Waldorfpädagogik

    Diskutiere Waldorfpädagogik im Erziehung und Bildung Forum im Bereich Pädagogik - Arbeit mit Kindern; Hallo! :raetsel: Habe vor mich in einem Waldorfpädagogik zu bewerben! Aber habe ein bisschen Bammel :help: vor den Fragen bei einem evt...
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mel80
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Waldorfpädagogik Beitrag #1
Hallo! :?:
Habe vor mich in einem Waldorfpädagogik zu bewerben! Aber habe ein bisschen Bammel :help: vor den Fragen bei einem evt. Vorstellungsgespräch!!!
Arbeitet jemand von euch in solch einer Einrichtung?
Was könnte ich z.B. Antworten auf die Frage: Wie stellen Sie sich ihre pädagogischen Schwerpunkte in unserer Einrichtung vor?
Welche pädagogischen schwerpunkte gibt es in solch einer Einrichtung überhaupt?
Bitte schreibt mir alles, was mir für den Einstieg in dieses Thema hilfreich sein könnte.
DANKE, DANKE!!
 
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Björn
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Waldorfpädagogik Beitrag #2
Hi Mel,

das tolle an der Waldorfpädagogik ist der Bezug zur Natur und die praktischen Dinge die sie mit den Kindern tun.
Als ich mich mit dem Handlungskonzept von Steiner auseinandergesetzt hatte, konnte ich viele parallelen zur Montessori Pädagogik feststellen.
Witziger weise, wird noch immer erforscht wer von wem "abgeschrieben" hat.

Die Waldorfpädagogik ist, für mich, zu sehr abgehoben und bezieht sich sehr auf geistliche, religiöse und esotherische Themen.
Ich muss aber dazu sagen das sich keine Einrichtung selbst kenne.
Was mich am meisten stört ist der Zwang den die Eltern und somit auch die Kinder ausgesetzt sind.
Waldorfeinrichtungen kapseln sich von der Gesellschaft ab und führen "Sektenähnliche" strukturen. Das klingt sicherlich sehr vorwurfsvoll....
aber die Eltern müssen eine Einverständniserklärung abgeben, schriftlich, dass sie das pädgogische Handlungskonzept von Steiner Anerkennen und Akzeptieren.
Somit wird jeder Konflikt und jede Kritik seitens der Eltern von vornherein eingestellt.

Vielleicht hat hier jemand praktische Erfahrungen. Vielleicht habe ich ja auch nur viel Müll gehört oder gelesen...

Bye
 
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flotter käfer
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Waldorfpädagogik Beitrag #3
Hallo mel,
ich kann mich björn nur anschl.
Einer meiner kiga kinder hat uns vor 2 Wochen verlassen,und ist zum Waldorf kiga gewechselt,genau wegen dieser Gründe,die björn beschrieb.
Und das schlimme daran ist,daß es in unserer Gegend anschl. keine Wald.schule gibt und somit müssen diese Kinder nach Rosenheim pilgern und das im ALter von 6 Jahren.(arme Kinder) :nono:
Kinder,die eine solche Einrichtung besuchen und diese "Philosophie" leben,tun sich danach schwer sich in einer "normalen Schule"zurechtzufinden.Und meiner Meinung nach,läßt es sich nicht mit dem "realen Leben"zu Hause vereinbaren,denn ich glaube nicht,daß Kinder z.B:" nur" mit Holz/Naturmaterialien spielen wollen ...
Ich bin der Meinung:ein gewisses Maß von allem fördert ein Kind am Besten.
 
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Anonymous
Gast
Waldorfpädagogik Beitrag #4
angelehnt ans konzept oder aus der religiösen ansicht heraus

hallo
es kommt darauf an, ob der kindergarten in anlehnung ans konzept arbeitet, (machen viele elterninitiativen) oder ob es um den tiefen religiösen sinn geht. sekte finde ich persönlich zu krass formuliert - es handelt sich dabei um eine andere weltanschauung von der man bei steiner ausgeht da muß man schon dahinterstehen um diese anzunehmen.
du solltest dich vor einem vorstellungsgespräch mit dem konzept auseinandergesetzt haben. hier zwei links, die vielleicht einen einblick geben:
http://www.uni-koeln.de/ew-fak/Paeda/hp ... t/toc.html
http://www.waldorfschule.info/waldorf/
desweiteren gehe ich davon aus, das man dir nahelegen wird eine fortbildung zu besuchen, auf der du die aspekte des konzeptes und evtl. mehr kennenlernen sollst um entsprechend mit den kindern arbeiten zu können.
hier im ort gibt es einen waldorfkindergarten, der in anlehnung an steiner orientiert ist. ich bin jedesmal begeistert vom tag der offenen tür, der jährlich veranstaltet wird. an spielmaterial mangelt es nicht - nur natürlich naturmaterialien.
keinen einblick hatte ich allerdings in die literatur die vermittelt wird und in wie fern z.b. bb im waldorfsinne religiös angehaucht sind. ich weiß das sehr viel wert auf märchenerzählungen gelegt wird, was ich persönlich aber sehr schön finde.
das die kinder aus der einrichtung probleme auf einer "normalen" schule haben ist mir noch nie zu ohren gekommen. dafür haben sie ja zuhause den ausgleich zu den verschiedensten spielmaterialien bis hin zu fernsehen und computer.
schaus dir doch einfach mal an und sei interessiert bei der vorstellung.
 
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mel80
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Waldorfpädagogik Beitrag #5
Hallo Claudia!
Danke für die zwei Email Adressen, werde da mal nachlesen und mich ein bisschen genauer informieren!!!!!!!!
 
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himmelszelt
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Waldorfpädagogik Beitrag #6
Hallo,
Waldorfpädagogik kann man sicherlich nicht mit der von Montessori, Wild... vergleichen! Aus praktischen Erfahrungen im Kindergarten kann ich sagen, daß das Kind z.B. nicht mit jenem Respekt behandelt (u. schon gar nicht begleitet wird) wie bei Montessori. Es gibt einen sehr engen Rahmen, auch im Handlungsspielraum der Pädagogen sind enge Grenzen zu spüren. Verbal läuft im Kindergarten sehr wenig, Erklärungen, Gespräche vermißt man. Gegebenheiten "sind einfach so", ich fühle nicht, daß die Kinder angenommen werden, sondern daß ihnen viel abgesprochen wird (lt. Pädagogik Steiners sollen sie intellektuell nicht überfordert werden!!!). Für mich heißt es: Hände weg von Waldorf. Kinder werden nicht angenommen u. begleitet, sondern klein-gehalten u. teilweise mit Strafen, nicht mit Verständnis u. Erklärungen, gezwungen. Das verursacht ein Gefühl der Wut u. Hilflosigkeit, das sich im Umgang mit anderen Kindern in körperlicher Aggression äußert. Lg, Himmelszelt
 
A
Anonymous
Gast
Waldorfpädagogik Beitrag #7
himmelszelt wo hast du denn diese Horrorgeschichten her??? Ich kann mich eigentlich nur Björn anschliessen. Von der pädagogischen Idee halte ich sehr viel. Es ist eine Pädagogik vom Kinde aus, welche ich bevorzuge. Das esoterisch Sektenähnliche stört mich allerdings auch. Meine Erfahrungen waren bis jetzt gut nur diese Pädagogik passt nicht zu jedem.
lg Iceteddy
 
S
Schurki
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Waldorfpädagogik Beitrag #8
wie sagt man...Klinge mit 2 Schneiden?

...ich habe mal 6 Wochen Praktikum in einem Waldorfkiga gemacht und jahrelang Kinder gehütet, die auf die W-Schule gingen und ihnen bei den Schulaufgaben geholfen. Vieles ist gut und vieles nicht.
Es gibt bestimmt Unterschiede bei den einzelnen Einrichtungen. Die einen sind jünger und lockerer, die andern noch stock-konservativ. Ich war in letzterer.
Wenn du willst schildere ich dir mal einen typischen Morgen, da bekommst du vielleicht mehr Vorstellung und kannst dich besser drauf vorbereiten.
LG. Schurki
 
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mel80
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Waldorfpädagogik Beitrag #9
Ja, das wäre doch mal super! Die Vorstellungsgespräche sind zwar schon gelaufen, und ich bin gar nicht eingeladen worden (zu jung) aber interessieren würde es mich trotzdem!
Danke
 
H
himmelszelt
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Waldorfpädagogik Beitrag #10
Wegen Waldorf

Hallo Iceteddy,
auf die Frage, woher ich diese Erfahrungen habe- ich habe sie während der Eingewöhnungsphase meines Kindes im WaldorfKIGA gemacht. Die Idee, v.a. der Bezug zur Natur, Dankbarkeit, Orientierung am Kind usw. hatte mir davor gut gefallen, wie auch Björn erzählt. Nur mit der praktischen pädagogischen Umsetzung ... naja, siehe meinen vorigen Beitrag. LG, himmelszelt
 
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Waldorfpädagogik Beitrag #11
und meine Klassenlehrerin ist so ein Waldorf-Fan!!!!!! :heul: Hülfe
 
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Dunkelkind
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Waldorfpädagogik Beitrag #12
Ich weiss ja nicht, ob das Thema noch aktuell ist, aber ich möchte hier auch nochma meinen "Senf" zugeben.
Habe mein Jahrespraktikum im Waldorfkiga gemacht und fand es super schön dort.
Die Kinder werden auf jedenfall angenommen. Ich weiss nicht, wie du darauf kommst, das dem nicht so ist.
Finde den persönlichen Bezug im Waldorfkiga gegenüber jetzt einer kirchlichen Einrichtung, grösser.
Auch das mit den Strafen ist nicht unbedingt so. Wie auch im "normalen" Kindergarten wird erst gebeten leise zu sein und dann wird meist das Kind zu sich geholt oder wenn es allzu dolle wird im Kreis gebeten, sich so lange an den Frühstückstisch zu setzen und da mal zu überlegen.
Hat das Kind sich beruhigt, kommt es wieder mit in den Kreis und meist führt die Erzieherin danach ein Gespräch mit dem Kind in Ruhe. Sprich,es wird gefragt, was denn los war, warum es nicht still sitzen konnte.

Und wie einer nach meiner Vorredner gesagt hat, es kommt darauf an, wie der oder die Erzieher/in die Pädagogik auslegt, bzw. im Alltag händelt.

Und ganz ehrlich, ich zieh zum Arbeiten eher Waldorf als einer anderen Einrichtung mit teil offenem oder offenem Konzept vor.

Grüsse
 
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Andrea 79
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Waldorfpädagogik Beitrag #13
@ Schurki

Hallo Schurki!

Wärst du noch bereit dazu, dir die Mühe zu machen, einen morgendlichen Ablauf deines alten Waldorf-KiGa´s zu schildern? Oder hast du das über PN /e-mail schon gemacht. Es würde mich nämlich sehr interessieren, welche Erfahrungen du damit gemacht hast.

Ich finde die Art, wie Steiner mit den Kindern umgeht prinzipiell nicht schlecht, fürchte jedoch, dass nicht jeder in der Lage ist, das als Erzieher auch so umzusetzen. Jeder hat doch im Endeffekt eine individuelle Vorstellung von Erziehung und bildet im Laufe der Zeit auch seine eigenen Methoden heraus. In der Regel in Anlehnung an bestehende Konzepte (wie Montessori, Steiner, etc.) und unter Berücksichtigung des Entwicklungsstandes und der Interessen der "neuen" Generation.
Ist es da nicht bedenklich, wenn versucht wird, an einem solchen Konzept so stark festzuhalten - egal ob es (noch) zeitgemäß ist oder nicht. Und egal, ob sich der Erzieher an bestimmten Stellen "verbiegen" muss, weil es nun mal vorgesehen ist genauso zu handeln und nicht anders. Und das auch obwohl sich alles in einem sträubt und der Bauch sagt: "In dieser Situation ist das jetzt aber mal nicht das richtige." Immerhin hat man es doch mit Individuen zu tun, die alle auf etwas anderes ansprechen / reagieren, da kann es doch keine "Regeln" für den Umgang geben.

Naja, bin mal neugierig.
Lieben Gruß,
Andrea ;)
 
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Waldorfpädagogik Beitrag #14
Literatur...

Hallo,

sowohl die Lehre Steiner als die gesamt Walldorfpädagogik muss ich einfach ablehnen. Das Menschenbild ist welches hier gehandhabt wird ist m.E. nicht mit ein christliches Menschenbild zu vereinen. Die absolute Einteilung der sehr große Gruppen in 4 Kräfte, welche dann auch bestimmen wo ein Unterrichtsschwerpunkt liegen soll, sowie die zur Manipulation benutzte Argumente sind dermaßen traumatisierend, dass ich ein großen Bogen um Walldorf und Steiner mache.

Nur zwei Argumente, die in eine reine Walldorfeinrichtung benutzt werden.

"Eine im Alter von 50 Jahre diagnostizierte Sklerose ist oft die Folge von Gedächtnisbelastung mit 8 oder 9 Jahre..." (Rittersbacher 1975, S 42)

"Die Beschäftigung mit der Grammatik [im gleichen Zeitraum v.G.] führt zu Darmkrankheiten..." (S 113f)

"Eine unrichtige oder zu starke Gedächtnisbelastung zwischen Zahnwechel nd GEschlechtsreife führt zu Diabetis..." (S 169)

(Quelle: Rittelsbacher, 1975: Wirkung der Schule im Lebenslauf.)
Soweit die wissenschaftliche Argumentation für die Gestaltung von Lehrpläne und Unterricht...

Olav
 
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Dunkelkind
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Waldorfpädagogik Beitrag #15
Redest du nun von Waldorfschule oder Kiga???
Und welche 4 Schwerpunkte sprichst du da bitte gerade an? Verwechselst du event. etwas mit den Jahrsiebten????

und folgendes

""Nur zwei Argumente, die in eine reine Walldorfeinrichtung benutzt werden.

Zitat:
"Eine im Alter von 50 Jahre diagnostizierte Sklerose ist oft die Folge von Gedächtnisbelastung mit 8 oder 9 Jahre..." (Rittersbacher 1975, S 42)

"Die Beschäftigung mit der Grammatik [im gleichen Zeitraum v.G.] führt zu Darmkrankheiten..." (S 113f)

"Eine unrichtige oder zu starke Gedächtnisbelastung zwischen Zahnwechel nd GEschlechtsreife führt zu Diabetis..." (S 169)

(Quelle: Rittelsbacher, 1975: Wirkung der Schule im Lebenslauf.) ""

A. habe ich von dem guten Herrn oder der Dame noch nichts gehört und B. ist das kein Thema in einem Waldorfkindergarten der mir bekannt ist.
Wäre nett, wenn du mal erläutern könntest, inwiefern du meinst, dies treffe auf alle Waldorfeinrichtungen zu.

@all hat noch jemand ausser mir mal in einem Waldorfkiga gearbeitet???
 
A
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Waldorfpädagogik Beitrag #16
hallo dunkelkind
die anthroposophen (waldorfianer*gg*) haben eine eigene weltanschauung nach den lehren steiners.
alle einrichtungen, die richtig anthroposophisch geführt werden vermitteln diese auch an das kind weiter. dessen muß man sich als "nutzer" bewußt sein!
diese einrichtungen haben einen flair, der nicht zu verleugnen ist, da geb ich dir recht. wir haben hier am ort auch eine einrichtung, schön alles - trotzdem hab ich meine kinder bewußt nicht dort angemeldet, weil wir das zu hause nicht so leben.
einzelne angebote in den alltag von "normalen" kigas zu übernehmen finde ich auch ganz toll doch : "alles in maßen" ist mein motto.
 
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Dunkelkind
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Waldorfpädagogik Beitrag #17
Ich glaube, als Elternteil sieht man das auch anders. Bist du nur Elternteil oder auch Erzieherin??

Aber wie gesagt, ist mir die "Anschauung", die kater-ly-sator geschildert hat, nicht bekannt und von daher interessiert es mich, woher das hat und auf welche Einrichtung er es nun genau bezieht.
Ich denke mal, was mich an Waldorf so anzieht, ist auf jedenfall mal die Struktur im Tagesablauf, die Möglichkeiten mit den gegeben Materialien kreativ etwas zu gestalten bzw. pädagogisch zu arbeiten und ich denke auch einfach die "Ruhe" die der Alltag zumindest in meiner Einrichtung ausgestrahlt hat. Damit meine ich nicht, dass die Kinder ruhig waren oh nein, das waren sie bei leibe nicht. Aber ich denke, dass man ein Kind bei Fragen nicht komplett aufklären muss und ihm ständig Sachinfos vor die Nase setzen muss, sondern es in dem Mass, das es eigentlich auch fordert gibt.
Naja, Ruhe kann ich auch so definieren, dass mit den Kinder nicht grossartig rumdiskutiert wurde, warum jetzt der Turm so ist, sondern versucht wurde in Ruhe in ein neues Spiel sie zu begleiten.
Ich hoffe, es ist verständlich, was ich damit zum Ausdruck bringen wollte. :)
 
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Waldorfpädagogik Beitrag #18
Ausführlicher

Hallo,

noch einmal etwas ausführlicher zu Steiner und der Walldorfpädagogik.

In sein 1955 erschienes Buch ""Wie erlangt man die Erkenntnis derhöheren Welte" (Stuttgart, Verlag Freies Geistesleben), stellt Steiner das seine Pädagogik beruht auf "Geheimlehre" bzw."Geheimwissenschaft" dessen Erkentnisse man nur auf übersinnlcihem Weg erlangen kann (vergl auch Schneider, 1983: "Die Pädagogik der Waldorfschule und ihre Grundlage", Seiten 196 - 210, Darmstadt, Wissenscaftliche Buchgesellschaft).

Reinkarnation ist ein wichtiger bestandteil der Anthroposophie, sie zeigt sich im Karma des Menschen. Das "Karma" des Menschen zeigt sich (nach Meinung Steiners) in sein physiognomie und Körperbau. Der anthroposophisch orientierte Lehrer (und Erzieher) sieht demnach in seinem Schüler Elemente des früheren Erdenlebens; vieles ist vorbestimmt und vorgegeben. Kinder sind von eine sog. "Ätherhülle" und "Astralhülle" umgeben, durch die bestimmte Eindrucke nicht hindurch können (Steiner, 1948, "Die erziehung des Kindes vom Standpunkt der Geisteswissenschaft!" Stuttgart, Verlag Freies Geisteswissen, Seite 22/23)

Steiner geht davon aus,dass der mensch viermal geboren wird und zwar in 7 Jahresabschnitte, die sog.Hebdomaden. Je nach Lebensabschnitt darf ein Mensch etwas lernen oder nicht, darauf beziehen sich die imvorigen Beitrag erwähnte Zitate.

Steiner gibt weiterhin vor, dass die Schüler nach den vier Temperamentstypen (Cholerisch, melancholisch, pflegmatisch und sanguinisch) eingeteilt werden sollen. Hierzu beobachtet ein Lehrer die Schüler die erste 3 bis 5 Wochen am Anfang der Schulkarierre und teilt die Kinder ein. Ein anderen Basis als die Beobachtungen der Lehrer ist nicht vorgesehen, irrtümer sind ausgeschlossen. Eigene Wünsche der Sitzeinteilung sollen nicht berücksichtigt werden, warum die Einteilung erfolgt wie sie erfolgt soll auch nicht mitgeteilt werden.

Kinder die ein Walldorfkindergarten besuchen, sollen ausschließlich durch Nachahmen, nicht durch intellekt, lernen (Berger, 1988: Zur Theorie und Praxis des Walldorfkindergartens. Zeitschrift für Entwicklungs Pädagogik 11, Seiten 9 - 13)

Da Aufgrund des Hebdomanenprinzips die Trennung zwischen Kindergarten und Schule nicht wirklich möglich ist, und die der pädagogik zu Grunde legende Theorien nicht einmal ansatzweise seriös Wissenschaftlich zu nennen sind, habe ich größte schwierigkeiten mit dieser Ideologie. an manche stellen (Physiognokie / Körperbau) erinnert mich die Theorie sehr stark an "Wissenschaftler" einer sehr unrühmliche Episode der Weltgeschichte, wo menschen aufgrund von Körperbau und Physiognomie grundsetzlich als Minderwertig eingestuft wurden.

Die streng nach Walldorfprinzipien arbeitende Einrichtungen schotten sich sehr stark ab gegenüber anders denkenden, die grundlegende Philosophie der Anthroposophen wird im allgemeinen als esoterisch bezeichnet und ist als sektirisch eingestuft.

Trotz meine kritik möchte ich betonen, dass es inzwischen einige Einrichtungen gibt, die versuchen sich von m.E. unsinnige Regeln zu befreien. Dies ist aber ein schwerer Prozess und ich bezweifle ernsthaft ob diese Einrichtungen sich anschließend immer noch als "Walldorf" bezeichnen möchten.

Der von mir zitierte Rittersbacher, heißt Karl mit Vornamen und hat als antroposoph einige publikationen über Steiner gemacht (u.a. im Verlge Freies Geisteswissen)

mit freundlichem gruß,

Olav van Gerven
 
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Dunkelkind
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Waldorfpädagogik Beitrag #19
Hmm, habe mich ja auch intensiv mit den Jahrsiebten beschäftigt und ehrlich gesagt nichts gelesen oder verstanden, dass ein Kind in dem bestimmten Jahrsiebt, manche Dinge nicht lernen darf. Die Aufteilung war viel eher gemünzt, in welchen Jahrsiebt sich gewisse Dinge beim Kind entwickeln. So meine Auffassung und mein Text von Steiner über die Jahrsiebte.

Von der Waldorfschule ist mir auch nicht bekannt, dass die Sitzeinteilung nicht frei ist. Das mit den 4 Temperamentstypen müsste ich allerdings noch einmal nachschlagen, diese Einteilung ist mir nicht mehr geläufig.


Anmerkung zum lernen durch nachahmen. Was ist denn bitte daran schlimm, dass Kinder gewisse Dinge durch Nachahmung lernen? Das ist ein ganz natürlicher Prozess, der bei jedem Kind statt findet.
Ich denke mal, das intelektuelle bildet sich dann teilweise automatisch und wird auch noch unterstützt, durch versch. Spiele, Geschichten, Rätsel u.ä.

Und als sektenähnlich würde ich Waldorf nicht bezeichnen, denn wenn es als eine Art Sekte sozu. ein Geheimbund gehandhabt werden würde, würde nicht soviel Wert auf Öffentlichkeitsarbeit gelegt werden. Oder?

Darf ich dich mal fragen, ob du schon mal aktiv in einem Waldorfkiga tätig warst oder dies Wissen und Denken dir jetzt nur durch Literatur angeeignet hast?
 
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Andrea 79
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Waldorfpädagogik Beitrag #20
Hallo Dunkelkind!

Ich hab noch keine direkten Erfahrungen mit Waldorf-KiGa gemacht, möchte aber auf deine Aussage über Sekten kurz eingehen.

Dass Sekten in der Regel ja keine Öffentlich´keitsarbeit betreiben, etc. halt ich für ein Gerücht. Im Gegenteil: Die bemühen sich meines Erachtens sogar sehr sehr stark um die Öffentlichkeit, bieten die Teilnahme an Festen in ihrer Einrichtung an, sind meist im sozialen Bereich sehr stark engagiert (nach außen) und geben sogar "Einblicke" in ihre Lehre. Nur die Art und Weise, wie sie diese Lehre anderen "verkaufen" stimmt selten mit der Art und Weise über ein, wie sie du oder ich einem anderen erklären würden.

Schau doch mal nur zum Spaß auf die Homepage der Scientologen. Die geben dort ihre komplette Lehre preis. Allerdings so geschickt, dass sich das für einen Außenstehenden liest, als seien sie DIE Samariter schlecht hin.
Ich würd dazu einfach nur sagen: Es ist nicht alles Gold, was glänzt, im Gegenteil. Mit offenen Augen und aufmerksamen Ohren durch die Welt zu gehen schadet keinem - im Gegenteil.
Übrigens solltest du nach Scientology googlen. Kein Problem - die ersten 10 Ergebnisse verlinken dich liebend gerne zu dieser "Gruppe", erst viel weiter unten kann man auch kritische Stimmen dazu hören (nur noch mal so als Schmankerl)

nachdenkliche Grüße,
Andrea ;)
 
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