwar ruhe im busch aber die herausforderung voneinander zu lernen und miteinander aus dem dilemma herauszukommen, bleibt allen vorenthalten. und wenn das kind schon schlechte erfahrungen hinter sich hat ist ein wegschieben das schlimmste was passieren kann.
wie wäre es, wenn ihr der leiterin vorschlagt ( mehr rechte habt ihr als elternrat in diesem fall dem team gegenüber nicht) sie solle die eltern des betroffenen kindes bitten, die zustimmung für die zusammenarbeit mit der erziehungsberatungsstelle zu geben. da würde von professioneller seite hilfe für eltern, kind und erzieher kommen.
auch kann eine solche institution ggf. mithelfen argumente für eine zusätzliche kraft zu formulieren.
es gibt zwar wartezeiten aber man kanns ja dringend machen.
 
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Bianca
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #16
Hallo Claudia,

nein es ist definitiv nicht so, daß dieser Junge immer als Chaot steht, denn wie gesagt kann er das liebste Kind sein und schön spielen und im nächsten Moment hat er einen grundlosen Gewaltausbruch und schlägt (etc pp) zu. Im Vorbeigehen springt er in neben ihm stehende Kinder mit voller Wucht rein und geht ohne nach ihnen zu schauen weiter ... reaktionslos. Die anderen Kinder, vor allem die Jüngeren, fürchten sich vor ihm, weil er so unberechenbar ist. Und weil die Leitung = Erzieherin der Gruppe sich nicht weiter zu helfen weiß, wird der Junge ausgegrenzt. Ich kopiere Dir hier mal meine Nachricht an Olav rein, damit Du die Problematik ein wenig verstehst:

"""Seit dem vergangenen Kita Jahr ist in unserer Gruppe ein Junge, der nun 5 3/4 Jahre alt ist und leider immer wieder auffällt. Er ist im Heim groß geworden und letztes Jahr hat ihn sein Vater zu sich genommen; der Mutter wurde das Kind entzogen und im Heim untergebracht.
Nunja, wir wissen nicht was er erlebt hat, aber es war definitiv nichts schönes. Er fällt auf, in dem er den anderen Kindern grundlos weh tut. Er schlägt und schubst die Kinder im Vorbeigehen, ohne erkennbaren Grund. Er ist nun seit einem Jahr in der Gruppe, weiß das sein Verhalten Konsequenzen (Puppenecken und Bauteppichverbot, teilweise haben die Erzieherinnen ihn gesondert Mittag essen lassen) nach sich zieht und trotzdem passieren diese Vorfälle täglich.
Dabei sollte ich erwähnen, daß der Junge in psychologischer Behandlung ist, der Vater von der Psychologin erziehungstechnisch unterstützt wird und das das Jugendamt immer ein Auge auf die Sache hat. Denn der Vater ist mit dem Verhalten des Jungen völlig überfordert.

In den letzten Wochen ist sein Verhalten noch extremer geworden. Er pickt sich gewisse Kinder aus der Gruppe rauß, zwei Jungen die in seinem Alter sind und bedrängt diese richtig. Er ist aufdringlich und schikaniert diese, so daß einer der Jungen Alpträume bekommen hat.

Jetzt haben wir der Leiterin als Elternrat vorgeschlagen, da wir aufgrund des unveränderten (für die Gruppe untragbaren Zustand ) Verhalten des Jungen nicht mehr einsehen, daß die anderen Kinder drunter leiden, den Jungen in eine integrative Einrichtung abzugeben. Doch sie weigert sich und meint, er würde sowieso nächtes Schuljahr in die Schule kommen (was wir noch bezweifeln) und sie würde sich im Vorschulprogramm intensiver um ihn kümmern.

Müssen wir als Eltern hinnehmen und ich frage das jetzt nicht nur als Elternrat, sondern auch als Mutter, daß unsere Kinder in der Einrichtung schikaniert und geschlagen werden und das von nur einem einzigen Kind, dem jede Strafe egal ist und es immer wieder tut?

Die Leiterin meinte zwar, sie würde gerade bei den o.g. zwei Jungen dafür sorgen wollen, daß diese getrennt werden, doch ist es so, daß sich der Junge dann immer wieder "neue Opfer" sucht. Und mann kann ja schlecht die ganze Gruppe von ihm trennen.

Ich denke außerdem, daß dem Kind nicht damit geholfen ist, daß es ständig ausgegrenzt und bestraft wird. Er braucht definitiv noch mehr Unterstützung, gerade im Hinblick auf die bevorstehende Schulpflicht.

Was können wir tun?"""

Du siehst also, es ist auch nicht erst seit gestern so. Der Junge ist nun das zweite Kitajahr da und auch schon seitdem in Therapie. Und es hat sich bis heute nichts geändert. Auf die Zusammenarbeit der Leitung mit der Therapeutin warten wir ebenfalls bis heute. Und auf die Gefahr hin, daß ich mich wiederhole, dem Jungen ist und wird in unserer Einrichtung nicht geholfen. Auf gewisse Art und Weise wird sein Problem noch verschlimmert, da er ständig von den beiden Erzieherinnen ausgegrenzt und bestraft wird und die Zuwendung ist gleich Null.

LG Bianca
 
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #17
hallo bianca
ich sag doch das kind hat den schwarzen peter. weil die erzieherinnen, aus welchen gründen auch immer, sich scheinbar keine unterstützung holen (z.b.beratung - antrag auf zusätzliche kraft....) soll das kind erneut einem wechsel der bezugspersonen ausgesetzt werden....der kleine muß doch das vertrauen in sein umfeld verlieren!
wenn ich nur weitergereicht würde, würde ich auch aggressiv....
er ist in behandlung - in der richtung sind maßnahmen ergriffen worden. von welcher qualität diese sind kann ich nicht beurteilen und maße ich mir auch nicht an. ich denke die frau psychologin wird schon wissen was sie tut. scheinbar ist er ja auf dem weg sich wieder zu öffnen, wenn er nicht andauernd auffällig ist.....

wobei mich in diesem zusammenang interessieren würde wie wir beide "auffällig" definieren - meine "schmerzgrenze" (blödes wort aber mir fällt kein anderes ein) ist da sicher höher als deine - denn "auffällige" kinder sind keine ausnahme mehr in den einrichtungen und man hat sich schon auf manche herausforderung einstellen müssen.....aber das ist ein anderes thema.......

was zu fehlen scheint ist unterstützung für das team....beratung! , die ist zu kriegen! - und ihr als elternrat macht ggf. druck beim träger für ne zusätzliche kraft.
dahingehend könnt ihr aktiv werden! aber gebt dem kind ne chance wieder vertrauen in sein gegenüber empfinden zu können.
ob ihr mit druck auf die leitung einer vernünftigen entscheidung entgegenkommt wage ich zu bezweifeln. tut der künftigen zusammenarbeit auch nicht gut.
wenn hilfen greifen wird sich die situation auch sicher ändern.
aber zieht nicht das kind in die verantwortung für die misere.
 
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #18
Hallo Claudia,

wo liegt denn Deine "Schmerzgrenze". Also viele Eltern mögen ihr Kind wegen diesem einen Kind schon nicht mehr in die Kita schicken, weil es wirklich so schlimm ist. Und es gibt mehrere Ausbrüche pro Tag! Nur gehen die Erzieherinnen so weit, daß sie dieses Kind versuchen ständig unter Kontrolle zu halten, wo dann schon eine Kraft wegfällt, denn sobald er unbeobachtet ist, nutzt er die Gelegenheit.
Das ist kein schöner Zustand und gerade die ruhigeren Kinder gehen da vollkomme unter und meiner Meinung nach hatte die Leiterin ein Jahr Zeit mit der Situation klar zu kommen und für dieses Kind und den rest der Gruppe eine tragbare Lösung zu finden. Der Antrag auf eine zusätzliche Kraft wurde schon längst gestellt, da wir auch noch überbelegt sind. Wir, als Elternrat haben nichts unversucht gelassen.

Und Du glaubst wirklich er hat Vertrauen in seinem Umfeld? Das bezweifle ich. Er ist gewöhnt da hin zu kommen, aber von Vertrauen kann keine Rede sein.
Dieser Junge sieht wenn er bestraft wird, die Strafe nicht als Strafe an, da er in der vergangenheit und auch jetzt ständig bestraft wird (mehr fällt unserer Leiterin nämlich nicht ein bestrafen und ausgrenzen). Ihm scheint es egal zu sein. Denn wenn er doch weiß, er wird gleich wieder bestraft, wieso macht er das dann tag täglich wieder. Sorry aber ich bin da nicht Deiner Meinung. Der Junge braucht professinollere und intensivere Betreuung und zwar von Fachkräften; und nicht von einer Leiterin, die so wieso ständig mit ihren Aufgaben überfordert ist. So denke nicht nur ich, so denken alle hier.
Es kann schon sein, daß das in anderen Kita´s funktionieren würde,nur sind dort die Erzieherinnen mit Sicherheit richtig an ihrem Platz und erzählen nicht, eigentlich arbeite ich ja lieber mit größeren Kindern (Schulkindern). Ach, jetzt komm ich vom Thema ab, aber es ist halt alles ursächlich.

Wenn dieser Weg funktionieren würde, daß der Junge GUT in unserer Kita aufgefangen würde, würde ich meine Hand dafür ins Feuer legen, aber ich bin mir sicher und weiß es, daß dies nicht der Fall ist. Und in bezug auf den Jungen ... es muss jetzt was geschehen, denn er muß nun bald in die Schule und was soll dann aus ihm werden?

LG Bianca
 
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #19
hallo bianca
ich schätze meine schmerzgrenze ist was höher ;-) ....es gibt zu jeder zeit, in jeder kita "kandidaten" die deine aufmerksamkeit und dein können für einen zeitraum für sich fordern.......morgen könnte es dein kind sein.
in meiner praxiszeit habe ich auch das ein oder andere mal auf die hilfe der eb zurückgegriffen und diese hilfen waren eine bereicherung auch für die mitbetroffenen (eltern, andere kinder) ich denke in eurem fall wäre es für alle beteiligten noch die beste lösung. ich plädiere immer noch dafür dass, das kind in der einrichtung verbleiben sollte!
bisher wurden seine bindungen an andere immer enttäuscht - wieder und wieder aus seinem umfeld gerissen zu werden, verringert die fähigkeit neue bindungen einzugehen und vertrauen zu fassen. das scheint doch das problem des kindes zu sein - er findet aber schon mal ruhe sich dem spiel hinzugeben. das ist doch schon was für ein kind das durch den scheuersack ging.

wie objektiv seid ihr eltern in der gegenwärtigen situation dem kind gegenüber.
die tatsache das mein vorschlag die eb miteinzubeziehen nicht so anzukommen scheint, euer drängen eher dahingeht, das kind anderweitig unterzubringen scheint ja aufzuzeigen das die "kiste" schon ziemlich festgefahren scheint.
inwieweit spiegeln sich im wunsch, dass das kind die gruppe verließe die evtl. überwiegenden ängste um die anderen/eigenen kinder.

fakt ist deiner beschreibung nach, das die erzieherinnen hilfe brauchen, den richtigen umgang mit dem kind zu finden. die können sie sich an professioneller stelle einholen. die eb begleitet die arbeit im kiga auch.
du kannst mir glauben, dass das auch ein gewinn für die anderen beteiligten wäre. die anderen kinder erlernen soziales verhalten und konfliktlösungen....das/die sie spätestens auf dem schulhof gut gebrauchen können.
eure erzieherinnen werden "schlauer" auch ein gewinn für die einrichtung und andere kinder....

ich bin nicht gegen integrative einrichtungen. im gegenteil sie sind ein gewinn....doch hier müssen die rahmenbedingungen für das kind/die kinder stimmig gemacht werden und nicht das kind in andere rahmenbedingungen gesteckt werden.
das kind bringt die voraussetzungen mit - es ist in behandlung - nun müssen die erzieher pädagogische konsequenzen ziehen und wenn nötig dazulernen. das wäre ein gewinn für alle.
verstehst du wie ich das meine?
die schnellste lösung ist nicht immer die beste.
 
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Schweigepflicht des Elternrats Beitrag #20
Hallo Claudia,

wie gesagt, würde ich dafür pledieren, wenn ich wüßte das die Erzieherinnen sich Hilfe holen würden, doch das wollen und werden sie nicht tun, weil die Leiterin sich nicht eingestehen will, mit der Situation überfordert zu sein.

LG Bianca
 
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