Sexualerziehung

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Anonymous
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Sexualerziehung Beitrag #1
Hallo zusammen,

heute greife ich ein Thema von Lisa lou-hou auf:
hi!
mich würde mal interessieren wie ihr im kindergarten/hort o.ä. mit sexualerziehung umgeht. lasst ihr es "unter den tisch fallen" oder greift ihr das thema regelmäßig oder nur nach situation auf. und wenn ja, in welcher art und weise?
ich denke, das thema ist wichtig und interessant.
lg lisa
Im Prinzip müsste man sich zuerst die Frage stellen: Wo fängt Sexualerziehung an, wo hört sie auf? Grob gesagt fängt es bei der Benennung von allen Körperteilen an, Thema Gefühle, Unterschied Junge/Mädchen, Mann/Frau und hört auf bei "Wie entsteht ein Baby" und stark sein und "nein" sagen.Wie weit darf oder muss man im Kiga diese Themen ansprechen?

In meiner Ausbildung wurde uns damals gesagt, Erzieher dürfen zu dem Thema nichts machen, das obliege zu 100% dem Elternhaus. Gewiss haben sich die Zeiten geändert, vor allem wenn ich an meine Schwangerschaft im Kiga denke *ggg*

Welche Erfahrungen habt ihr in eurer Einrichtung gemacht? Wie geht ihr auf heikle Kinderfragen ein? Was ist euch wichtig, was überlasst ihr dem Elternhaus? Was ist bei dem Thema überhaupt wichtig? ...

Gespannte und
 
P
Pippi L.
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Sexualerziehung Beitrag #2
Hallo!

Ich denke dafür kann es keine pauschale Regelung geben, denn jede Mitarbeiterin steht dem Thema anders gegenüber. Zudem hat auch jedes Elternhaus seine eigene Art ihrem Kind in dieser Hinsicht etwas zu vermitteln, da möchte ich dann nicht diejenige sein, die den Kindern etwas erzählt, was den Eltern total mißfällt.
Wenn dieses Thema auf den Tisch kommt, laß ich die Kinder einfach erzählen und frage auch mal nach. Wenn ich dann rausgehört habe, wie die Familie damit umgeht, klinke ich mich individuell in das Gespräch ein. Es fällt also insoweit nicht unter den Tisch, wir haben es aber noch nicht thematisiert, hat sich noch nicht aus der Situation ergeben.

Gruß Pippi L. :freu:
 
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Anonymous
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Sexualerziehung Beitrag #3
Danke Pippi für deine Antwort.
Wie habt ihr anderen Erfahrungen machen können?
 
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Björn
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Sexualerziehung Beitrag #4
Morgen ihr Lieben,

ich glaube dieses Thema wird nur allzugerne von Fachpersonal diskutiert, wenn man darauf nicht sofort eine Aktion starten muss. ;)

Ich habe in den zwei Jahren bei mir in der Einrichtung keinerlei Erfahrungen gesammelt.
Ich denke dass es in vielen Einrichtungen allgemein so gehandhabt wird,
dass "...schlafende Hunde nicht geweckt werden...!".
Solange dieses Thema nicht von Eltern oder anderen KollegInnen angesprochen wird hält man selbst lieber den Mund, um nicht unnötig Stress und Arbeit zu machen.

Das klingt sicher etwas böse, aber dieses Thema fordert von jedem einzelnen die eigene Reflektion mit dem Umgang, von Sexualität.

  • * Wie stehe ich zu diesem Thema?
    * Wie offen kann ich darüber Reden?
    * Was habe ich für persönliche sexuelle Interesse und Wünsche?
    * Habe ich eine "Sprache" für Sexualität?
    * Habe ich genügend Wissen darüber?
    * Was ist kindliche Sexualität?
    * Kann ich mit der/dem KollegIn(en) darüber sprechen, planen und im "Team" Angebote durchführen?
    * Was denken die Anderen über mich, wenn ich Sexualität/Körpererfahrung Anspreche und zum Thema mache?
    [...]

Ich bin der Überzeugung, das Sexualerziehung (Körpererfahrung) regelmäßig im KiGa aufgegriffen werden sollte.
Durch die übermäßigen Medienangebote werden unsere Kinder, schon fast bewußt in die Bewegungsarmut hineingetrieben.
Bewegungsarmut zieht automatisch die Entfremdung und das fehlende Wissen über den eigenen Körper mit sich.
Die taktile Sinnesanregung sollte wesentlich stärker in Angebote integriert werden.

Mir graut es schon, wenn ich Kleinkinder mit Sandalen oder Schuhen am Strand sehe....unsere Kinder werden immer stumpfer...

Das Wissen über die einzelnen Körperteile und deren Funktionen, gezielte Angebote zu diesem Thema können ein positives Körpergefühl vermitteln, das Kennlernen des eigenen Körpers intensivieren, das Interesse am eigenen Körper stärken und somit präventiv gegen sexuelle Übergriffe und positiv zur eigenen Lebenseinstellung wirken.

Nicht nur die Kinder lernen bei diesen Angeboten, auch wir.
Dieses Thema sollte im Fachbereich öfter und intensiver besprochen werden um die Auseinandersetzung damit zu fördern.
Wir müssen vermitteln das Körpererfahrung und Sexualität etwas schönes und deshalb die Auseinandersetzung damit wichtig und gut ist.

So verbleibe ich erstmal, mit freundlichen Grüßen
Björn
 
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flotter käfer
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Sexualerziehung Beitrag #5
Hallo zusammen,
mir ist aufgefallen,daß die Kinder von Jahr zu Jahr"reifer"werden.Als ich 1994 meinen Beruf antrat,kam dieses Thema nie zur Sprache.Mittlerweile bin ich manchmal richtig geschockt,was diese Kleinen schon so alles wissen.
Um nur ein Bsp.zu nennen:Ein Junge(6Jahre)bekommt in einigen Monaten ein Geschw.Er darf zusammen mit seiner Mutter"Schnulleralarm"sehen,weiß alles,wie das Baby in den BAuch kommt("die haben sex,und er steckt seinen *zensiert von Admin Susi*in die mama rein"-wortwörtlich),was bei der Geburt passiert usw.
Einerseits o.k.,aber wenn er damit prallt und das vor allen Kindern wiedergibt.....vorallem weil wir auch viele 3jährige haben....
Ich bin sicherlich nicht prüde,und wenn mich ein Kind fragt,wie ein Baby in den Bauch der Mama kommt,erkl.ich es auch-kindgerecht natürlich-aber das schockte mich wirklich
Es ihm zu verbieten,bringt nichts(wird ja dann umso interessanter),aber ich habe mich jetzt mit ihm geeinigt,daß er es vor "meinen Babys"nicht mehr sagen darf.

Ansonsten finde ich,wenn Kinder fragen,sollte man ihnen eine ehrliche Antwort geben,allen Eltern kann man es so und so nicht recht machen,die einen sind froh,wenn wir das übernehmen,die anderen sind geschockt.
Nur finde ich,in der heutigen Zeit und vorallem in Großstätten,wo so viel von Kindesmißhandlung usw.berichtet wird,daß man nicht früh genug damit beginnen kann,ein Kind(kindgerecht natürlich)aufzukl.
 
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Sexualerziehung Beitrag #6
Hallo ihr Lieben,

stimmt: die Kinder sind viel weiter, als vor Jahren. Zu unserer Zeit, als wir noch Kinder waren, wurde viel tabuisiert.

Björn: deine Ausführung ist klasse. Eine Sache muss ich für mich widersprechen *ggg*
Mir graut es schon, wenn ich Kleinkinder mit Sandalen oder Schuhen am Strand sehe....unsere Kinder werden immer stumpfer...
Am Strand habe ich mir als Kind die Füße schon oft aufgerissen. Scharfe Muscheln, Quallen, Krebse *schüttel* nä: da würd ich auch Ronja diese "Wasserschuhe" anziehen.

Ich muss euch was aus einem Buch von Rudolf Dreikurs und Erik Blumenthal: Eltern und Kinder: Freunde oder Feinde?zitieren:
S. 362: Sexuelle Aufklärung
Auf natürliche und echte Fragen einfach, wahrhaftig und natürlich antworten
Keine Angst vor der nächstfolgenden Frage haben
Hinweise auf ähnliche Vorgänge im Pflanzen- und Tierreich sind meist unnötig.
"Woher kommen die kleinen Kinder?" "Von der Mutter!" "Wo in der Mutter war das Kleine?" "Unter ihrem Herzen!" "Wie kam es dort hin?" "Vom Vater!" "Wie kam es vom Vater in die Mutter?" "Dies geschieht, wenn Mutter und Vater einander lieb haben!"
Wenn Fragen nur dem Erwecken von Aufmerksamkeit dienen, nicht logisch antworten
Aufklärung über die sozialen Unterschiede der Geschlechter
Überlegenheit des männlichen Geschlechts ist ein Vorurteil.
Das Kind mit seinem Geschlecht nicht unzufrieden machen, denn jedes Geschlecht hat seine Vor- und Nachteile
Die Aufklärung kann nicht früh genug beginnen.
Ich denke, diese Ausführung - nicht wortwörtlich *augenverdreh*- ist als kleiner Wegweiser für jüngere Kinder, die gerade beginnen sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, hilfreich.
 
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Anja
Ich schaue mich noch um!
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Sexualerziehung Beitrag #7
Ich stimme Susi bzw. dem Bericht da voll zu!!

Soweit eine Antwotrt geben, bis die Frage geklärt ist, keine naturwissenschaftlichen oder biologischen erklärungen abgeben.
Es ist ja wirklich so, daß die Kinder heute viel "aufgeklärter" sind (nicht alle, klar, aber ein großteil)
Der Umgang mit Sexualität schon zu Hause ist offener, es gibt selten Kinder, die ihre Eltern oder Geschwister nicht schon nackt gesehen haben (duschen, baden) Je freier und unkomplizierter sie damit aufwachsen, desto stärker haben sie ein Gefühl für den eigenen Körper.
War es vor Jahren noch so, daß sich Eltern vor Kindern geschämt haben, Fernsehfilme in denen nur ein bissi Küssen oder schmusen sofort weggedrückt wurden, so ist es heute für viele Kinder normal, mit den Eltern zu duschen, oder dabeizusein, wenn sich die Erwachsenen mal lieb in den Arm nehmen(mehr natürlich nicht*g*)

Die meisten 5-6 jährigen wissen auch, daß ein Baby aus Liebe entsteht.

Die Tochter einer Freundin sagte letztens mal zu mir..Anja, ich weiß, warum ihr Zwillinge habt...warum denn??...wenn ein Mann und eine Frau sich dolle liebhaben, schmusen und küssen, dann bekommen sie ein Baby...und wenn mann sich noch doller liebhat und noch viel mehr küsst und schmust, dann bekommt man Zwillinge...

Ich hab ihr nicht wiedersprochen*g*, denn ich denke, für ihr Alter ist das eine plausible Erklärung.

Ich habe bisher noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, was die Sexualerziehung im Kiga betrifft.
Klar, es gibt auch heute noch einige "verklemmte", die will ich nicht missionieren, aber darauf hinführen, daß sie ihrem Kind nix gutes tun, wenn die Ereignisse die den Körper betreffen verschwiegen werden.

Deshalb werden von mir (auch zu Hause bei meinen Kindern ) keine Verniedlichungen der Geschlechtsteile gemacht.
Ich versuche auch, den Kindern zu vermitteln..Mein Körper gehört mir...keiner hat das Recht, darüber zu bestimmen, anzufassen oder wehzutun.

Vielen Eltern muß erst mal klarwerden, daß Sexualerziehung weniger mit Sex zu tun hat, als mit dem kennenlernen des eigenen Körpers, der Selbstbestimmung und der Erkenntnis, daß jeder verschieden ausschaut.

Aber was ich für mich jetzt nicht wollte...ein Kind aus meiner Gruppe (4) durfte bei der Hausgeburt seines Brüderchens dabei sein...das ist finde ich für eine zarte Kinderseele doch zuviel...

Ups, das war ja ein richtiger Roman..sorry...

Liebe Grüße
Anja
 
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Anonymous
Gast
Sexualerziehung Beitrag #8
Hallo Anja,

das ist ja eine süße Schlussfolgerung der Tochter deiner Freundin. Schreibst du uns dies ins Forum Schmunzel-Ecke? *ganz lieb guck*

ein Kind aus meiner Gruppe (4) durfte bei der Hausgeburt seines Brüderchens dabei sein.
Waaas? Das ist ja kaum zu glauben? Freizügigkeit in der Familie - okay, aber das führt doch zuuuuuu weit!!! :( Das kann ich nicht nachvollziehen ... Unverständlich ... Ich bin darüber grad total entsetzt ...
 
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Anja
Ich schaue mich noch um!
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Sexualerziehung Beitrag #9
Hallo Susi !

Ja, mach ich gerne, ich find die Schlußfolgerung auch ganz entzückend*g*

Das mit der Hausgeburt find ich auch sehr heftig, vor allem, der Bub hat noch einen älteren Bruder (7) und eine kleinere Schwester(2 1/4) die waren auch dabei.
Mal davon abgesehen, daß ich selbst genau weiß, was bei einer Geburt abgeht und ich in keinem Fall meine Große hätte dabei haben wollen, ich denke irgendwie kapieren die Kids das doch gar nicht!!! Ich würde das nie einem Kind zumuten, aber die Familie hat sich bestimmt auch gedanken darüber gemacht und bewußt entschieden. Allerdings können das sicher die wenigsten nachvollziehen.
Mir ist das ein bissl zuviel Natürlichkeitserziehung*g*

Liebe Grüße
Anja
 
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