Turnen im Kiga - Ist alles erlaubt?

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Anonymous
Gast
Turnen im Kiga - Ist alles erlaubt? Beitrag #1
Hallo zusammen,

in vielen Einrichtungen wird mehr oder weniger regelmäßig mit den Kindern geturnt. Manche Kindergärten fühlen sich glücklich, eine Schulturnhalle mitnutzen zu dürfen.
Was ich mich nun frage: darf alles gemacht und ausprobiert werden? Kann eine "normale" pädagogische Kraft wissen, wie bestimmte Übungen angeleitet werden, worauf zu achten ist, wo Gefahren verborgen sein können?

So weit ich mich erinnern kann, wurde uns von unserer Sportlehrerin in der Ausbildung ganz klar gesagt, wo unsere Grenzen liegen und das wir nicht für Sportaktivitäten ausgebildet werden. Aber wenn ich mich manchmal umschaue und umhöre, bin ich wirklich verwundert, was sich viele von uns zutrauen - sei es bewusst oder vielleicht nicht weitertragisch findend.

Wo ist die Grenze? In unserem Turnforum wurde z. B. über den berühmten Kusselkopf diskutiert - falsch angeleitet kann dieser bös ins Auge gehen.

Wie gestaltet ihr die "Turnstunde"? Was traut ihr euch selber zu - wo sind eure Grenzen? Wie weit dürfen wir überhaupt gehen?

Ich freue mich auf einen regen Austausch. :clown:
 
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Anonymous
Gast
Turnen im Kiga - Ist alles erlaubt? Beitrag #2
Kusselkopf?

@susi

z. B. über den berühmten Kusselkopf diskutiert
"neugeirigfrag"
was ist ein Kusselkopf :kA:

Danke
 
A
Anonymous
Gast
Turnen im Kiga - Ist alles erlaubt? Beitrag #3
Hallo Gummihex,

*g* kennst du bestimmt unter einem andren Begriff: in die Hocke gehen, Hände aufstützen, Kopf auf den Boden und Rolle vorwärts ...
 
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Bine
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Turnen im Kiga - Ist alles erlaubt? Beitrag #4
huhu!

purzelbaum, oder? ;)
 
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Tonne
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Turnen im Kiga - Ist alles erlaubt? Beitrag #5
Bewegung

Ich mag den Ausdruck "turnen" nicht. Turnen ist wie gesagt, "purzelbaum", Radschlag etc.... das ist es oft auch, was Eltern sich darunter vorstellen, wenn eine Kindergartengruppe einmal in der Woche zum "turnen" geht...dabei geht es doch um Bewegungsbaustellen, springen, klettern und sich selbst erfahren in der Turnhalle...deshalb ist das Wort "bewegungsstunde" für mich irgendwie passender.
(nur mal so)

In der Ausbildung haben wir ziemlich heftige Spiele für Kinder gelernt, die zu dieser Kategorie "New Games" gehören...da wäre die Frage, ob ich mich für so kompetent halte für Kinder beim Purzlebaum Hilfe zu leisten "spielzeug" ... z.B. : mit allen Kindern die dicke Matte auf ein Kind fallen zu lassen ...und da musste man immer total viel beachten..wenn das Kind schon falsch auf dem Boden liegt während man die Matte drauf fallen lässt, dann is "Holland in Not" und es besteht große Verletzungsgefahr.

Was ich damit sagen wollte: Wenn sowas mit zum Ausbildungsplan gehört, dann sind wir doch eigentlich befugt dies auch in der Praxis umzusetzen ..dennoch denke ich, dass jeder selber wissen muss, wie kompetent und sicher er sich dabeifühlt, und dem entsprechend diese Angebote auch durchführt oder eben nicht, weil man im schlimmsten fall ja dafür haften muss, wenn etwas passiert.... oder??

Schönen Sonntag noch...
 
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Björn
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Turnen im Kiga - Ist alles erlaubt? Beitrag #6
Hi,

was ist schlimm an dem Begriff "Turnen"?
Um den historischen Gedanken nicht zu vergessen, möchte ich auf

Friedrich Ludwig Jahn oder Turnvater Jahn
, wie er auch genannt wurde aufmerksam machen, der das Turnen begründet hat und damit einen Grundstein für das Verständnis Bildung und Motorik gelegt hat.

Viele Grüße,
Björn
 
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Tonne
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Turnen im Kiga - Ist alles erlaubt? Beitrag #7
is nich schlimm....

Ich finde den Ausdruck nicht "schlimm"...nur unpassend für die heutige pädagogische Arbeit in der Turnhalle. Meiner Erfahrung nach stellen sich viele Eltern bei uns nämlich tasächlich eine altertümliche "Turnstunde" darunter vor... und das ist es doch nicht mehr. Ich muss dazu sagen, dass wir eine große Turnhalle in unserer Einrichtung haben, wo auch viel freispiel passiert, die Kinder sich selbst testen und eigene Ideen dabei umsetzen etc. Und um das den Eltern näher zu bringen, nennen wir es eben "Bewegung" und nicht "turnen"...ich will jetz nicht den Kompletten Duden verändern und "bewegungsraum" sagen, oder gar den guten alten Turnbeutel zum "bewegungssack" machen :D ...
 
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Evchen007
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Turnen im Kiga - Ist alles erlaubt? Beitrag #8
Ich hab mit meiner Gruppe jede 2. Woche geturnt und jede andere 2. Woche eine Rhythmik gemacht. Das Turnen war für die Kinder immer ein tolles Erlebnis, sie haben es gerne gemacht.

Am Beginn eine Turnstunde war für mich immer wichtig, dass die Kinder nur mal einfach laufen können. Da hab ich dann meist Musik dazu gehabt und eventuell ein paar Dinge eingebaut, (z.B. in jeder Ecke des Raumes war ein anderfarbiges Tuch, wenn die Musik aus war hab ich eine Farbe genannt, zu der die Kinder laufen mussten) usw....

Für den 2. Teil war meist ein Thema grundlegend. z.B. "Der Ball" (mit veschiedenen Bällen werfen, rollen, ...) oder ich machte eine Bewegungsgeschichte oder baute eine Bewegungsbaustelle auf. Die Kinder machten sogar Purzelbäume, in erster Linie gab ich den Kindern Hilfestelleungewn, manche machten dies aber von ganz alleine, das war dann kein Problem.
Ich denke mir, wenn ein Kind draußen im Garten einen Purzelbaum macht, kann ich das ja auch nicht verhindern und wenn ich es machen würde, was für einen Sinn würde das ergeben?

Zum Abschluss gabs dann entweder ein Ausscheidungsspiel (das Kind, das ausgeschieden wurde durfte sich schon anziehen gehen) oder es gab einen ruhigen Ausklang mit Meditationsmusik.

Ich denke, wenn man eine Turnstunde gut vorbereitet und gut durchdenkt sowie überlegt, was für Gefahren entstehen könnten, wie die Kinder reagieren könnten, dann müsste das normalerweise funktionieren.

Lg, Eva

:welle:
 
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Turnen im Kiga - Ist alles erlaubt? Beitrag #9
nur mal so nebenbei: bei einem "purzelbaum" berührt lediglich der hinterkopf den boden. wer dem kind den kopf auf den boden stellt und es dann abrollen lässt macht keinen purzelbaum sondern was weiß ich was.

also ich denke dass "turnen" als begriflichkeit für eine bewegungsstunde in ordnung ist, allerdings finde ich es nicht gut, wenn wir erzieherinnen die kinder in purzelbäumen oder anderen "kunstturnerischen" elementen anleiten. ich meine gegen einen strecksprung ist nicht einszuwenden, aber ich frage mich da auch wo der nutzen liegt ...

in einer bewegungsstunde für kinder im kindergarten geht es doch darum ihnen erfahrungen mit ihrem körper zu bieten, sie in ihrer motorik zu fördern, ihnen spaß an der bewegung zu vermitteln ... und nicht ihnen genaue bewegungsabläufe zu einem kunstturnerischen element hinzuführen.
 
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erzieher78
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Turnen im Kiga - Ist alles erlaubt? Beitrag #10
Guten morgen,

ich persönlich bin Fan der Psychomotorik und halte dementsprechend auch nicht wirklich voel von Purzelbäumen, Radschlagen, oder dem Begriff Turnen - aber das ist hier ja nicht Thema.

Ich bin auch kein großer Fan von regelmäßigen Bewegungseinheiten. Bewegung sollte im Kindergartenalltag eingeflochten sein, überall Möglich. Das beginnt schon mit der Frage "Welche Einrichtung hat mein Gruppenraum, hat der Kindergarten?"
Haben die Kinder die Möglichkeit Gesellschaftsspiele auf dem Boden zu spielen oder müssen sie am Tisch sitzen? Haben Sie die Erlaubnis und Möglichkeit auch ausserhalb der Bauecke zu bauen und zu spielen? Gibt es Podeste auf die man draufsteigen und runterspringen darf? etc. (Vgl. Buch: Renate Zimmer: Schafft die Stühle ab)
Bewegungseinheiten ja - aber eher gezielt und nicht als Pflichtprogramm jede Woche. Wenn Bewegungseinheit dann sollte ich Ziele mit der entsprechendedn Gruppe verfolgen ansonsten sollte, meiner Meinung nach, der Alltag viel bewegter gestaltet werden. Damit erübrigt sich auch die Frage was ich mir zutraue, was erlaubt ist - denn das Kind sucht sich seine Herausforderung selbst und regelt im Alltag seine Herausforderungen und Ängste auch selber. Ich als Fachkraft werde zum BE-gleiter, nicht zum AN-Leiter.

LG
Alex
 
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marion
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Turnen im Kiga - Ist alles erlaubt? Beitrag #11
Hallo zusammen,
meiner Meinung ist der Begriff Turnen eher schulisch... im Kindergarten oder Kindertagesstättenbereich sollten doch diese Stunden noch eher spielerisch gestaltet sein. Also, ganz allgemein die Lust wecken, sich zu bewegen, Freude am Bewegen zu haben.
Turnen läßt auch einfach bei so vielen Eltern noch den Eindruck entstehen, daß wir solche netten Dinge wie Purzelbaum etc mit den Kindern üben. Sicher sollten manche Sachen schon eingebaut werden, wie Bewegungssicherheit, Gleichgewicht fördern etc, aber das erreichen wir doch wie bei allem im Kigabereich über das Spielerische und Lustvolle, oder?
Ich selbst hab eine Zusatzqualifikation im Bereich Psychomotorik gemacht, wo es auch ganz viel darum geht, Bewegungsanläße im Alltag zu schaffen, wo die Kids sich erproben und bewegen können. Natürlich sollten Bewegungsbaustellen auch mit dazu gehören - idealerweise in einer Schulturnhalle, dasist dann der totale Luxus, den ich auch schon 1,5 Jahre in meiner letzten Einrichtung genießen konnte. Aber viele Aufbauten hätte ich ehrlich gesagt ohne meine Zusatzquali gar nicht gemacht oder mir zugetraut, weil man einfach auch zu viel beachten muß in der ganz Vorbereitung....
Naja, es kommt wohl auf die Ziele der Einrichtung drauf an, wie man seine Bewegungstage definiert und welche Ziele man erreichen möchte.
Wir haben uns erst letztens im Gesamtteam zusammen gesetzt und ein Teilkonzept zu den Bewegungstagen erstellt, was ich ganz sinnvoll fand, da wir einfach realistische Ziele und entsprechende Maßnahmen formulieren konnten.
Hmmm...
LG;Marion
 
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Safarisarih
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Turnen im Kiga - Ist alles erlaubt? Beitrag #12
Hallo ihr Lieben!

Ich habe auf meiner Schule auch eine Vielfalt von bewegungsbaustellen und anderm kennegelernt. Wir haben im Sportunterricht regelmäßig solche baustellen aufgebaut. In den letzten zwei Jahren gab es bewegung als WPK-Kurs, einige meiner Klassenkameradinnen haben daran teil genommen. Sie haben oft die "Bewegungsstunde" in einer Geschichte verpackt und nur leichte Aufbauten gemacht, denn wir haben erfahren, dass man eigentlich einen Übungsleiterschein für größere Bewegungsstunden braucht.

Ich verpacke meine Bewegungsstunden auch in eine Geschichte und wärme die Kinder vorher auf, habe dann eine hauptphase zum Austoben, zum Beispiel viel Laufen oder letztens habe ich mit Krepp-Band eine Straße im Turnraum aufgeklebt und die Kinder bekamen einen teppichfetzen als Auto zum drauf rutschen, da konnten sie ausprobieren, ob sie im Sitzen liegen oder auf Knieen sich fortbewegen. Ich finde das fördert allgemein und sie hatten sehr viel Spaß.
Danach mache ich meistens eine kleine Entspannungsgeschichte. Fast alle Kinder finden diese Entspannungen toll, auch wenn sie sich nicht durchgängig konzentrieren. Sie kommen ein wenig zur Ruhe und das ist mir wichtig, dass sie merken , nach viel bewegung muss man auch zur Ruhe kommen. Manche brauchen mehr Ruhe, andere weniger!
 
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